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Machen sich rarer: arabische Gäste im Markt.

Vor allem Unfallklinik-Patienten

Weniger arabische Gäste in Murnau: Das steckt dahinter

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Der Tourismus in Murnau hat sich 2017 positiv entwickelt. Die Zahl der Gäste und die der Übernachtungen stieg. Die Bilanz wäre noch besser ausgefallen, hätte es nicht einen massiven Rückgang bei Menschen aus arabischen Ländern gegeben.

Murnau – Der Urlaubsort Murnau erholt sich langsam vom „Ludwig“-Schock. Im Herbst 2015 schloss das Hotel, das neben dem Luxushaus Alpenhof das größte im Ort war. Mit einem Schlag brachen 130 Betten weg – und die Übernachtungszahlen von 189 000 im Jahr 2014 auf 172 000 ein, zumal 2015 auch das CVJM-Freizeitheim Moosrain umgewidmet wurde in eine Flüchtlingsunterkunft. Nun geht es stetig aufwärts, mal mehr, mal weniger. 2016 wurden 179 000 Übernachtungen gezählt, im vergangenen Jahr rund 2000 mehr. Die Zahl der Ankünfte stieg in diesem Zeitraum um etwa fünf Prozent auf knapp 47 000.

Ein Positiv-Trend also, den der Leiter der Tourist-Information Murnau, Philip Schürlein, entsprechend kommentiert: „Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter uns.“ Doch die Zahlen hätten noch weitaus besser ausfallen können, wenn Murnau nicht ein Effekt getroffen hätte, für den es nichts kann. Der Ort erlebte 2017 einen regelrechten Einbruch bei arabischen Gästen – in der Regel Angehörige von Patienten der Unfallklinik (UKM), die diese für die Dauer der Behandlung begleiten und die auch in ruhigen Monaten Betten belegen. Manche Vermieter setzen auf diesen lukrativen Markt und bedienen ihn gezielt. Ein Rückgang von rund 7000 Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr steht hier zu Buche – in etwa eine Halbierung. Dabei schlugen Auswirkungen einer politischen Entscheidung durch, die Unfallklinik und indirekt auch Murnau traf. „Als Folge des niedrigen Ölpreises haben alle arabischen Staaten die Budgets für Behandlungen im Ausland teilweise drastisch gekürzt“, erklärt Lisa Schwede, die in der UKM zuständig ist für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. Wesentlicher Faktor für den Rückgang der Gästeübernachtungen sei die Reduzierung der Kostenübernahme für die Escorts der Patienten. Bisher seien dies bis zu vier Familienangehörige gewesen, die jetzt auf eine Begleitung, maximal zwei Personen gekürzt worden sei. „Auch die Zahl der Patienten der Unfallklinik ist im ersten Halbjahr 2017 zurückgegangen, hat inzwischen aber wieder das gewohnte Niveau erreicht“, so Schwede. Wie groß diese Patientengruppe ist und wie hoch das Minus ausfiel, verrät sie nicht.

Die Lücke in der touristischen Bilanz glichen deutsche Gäste mehr als aus. Sie sind Murnaus wichtigste Klientel. Ihre Zahl stieg nach Angaben von Schürlein von 150 000 auf 158 000 im vergangenen Jahr. Bei ausländischen Urlaubern kommen die meisten aus Österreich und aus der Schweiz. Murnau wartet aktuell mit 1185 Betten auf, davon finden sich knapp 400 in Hotels und 240 in der Klinik Hochried. „Der Rest sind hauptsächlich Ferienwohnungen“, sagt Schürlein. Er vermeidet einen pauschalen Ruf nach mehr, stellt eine „vernünftige Entwicklung“ in den Vordergrund. „Betten müssen auch in den Ort passen: nicht jede Kategorie, nicht jede Preisklasse.“

Klar ist aber auch: In der touristischen Hochzeit von Juli bis September übersteigen die Anfragen mitunter das Angebot der Sommerdestination Murnau, „so dass wir teilweise in andere Regionen vermitteln“. Im Winter ist es ungleich schwieriger, Häuser auszulasten. Momentan weilen vor allem Geschäftsleute und Angehörige von UKM-Patienten im Ort, weniger die normalen Urlauber.

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