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Kommt weg: das gemeindeeigene Haus am Murnauer Bahnhofplatz. 

Murnauer Gemeinderat folgt Empfehlung des Bauausschusses

Bahnhofplatz: Altes Haus weicht Neubau

Das Schicksal des gemeindeeigenen Hauses am Murnauer Bahnhofplatz 3 ist besiegelt. Nach dem Bauausschuss hat sich nun auch der Gemeinderat für den Abriss des maroden Gebäudes und für einen Neubau ausgesprochen.

Murnau – Um eine 1A-Lage handelt es sich beim Haus am Bahnhofplatz 3 bestimmt nicht. Der Markt Murnau kaufte das rund 100 Jahre alte Gebäude 2017. Seit vergangenem Jahr debattieren die Gremien, wie damit weiter verfahren werden soll. Abreißen oder sanieren, lautet die Frage. Der Bauausschuss hatte sich dafür ausgesprochen, das betagte Objekt zu entfernen und einen Neubau hinzustellen. Der Gemeinderat bestätigte diese Sichtweise.

Die Freien Wähler legten sich erneut für den Erhalt der Immobilie ins Zeug. „Einen Abriss fände ich absolut bedauerlich für das Ortsbild und das Ensemble“, betonte Sprecher Welf Probst. Günstige Wohnungen könne man auch in einem Altbau schaffen. Vize-Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) pflichtete bei: „Das Haus ist dort unverzichtbar, das muss erhalten werden.“ Mit einem Neubau ändere sich das Bild vom Bahnhof „fundamental“. Anders sah es Franz Fischer („Mehr bewegen“). „Wir reden immer über bezahlbaren Wohnraum.“ Das besagte Haus „ist für mich nicht unbedingt so ortsbildprägend“. Fischer plädierte dafür, „Nägel mit Köpfen zu machen“ und die Immobilie abzureißen. Man sollte das Objekt seiner Meinung nach „nicht auf Teufel komm raus beibehalten und dann auf höheren Kosten sitzenbleiben“.

Für einen Neubau sprach sich auch Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) aus. „Dieses Haus ist überhaupt nicht erhaltenswert. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache.“ Eine Sanierung würde schätzungsweise 850 000 Euro kosten, ein Neubau 765 000 Euro. In beiden Fällen flössen Zuschüsse aus dem Kommunalen Wohnraumförderprogramm. Schlecht beinander ist der Bau definitiv. Es gibt Feuchteschäden und Schimmelbefall. Das Dachgeschoss ist zudem nicht ausgebaut und auch nicht gedämmt. Fachleute gehen davon aus, dass aufgrund fehlender Außenabdichtung das Hangwasser dauerhaft in die Bausubstanz eindringt.

Ein weiterer Abrissbefürworter war Sepp Gramer (CSU/fraktionslos): „Eine Sanierung ist total fehl am Platz.“ Man müsse die Sache von der Wirtschaftlichkeit her sehen, fand auch Michael Hosp (CSU). Damit war er der gleichen Meinung wie Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Vielleicht könne man zwei Gebäude umsetzen und fünf oder sechs Wohnungen schaffen. Bisher beherbergt das Gebäude zwei Einheiten.

Probst warnte im Zuge der Debatte dagegen davor, Murnau „zuzuklotzen. Wir verlieren langsam das Gespür“. Am Ende stimmte eine deutliche Mehrheit von 17:5 Stimmen für den Abbruch und einen Neubau. Die Verwaltung veranlasst nun die nötigen Planungsschritte. Den Gremien soll dann auch eine Variante vorgelegt werden, bei der die städtebauliche Kontur weitgehend erhalten bleibt. Dafür hatte Maria Schägger (Freie Wähler) geworben.

Roland Lory

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