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Zu jeder Tageszeit einen Besuch wert: die Murnauer Bucht. 

Realisierungswettbewerb als Ziel

Murnauer Bucht: Großprojekt nimmt konkrete Formen an

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Was soll aus der Murnauer Bucht werden? Seit Jahren wird über eine Neugestaltung des Freizeitareals am Staffelsee diskutiert. Der Gemeinderat will die Planungen weiter vorantreiben. Das Ziel: ein Realisierungswettbewerb. Dies beschloss jetzt das Gremium gegen den Willen der CSU, die das Projekt am liebsten auf Eis gelegt hätte.

Murnau – Tourismus-Experten sprechen beim Stichwort Murnauer Bucht gerne von einem Rohdiamanten, der geschliffen werden muss. In der Tat bietet das beliebte Erholungsgelände in bester Lage am Staffelsee enorm viel Potential. Im März hatten sich daher Teile des Gemeinderats und der Verwaltung zu einer Klausur ins Kloster Irsee zurückgezogen, um sich Gedanken über eine Neugestaltung zu machen. Dabei kam eine Art Leitbild heraus.

Wesentliche Eckpunkte sind eine zentrale Gastronomie (Kiosk und Gaststätte in einem Gebäude; etwa 50 bis 70 Meter vom See entfernt und mit freiem Seeblick), der freie Seezugang sowie das naturnahe Strandbad als „Bezahlbad“ (wir berichteten). Außerdem steht die Verkehrsberuhigung auf der Agenda. In die Überlegungen einbezogen werden sollen nicht nur der Uferbereich, sondern auch die vom TSV genutzten Flächen und das Gelände des Minigolfclubs. Als Planungshorizont wird ein Zeitraum von fünf bis acht Jahren anvisiert.

Nach einer längeren und kontroversen Debatte sprach sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit einer 16:5-Mehrheit dafür aus, das Mammutvorhaben weiterzuverfolgen. Angestrebt wird ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb, bei dem Architekturbüros Konzepte entwickeln und einreichen können. Die besagte Ideen-Sammlung der Ortspolitik soll als Vorgabe dienen. Gestrichen wurde lediglich der ursprüngliche Vorschlag, ein Parkhaus zu errichten – eine Vorstellung, mit der sich viele Volksvertreter nicht anfreunden konnten. Jetzt ist allgemein von einer neuen Parkregelung die Rede.

Die beschlossene Vorgehensweise war nicht unumstritten. Widerstand kam von der CSU-Fraktion, die bei der Klausur hinter Klostermauern gefehlt hatte. Aufgrund der anstehenden Pflichtaufgaben der Marktgemeinde – genannt werden die Neubauten des Feuerwehrgerätehauses und des Kindergartens am Längenfeldweg sowie die Straßensanierungen – sehen die Christsozialen „in den nächsten Jahren keine Handlungsmöglichkeit für eine Umgestaltung der Murnauer Bucht“, wie in einer Stellungnahme zu lesen ist. Weiter heißt es: Der Kiosk sei ohnehin neu – und der Schwimmbad-Betrieb funktioniere gut. Möglicherweise würden einmal „kleinere Investitionen“ im Küchenbereich nötig – oder man baue die Gastronomie zurück. Grundsätzlich sei gegen das Bucht-Projekt nichts zu sagen, betonte in der Sitzung Fraktionssprecherin Regina Samm. Aber: „Wir müssen den Wunsch, den wir alle haben, einige Jahre nach hinten schieben.“

Eine Sichtweise, die das Gros des Kommunalparlaments nicht teilte. Tenor der Wortbeiträge: Der begonnene Prozess dürfe auf keinen Fall gestoppt werden. Es gehe vorerst darum, einen Rahmenplan als Orientierung zu erstellen. Wann dieser tatsächlich umgesetzt wird, stehe noch nicht fest.

In den vergangenen fünf Jahren dieser Legislaturperiode habe man sich bereits 14-mal mit der Murnauer Bucht beschäftigt, sagte beispielsweise Mehr-Bewegen-Chef Phillip Zoepf – und appellierte an seine Amtskollegen: „Wir sind schon soweit gekommen. Wir dürfen nicht bremsen.“ Und auch Rathauschef Beuting meinte: „Ich finde es gut, wenn das Gremium den Planungsprozess fertigstellt.“

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