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Ein Besuchermagnet: der Christkindlmarkt in der Murnauer Fußgängerzone.

KTM-Vorplatz statt Fußgängerzone 

Murnauer Christkindlmarkt zieht um

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Der Christkindlmarkt der Vereine hat seinen festen Platz in Murnaus Veranstaltungskalender. Heuer gibt es eine Änderung, die im Ort bereits für reichlich Gesprächsstoff sorgt: Das Hütten-Spektakel verlässt die Fußgängerzone – und zieht auf den KTM-Vorplatz.

Murnau – Spekulationen hielten sich schon länger, doch jetzt herrscht Gewissheit: Das Organisationsteam der Murnauer Vereine-Gemeinschaft, die jedes Jahr am dritten Adventswochenende den zweitägigen Christkindlmarkt auf die Beine stellt, teilte kürzlich auf seiner Facebook-Seite den bemerkenswerten Schritt mit: Die Traditionsveranstaltung, die mit schätzungsweise 6000 bis 8000 Besuchern ein Publikumsmagnet ist, siedelt vom Obermarkt auf das weiträumige Areal vor dem Kultur- und Tagungszentrum (KTM) um. Heuer soll der neue Standort Premiere feiern. Im Internet gibt es bereits einen ersten Plan, wo die Stände der Vereine und Fieranten stehen könnten.

Der Ortswechsel stellt eine Zäsur dar. Denn der Christkindlmarkt schien eine feste Größe in Murnaus „guter Stube“ zu sein. Das Bild von der Hüttengasse inmitten der schmucken Bürgerhäuser hat sich eingeprägt – bei Einheimischen und Gästen. „Die Entscheidung fiel uns allen nicht leicht, das Flair, die Murnauer Fußgängerzone, der Charme“, räumt das Organisationsteam ein.

Sprecher Josef Bierling nennt auf Tagblatt-Nachfrage eine ganze Reihe an Gründen, die zu der Neuausrichtung geführt hätten. Entscheidend sei: Vor dem KTM – genutzt werden soll das gesamte Gelände inklusive des Abschnitts der Bahnhofstraße bis rüber zur Postgasse – habe man endlich genügend Platz. Nicht nur für die rund 50 Stände, sondern auch für mögliche Extras wie ein Kinderkarussell. Auch sei es dort leichter, so der CSU-Gemeinderat weiter, die strengen Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Dazu zählen in erster Linie die Rettungswege, die freigehalten werden und eine bestimmte Breite aufweisen müssen. Bierling verweist außerdem auf Reibereien mit Ladenbetreibern in der Fußgängerzone, zu denen es in der Vergangenheit gekommen sei. Einige hätten sich wegen der Buden vor ihren Schaufenstern beschwert. Andere hätten selbst welche aufgestellt, um ihre eigenen Waren zu verkaufen. „Das ist in den letzten Jahren immer mehr geworden“, berichtet Bierling. Dabei wolle man nicht wachsen, sondern die heimelige Atmosphäre bewahren. Bierling kann sich mit dem KTM-Platz gut anfreunden. Das Bündnis der rund 30 Vereine habe vor, dort dauerhaft zu bleiben. Wichtig ist in seinen Augen die fußläufige Verbindung zur Fußgängerzone.

Und was sagen die Geschäftsleute dazu? Andreas Müssig, der neben dem Rathaus einen Blumenladen betreibt, spricht in einer ersten Reaktion von einer „optimalen Lösung. Das nimmt die Enge aus dem Markt“. Der Budenzauber der Vereine sei auf dem neugestalteten KTM-Areal gut aufgehoben und belebe weiterhin die Einkaufsmeile im Ortskern, meint der CSU-Gemeinderat.

Auch Jan-Ulrich Bittlinger, Wirtschaftsförderer der Gemeinde und Vize-Chef des Wirtschaftsfördervereins, bescheinigt dem neuen Standort ein „schönes Ambiente“. Allerdings müsse man sich Gedanken machen, wie das Einkaufserlebnis in Murnau speziell in der Vorweihnachtszeit attraktiver werden kann. „Ziel muss es sein, die Umsätze der Einzelhändler deutlich zu erhöhen.“

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