Murnauer Christkindlmarkt auf dem KTM-Vorplatz
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Beliebt und alle Jahre wieder gut besucht: der Murnauer Christkindlmarkt auf dem KTM-Vorplatz.

Angst vor Corona-Ansteckungen und vor zu großer Resonanz

Organisatoren befürchten Zuschauer-Massen: Murnauer Christkindlmarkt abgesagt

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
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Die Murnauer Vereinsgemeinschaft verzichtet heuer auf ihren Christkindlmarkt. Grund: die Corona-Pandemie. Die Verantwortlichen wollen keinen Ansteckungsherd schaffen, dazu kommt die Angst vor einem Kontrollverlust. Sie befürchten, wegen der vielen ausfallenden Weihnachtsmärkte in der Region sonst von Besuchermassen überlaufen zu werden.

  • Die Vereinsgemeinschaft hat den beliebten Murnauer Christkindlmarkt für heuer abgesagt.
  • Die Organisatoren wollen Corona-Ansteckungen verhindern und sehen die Gefahr, wegen der vielen Absagen in der Region von Besuchern überrannt zu werden.
  • 38 Stände waren für den diesjährigen Weihnachtsmarkt bereits angemeldet.

Murnau – Leicht fiel dieser Schritt keinem der Beteiligten – doch am Ende gab es keinen anderen Weg. „Schweren Herzens“, sagt Michael Montag, habe sich das Organisationsteam der zuständigen Vereinsgemeinschaft entschlossen, den Murnauer Christkindlmarkt im Dezember abzusagen. Die Entscheidung gaben Montag und Josef Bierling am Wochenende bekannt. Beide gehören dem Orga-Team an, das sich auf dieses Vorgehen verständigt hatte. „So schade es ist – aber ich glaube, es ist richtig“, erklärt Bierling.

Weit und breit kein anderer Markt: Murnauer Organisatoren haben „Angst, überlaufen zu werden“

Der Hintergrund der Absage hat – keine Frage – direkt und indirekt mit der Corona-Pandemie zu tun, die momentan wieder an Tempo gewinnt. Die Verantwortlichen sorgen sich um die Sicherheit aller Beteiligten: „Wir sehen in momentan allen Veranstaltungen die Gefahr einer möglichen Ansteckung“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung, die Montag und Bierling fürs Orga-Team verfassten. Zudem lasse sich zum momentanen Zeitpunkt nicht abschätzen, wie sich die Lage bis Dezember weiter entwickle. Das stellt ein Problem dar für Geschäftstreibende, für beteiligte Organisationen und die Vereinsgemeinschaft, die sich auf die Veranstaltung vorbereiten müssen. Und: „Auch rechneten wir mit einem starken beziehungsweise größeren Besucherandrang als normal, da weit und breit kein Markt mehr stattfinden wird.“ Montag stellt klar: „Wir hatten Angst, überlaufen zu werden“, es gab die Furcht vor einer „Eskalation“. Aktuell waren 38 Stände für die beliebte Veranstaltung angemeldet, die seit ein paar Jahren nicht mehr direkt im Markt, sondern auf dem Vorplatz des Kultur- und Tagungszentrums stattfindet. „Man hätten das locker gestalten können – nicht aber, wenn doppelt so viele Besucher kommen wie sonst“, erklärt Montag. 8000 bis 10 000 Interessierte sind seinen Angaben nach die Regel.

Christkindlmarkt abgesagt: Auch andere Murnauer Veranstaltungen fallen aus - da soll es keine Extrawurst geben

Weitere Schwierigkeit: Ein notwendiges Sicherheits- und Hygienekonzept lasse sich noch gar nicht erstellen, heißt es. Zudem hatten die Organisatoren bei ihrer Entscheidung auch die Behörden im Blick, die sie nicht in eine Bredouille bringen wollen. Es liege „uns fern, zum momentanen Zeitpunkt von der Gemeinde Entscheidungen zur Durchführung einzufordern, die ebenfalls noch gar nicht getroffen werden können“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Montag konkretisiert im Tagblatt-Gespräch, man habe „ein so gutes Verhältnis“ zur Gemeinde, in diesem Fall speziell zu Ordnungsamts-Chef Florian Krammer, zur Tourist-Info sowie zum Bauhof. „Denen wollten wir kein Ei ins Nest legen.“ Auch eine Extrawurst mochten die Organisatoren nicht für sich reklamieren. So verweisen Montag wie Bierling auf die vielen etablierten Murnauer Veranstaltungen, die in Folge der Corona-Pandemie ausfielen: vom Töpfermarkt über das Grenzenlos- und das MurNow-Festival bis zum Volksfest. „Würde der Christkindlmarkt stattfinden, wäre das unfair allen anderen gegenüber, die absagen mussten“, findet Montag. Am Ende konnte es für das Orga-Team nur einen Schluss geben: „die Vernunft walten zu lassen und uns bereits jetzt auf einen wie gewohnten tollen und beliebten Markt 2021 zu freuen“.

Im Juli hatten die Organisatoren zunächst noch beschlossen, mit der Planung zu beginnen und die Entscheidung aufzuschieben. Nun ist sie gefallen.

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