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Alles fix: (v.l.) Bado Schleifenbaum, Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting und Tobias Lux bei der Vertragsunterzeichnung für den neuen Kiosk.

Bado Schleifenbaum und Tobias Lux steigen ein

Murnauer Bucht: Neue Kiosk-Betreiber wollen Rivalitätssituation möglichst vermeiden

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Das Geheimnis um die sensible Personalie ist gelüftet: Bado Schleifenbaum (26) aus Herrsching und Tobias Lux (39) aus Tutzing bilden das Betreiber-Duo des neuen Kiosks in der Murnauer Bucht. Sie besitzen Erfahrung und arbeiten seit Jahren zusammen.

Murnau – Ihr Ziel erreichten sie im zweiten Anlauf: Schon bei der ersten Ausschreibung Anfang 2018 hatten sich Tobias Lux und Bado Schleifenbaum mit ihrem Konzept um den Pachtvertrag für den Gemeinde-Kiosk in der Murnauer Bucht beworben. Doch daraus wurde nichts, aus altbekannten Gründen: Der nötige Container wurde nicht rechtzeitig für die Sommersaison geliefert. Diese sollte nach dem Willen der Politik ein auswärtiger, türkischstämmiger Foodtruck-Betreiber gastronomisch retten; der langjährige Pächter des Vorgänger-Kiosks Platzl am See, Kurt Höller, ging leer aus. Das sorgte für Empörung, der Foodtruck-Betreiber berichtete von rassistischen Anfeindungen. Er verzichtete auf das Gastro-Geschäft, der Hauptausschuss entschied, 2018 ebenfalls die Finger davon zu lassen. Am Ende gab es gefühlt nur Verlierer.

Die heikle Vorgeschichte schreckte das Team Lux/Schleifenbaum, das für einen Neustart steht, nicht ab, es kennt auch die genauen Hintergründe nicht. Allgemein finden die künftigen Kiosk-Betreiber, die im Dezember im zweiten Anlauf den Zuschlag erhielten, es verständlich, dass eine Veränderung erst mal auch Unmut hervorrufen kann, wenn etwas lange Bestand hatte. Doch sie richten den Blick nach vorne. Die Männer, die im Ringen um den Fünf-Jahres-Pachtvertrag rund 20 Mitbewerber ausstachen, wollen „mit offenen Augen und Herzen“ auf Gäste zugehen – und sie setzen auf ein freundliches sowie respektvolles Miteinander mit Gastronomie-Kollegen. In der Nähe betreibt etwa Kurt Höller das Lido.

Schleifenbaum und Lux betreten in der Bucht kein Neuland. Der Tutzinger Lux (39), der verheiratet und Vater von drei Kindern ist, durchlief einst eine kaufmännische Ausbildung im Lebensmittelbereich. Danach arbeitete er eigenen Angaben zufolge „unter anderem im vertrieblichen wie auch gastronomischen Umfeld sowie im Event-Bereich“. Schleifenbaum (26), der in Herrsching wohnt, wechselte direkt nach seiner Ausbildung zum Bootsbauer in die Gastronomie und hat seither „in Betrieben wie Strandbädern, im Catering und in der Eventgastronomie“ sein Geld verdient. Die Partner kennen einander seit rund acht Jahren. „Wir haben schon bei mehreren Projekten, zuletzt in einem sehr ähnlichen Kioskbetrieb, zusammengearbeitet“, so Lux. Und dabei „schnell gemerkt, dass wir zum einen menschlich und zum anderen aber auch arbeitstechnisch sehr gut harmonieren und funktionieren“.

Die Kiosk-Ausschreibung leitete eine gute Freundin an Schleifenbaum weiter, dieser zeigte sie Lux. Der 39-Jährige „wusste gleich, um welche Lokalität es sich handelt, da meine Familie und ich schon mehrfach im benachbarten Lido essen waren. Wir sind oft und gerne in Murnau, da ich hier auch langjährige Freundschaften habe“. Die Männer sahen sich vor Ort um und hatten, so Lux, „sofort Ideen im Kopf“. Sie machten sich an ein Konzept, bewarben sich.

Die Attraktivität des künftigen Kiosks, der am 1. April in Betrieb gehen soll, macht für Lux und Schleifenbaum die „außergewöhnlich tolle Lage mit allem, was dazugehört“, aus: Nähe zu Bahnhof und Ortskern, guter Ausgangspunkt für Unternehmungen rund um den See, sonnige Liegewiese. Das Betreiber-Duo sieht darin ein „wunderbares Komplettpaket“.

Aktuell befindet sich eine Betreibergesellschaft für den Kiosk in Gründung, man organisiert sich. Die Vorbereitungen vor Ort sollen anlaufen, sobald absehbar ist, wann der Imbiss – Gastro- und WC-Container erhalten eine Holzverschalung sowie ein Dach – fertiggestellt ist. Schleifenbaum und Lux kündigen an, auch Sitzplätze anzubieten; bis zu 40 sind erlaubt. Bei der gastronomischen Ausrichtung und beim Angebot wollen sie „nach Möglichkeit keine Rivalitätssituation entstehen lassen“. Personell soll der Betrieb, so Schleifenbaum, „ein Gesicht und feste Ansprechpartner“ bekommen. Lux betont, man werde „den größtmöglichen Teil selbst abdecken“. Zu Stoßzeiten und im Hochsommer planen die beiden Unterstützung von freien und festen Mitarbeitern ein.

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