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Symbolischer Akt: (v.l.) Simon Kopf (Blankenhagen + Cohrs Ingenieure), Bürgermeister Rolf Beuting, Landrätin Andrea Jochner-Weiß (Vorsitzende Gesellschafterversammlung Wohnbau GmbH Weilheim), Geschäftsführer Markus Kleinen und Architektin Annette Rill beim Spatenstich im Murnauer Norden. 

„Markanter Tag“ für die Marktgemeinde

Spatenstich für das erste große Wohnbau-Projekt in Murnau

Das erste der großen Wohnbau-Projekte in Murnau ist offiziell gestartet: An der Adalbert-Stifter-Straße entstehen bis 2022 insgesamt 42 Wohnungen und sieben Reihenhäuser. Die Kosten werden mit 11,5 Millionen Euro veranschlagt.

Murnau – Seit April liegt die Genehmigung vor. Doch mit dem Baubeginn im Mai wurde es nichts. „Wir haben keine tragfähigen Angebote erhalten“, sagte Markus Kleinen, Geschäftsführer der Wohnbau GmbH Weilheim am Donnerstag beim offiziellen Spatenstich für ein außergewöhnliches Bauvorhaben zwischen der Adalbert-Stifter-, Eichendorff- und Lindenthalstraße in Murnau.

Außergewöhnlich deshalb, weil in drei Bauabschnitten insgesamt 42 geförderte Wohnungen und sieben Reihenhäuser entstehen werden. Die Wohnfläche verdreifacht sich und wird nach Fertigstellung fast 3700 Quadratmeter betragen. Altbestand wird abgerissen. Kleinen bezifferte die Baukosten auf insgesamt rund 11,5 Millionen Euro brutto. „Wo wir am Ende sind, kann und will ich aber nicht sagen.“ Will heißen: Es kann teurer werden. Verträge gibt es nur für die ersten beiden Bauabschnitte. 7,2 Millionen Euro stammen aus öffentlichen Darlehen und Zuschüssen sowie 2,9 Millionen Euro aus Kapitalmarktdarlehen. Zudem steuert die GmbH 1,5 Millionen als Eigenkapital bei. Darin sind 490 000 Euro enthalten, die der Markt Murnau, einer der Gesellschafter, als zinsloses Darlehen gewährt. 

„Auch im Murnauer Norden wohnt man gut“

Für Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) war es ein „Tag der Freude“. Er vermutete, dass es wahrscheinlich das größte Wohnbauprojekt ist, dass es im Ort je gegeben hat. Von daher sei der Spatenstich „ein markanter Tag in der Ortsgeschichte“. Beuting sieht das Vorhaben im Murnauer Norden als „Startschuss zu etwas Größerem“. Damit spielte er darauf an, dass zwei weitere umfangreichere Vorhaben in der Pipeline sind: der kommunale Wohnungsbau am Längenfeldweg und das genossenschaftliche Projekt auf dem Gelände des früheren Gemeindekrankenhauses an der James-Loeb-Straße. Damit entstehen laut Beuting „mehr als 100 Wohnungen in den nächsten vier Jahren“. Das ist auch nötig: Der Rathauschef sprach von einem „riesengroßen Wohnungsproblem“. Freilich: Mit den genannten Projekten werde man „bei weitem nicht den Bedarf decken können“, gab Beuting zu bedenken.

Der Bürgermeister hatte noch zwei Botschaften im Gepäck. Die erste lautete: „Auch im Murnauer Norden wohnt man gut.“ Die zweite: „Man kann in Murnau gut wohnen, ohne dass man einen großen Geldbeutel hat.“ Bei den geförderten Wohnungen soll die Kaltmiete zwischen fünf und acht Euro pro Quadratmeter betragen. Alle werden vom Markt Murnau vergeben. Die Wohnbau GmbH Weilheim tritt als Bauherr und Vermieter auf. Der erste Bauabschnitt soll im Herbst 2019 fertig sein, der zweite Mitte 2021, der dritte Ende 2022. Es entstehen 57 Tiefgaragen- sowie sieben oberirdische Stellplätze (plus 18 Längsparker an der Straße). Alle Wohnungen sind barrierefrei, eine rollstuhlgerecht. Geplant ist ein breites Spektrum, angefangen von der Einzimmerwohnung für Alleinstehende bis zum Reihenhaus für Familien.

„Wir sind alle stolz, dass wir heute hier in Murnau stehen“, betonte Andrea Jochner-Weiß (CSU), Landrätin von Weilheim-Schongau und Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Wohnbau GmbH Weilheim.

Roland Lory

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