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Treffpunkt des Partyvolks: Murnaus „Karma“ war lange Zeit eine angesagte Disko.

Zu wenig Besucher

Murnauer Disko „Karma Club“ ist Geschichte

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Das Angebot für Partygänger in Murnau dünnt aus: Die Diskothek „Karma Club“ machte bereits vor Kurzem dicht. Und Ende März will auch die Betreiberin der „Bachida“-Bar aufhören. Wie es an den beiden Standorten im Ortszentrum weitergeht, steht noch nicht fest.

Murnau – Murnaus Nachtgastronomie hatte bislang einiges zu bieten. Das meist jugendliche Partyvolk konnte gleich zwei Diskotheken ansteuern: den „Marilyn Park“ im Gewerbegebiet Strassäcker und den „Karma Club“ auf der Rückseite des Zacherl-Gebäudes am Untermarkt. Nicht schlecht für einen Ort mit rund 12 000 Einwohnern. Doch die „Karma“, wie viele Murnauer den Tanztempel kurz und knapp nannten, ist Geschichte. Dieser feierte kürzlich im Januar mit einer „Closing Party“ überraschend den Abschied.

„Es kam mir fast vor wie eine Beerdigung“, sagt Betreiberin Karin De Stefano, die sich, wie sie betont, „schweren Herzens“ von dem Lokal mit dem orientalischen Ambiente trennen muss und diese Woche mit Ausräumarbeiten beschäftigt war. Dass ihr dieser Schritt schwerfällt, ist nachvollziehbar. Immerhin verbrachte sie dort rund 15 Jahre ihres Berufslebens, zuerst als Barfrau und dann die vergangenen fünf Jahre als Pächterin und Chefin.

Aber das Geschäft habe sich einfach nicht mehr gerechnet, berichtet die 56-jährige Gastronomin. Die Besucher seien immer weniger geworden – obwohl sie versucht habe, mit Mottopartys verschiedene Altersgruppen anzusprechen. „Leider hat sich das Ausgehverhalten in den letzten Jahren stark geändert“, sagt die gelernte Bürokauffrau aus Weilheim, die den „Karma Club“ zusammen mit ihrem Ehemann managte. Diskos haben ihrer Ansicht nach bei der jüngeren Generation generell an Bedeutung verloren. Sehen und gesehen werden: Das finde heutzutage im Internet auf Facebook, Instagram &. Co. statt – aber nicht mehr auf der Tanzfläche. „Ein weiterer Punkt ist natürlich auch, dass das Geld nicht mehr so locker sitzt wie früher“, meint De Stefano. Das Rauchverbot und die Stadlfeste als Konkurrenz seien erschwerend hinzugekommen.

Die Entwicklung ist bemerkenswert: Immerhin war die „Karma“, die vor etwa 15 Jahren Eröffnung feierte, ursprünglich „Karma Lounge“ hieß und später in „Karma Club“ umbenannt wurde, einst ein angesagter Szenetreff, der Großstadtflair versprühte und sogar Münchner Publikum anlockte. Top-Diskjockeys, vor allem aus der House-Sparte, machten die Nacht zum Tag.

Und was wird jetzt aus den Räumlichkeiten? Eigentümer Georg Hutter bleibt entspannt: „Ich weiß noch nicht. Mal schauen.“ Wahrscheinlich werde es wieder auf einen Gastro-Betrieb hinauslaufen, erklärt der Murnauer. Er sei aber auch für andere Ideen offen. Bereits seit den 1970er Jahren waren in dem Gebäudeteil Tanzlokale beheimatet.

Doch das „Karma“-Ende ist nicht alles. Die Bar „Bachida“ im Griesbräu-Innenhof, ebenfalls ein Tummelplatz zu später Stunde, steht vor einer unsicheren Zukunft: Christina Prager, seit fast vier Jahren Betreiberin, wirft hin. Die Gaststätte sei zwar gut gelaufen, erklärt die 26-jährige Betriebswirtin aus Uffing. Aber sie sei sich mit dem Mieter – Prager ist Untermieterin – über die Ablöse für das Inventar nicht einig geworden. Ende März sei daher Schluss. Die Chancen stehen aber gut, dass es weitergeht. Jedenfalls kündigt Eigentümer Klaus Keller schon mal an, zusammen mit dem besagten Mieter am Fortbestand des Lokals festzuhalten.

Prager schmiedet indessen neue Pläne: Sie könne es sich gut vorstellen, sagt sie, in Murnau ein anderes Gastro-Projekt anzupacken.

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