Künftiger Standort der Murnauer BRK-Rettungswache: ein Grundstück nördlich des UKM-Hubschrauberlandeplatzes.
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Künftiger Standort der Murnauer BRK-Rettungswache: ein Grundstück nördlich des UKM-Hubschrauberlandeplatzes. Das Gebäude (l.) wird abgerissen.

Kreisverband stemmt Millionenprojekt

Murnauer BRK-Rettungswache zieht um: Neubau an der Unfallklinik

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
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Die Murnauer Rotkreuz-Rettungswache wird an einen strategisch günstig gelegenen neuen Standort ziehen: Der BRK-Kreisverband will auf einer Fläche an der Unfallklinik einen Neubau errichten – ein Millionen-Projekt. Die Ehrenamtlichen sollen im Clostermann-Haus bleiben, das vor einer Sanierung steht.

  • Die Murnauer BRK-Rettungswache benötigt dringend mehr Platz und ein zeitgemäßeres Umfeld - das Clostermann-Haus an der Seidlstraße ist in die Jahre gekommen.
  • Nördlich des Hubschrauber-Landeplatzes an der Unfallklinik Murnau soll nun ein moderner Neubau für die hauptamtlichen Rettungskräfte entstehen - ein Millionen-Projekt.
  • Die ehrenamtlichen BRK-Einheiten bleiben im Clostermann-Haus, das nach Abschluss des Neubauprojekts saniert werden soll.

Murnau – Das Problem ließ sich nicht schnell und unkompliziert lösen. Doch was lange währte, könnte nun richtig gut werden. Der Kreisverband Garmisch-Partenkirchen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) hat offenbar ein für seine Zwecke perfekt gelegenes, 2200 Quadratmeter großes Grundstück gefunden, auf dem der Neubau der Murnauer Rettungswache entstehen soll, in der die hauptamtlichen Kräfte arbeiten. „Das ist ein echter Glücksfall“, betont Jörg Jovy, Pressesprecher des Kreisverbands. Ohne diese Fläche, räumt er ein, „wäre es schwierig geworden, in Murnau in absehbarer Zeit etwas Geeignetes zu finden“. Das Millionenprojekt soll nördlich des Hubschrauber-Landeplatzes an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik auf einem langgezogenen Areal zwischen Kocheler und Prof.-Küntscher-Straße entstehen – und das relativ zeitnah: „Wir gehen davon aus, dass wir noch heuer anfangen“, sagt Jovy. „Das ist keine Sache mehr für die lange Bank.“ Er betont: „Wenn eine Rettungswache an einem Ort gut aufgehoben ist, dann in der Nähe eines Unfallkrankenhauses. Das macht Sinn.“

Grundstück an der Unfallklinik für BRK-Rettungswache: Alle Beteiligten stimmen der Lösung zu

Alle, die beteiligt sind, stimmten dem Vorhaben zu und ebneten den Weg. Dazu gehört auch eine Vertragsauflösung – denn bislang hatte die Unfallklinik das Gelände langfristig gepachtet. Stattdessen wird das BRK nun eine Erbbaurechtsvereinbarung mit der Eigentümerseite abschließen. Ein bestehendes Haus auf dem Areal, in dem UKM-Mitarbeiter sitzen, die sich um die Klinikgebäude kümmern, soll nach Angaben Jovys abgerissen werden und dem BRK-Zukunftsprojekt Platz machen.

BRK-Sitz an der Seidlstraße: Probleme sind seit Jahren bekannt

Standortsuche und -entscheidung zogen sich über Jahre hin. Im März 2017 waren die Verantwortlichen mit den Problemen, die sich rund ums Clostermann-Haus stellten, an die Öffentlichkeit gegangen. Im bestehenden BRK-Sitz an der Murnauer Seidlstraße, in dem Haupt- und Ehrenamtliche noch gemeinsam untergebracht sind, fehlt es an Platz, das Gebäude selbst ist in die Jahre gekommen, die Garagen sind für viele moderne Einsatzfahrzeuge zu klein. Angesichts der schwierigen Bedingungen galt es, Weichen zu stellen: Bleibt man am bestehenden Standort, zieht man um? Soll man in einer Art Blaulichtzentrum gemeinsame Sache mit Murnaus Feuerwehr machen, die ein neues Gerätehaus benötigt, das am alten Volksfestplatz entstehen wird?

BRK in Murnau: Ehrenamtliche und Hauptamtliche werden künftig in getrennten Gebäuden sitzen

Die Antwort auf Frage zwei: BRK und Wehr gehen getrennte Wege. Bei Frage eins entschied man sich für eine Zwitterlösung: Für die hauptamtlichen Kräfte entsteht die moderne Rettungswache am UKM mit allen erforderlichen Räumlichkeiten und sieben Garagen. Die Ehrenamtlichen – dazu zählen etwa die Mitglieder von BRK-Bereitschaft, Bergwacht und Hundestaffel – bleiben im Clostermann-Haus, das nach dem Neubau an der Unfallklinik saniert wird. Das BRK plant an der Seidlstraße außerdem zeitnah zusätzliche Angebote wie Seniorennachmittage für die Bevölkerung aus Murnau und dem Umland. Auch die Ausbildung soll dort weiter über die Bühne gehen.

BRK-Kreisverband plant Rettungswachen in Murnau und Oberammergau - dafür benötigt die Organisation Unterstützung

Als Bauherr tritt der BRK-Kreisverband indes nicht nur in Murnau auf. Auch in Oberammergau soll eine neue Rettungswache entstehen. Damit kommen immense Kosten auf die Organisation zu. Deshalb sind diverse Aktionen vorgesehen, mit denen das BRK, das sonst immer Hilfe schickt, selbst um Unterstützung werben will.

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