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Schlecht für den Einzelhandel: Gähnende Leere in Murnaus Fußgängerzone. 

Geschäftsleute müssen vorerst keine Steuern und Abgaben bezahlen

Murnau schnürt millionenschweres Corona-Hilfspaket

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Die Corona-Krise erschüttert die Wirtschaft. Die Umsatzeinbrüche bekommen auch Murnauer Betriebe zu spüren. Der Gemeinderat hat nun in einer nichtöffentlichen Krisensitzung ein umfangreiches Hilfspaket beschlossen. Im Mittelpunkt steht der Aufschub von Steuern und Abgaben in Millionenhöhe.

Murnau – Es muss dem Vernehmen nach eine bedrückende Stimmung geherrscht haben, als Murnaus Gemeinderat am Donnerstagabend zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkam. Der Anlass: die Corona-Krise. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr wurde das Treffen der Ortspolitiker hinter verschlossenen Türen im großen Saal des Kultur- und Tagungszentrums abgehalten. So konnte der Abstand von zwei Metern zwischen den Volksvertretern gewährleistet werden.

Das Gremium verabschiedete laut einer Pressemitteilung des Marktes einhellig mit 20 Stimmen ein dickes Sofort-Hilfspaket für die lokale Wirtschaft. „Geschlossenheit ist ein wichtiges Zeichen in Krisenzeiten. In dieser ungewissen Zeit ist es besonders wichtig, dass wir zusammenhalten und miteinander Lösungen finden“, sagt dazu Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum).

Mit dem Programm, das zusätzlich zu den Angeboten des Bundes und des Freistaats läuft, sollen Murnauer Geschäftsleute entlastet werden, die im Zuge des Corona-Shutdowns wirtschaftliche Schwierigkeiten haben. Vor allem unter den Einzelhändlern und Gastronomen sind die Sorgen groß. Die Betriebe können bei der Gemeinde-Verwaltung die Unterstützung unbürokratisch und schnell beantragen. Die Marktgemeinde gewährt zinslose Stundungen von Steuern sowie von sonstigen Abgaben und verzichtet vorerst bis zum 15. November auf diese Zahlungen. Dies betrifft in erster Linie die Gewerbesteuer, aber zum Beispiel auch den Fremdenverkehrsbeitrag, Herstellungsbeiträge oder Mieten für gemeindeeigene Geschäftsräume. Insgesamt geht es um ein Volumen in Höhe von drei bis vier Millionen Euro. „Damit leistet der Markt Murnau einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Liquidität betroffener Unternehmer“, heißt es aus dem Rathaus.

Beuting hofft, dass dieses Entgegenkommen Schule macht: „Ich möchte die Vermieter aufrufen, es dem Markt Murnau gleichzutun und Mieten für lokale Einzelhändler ebenfalls zu stunden“, erklärt er.

Das Paket sieht eine Reihe weiterer Leistungen vor. Dazu zählt unter anderem der Verzicht auf Mieten für geplante Veranstaltungen, die nun nicht mehr stattfinden können, oder ein Hilfsangebot für Vereine und Verbände, die einen finanziellen Engpass haben.

Im Wirtschaftsförderverein sind die Reaktionen verhalten: „Das ist ein kleiner Schritt. Aber das wird wahrscheinlich nicht reichen“, meint Guntram Gattner, Buchhändler und Vorsitzender der Interessenvertretung. Diese hatte sich von der Gemeinde auch Zuschüsse und zinslose Darlehen gewünscht – was aber offenbar rechtlich nicht möglich ist.

In der Politik gehen die Meinungen auseinander. Veronika Jones, Sprecherin der Grünen, sieht es ähnlich wie Gattner. Ihrer Ansicht nach müsste die Kommune mehrtun und die benötigten Gelder zur Überbrückung zur Verfügung stellen – bis staatliche Hilfen greifen. Phillip Zoepf, Bürgermeisterkandidat von Mehr Bewegen – die Gruppierung hatte wie die Grünen einen Eilantrag auf die Schaffung eines Hilfsfonds gestellt –, ist hingegen mit dem Beschlossenen zufrieden: „Das ist absolut in Ordnung.“ Das Signal sei eindeutig: Man lasse die Murnauer Gewerbetreibenden nicht im Stich.

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