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Brettspiel für die ganze Familie: Gábor Krebsz spielt mit Tochter Barbara „Spyporter“. Enkelin Natalie (1) schaut schon mal zu, wie‘s geht

innovation

Murnauer erfindet Spiel: Schach einmal anders 

Gábor Krebsz (48) aus Murnau erfindet „Spyporter“. Ein Spiel für die ganze Familie. Es ist ähnlich wie Schach und dennoch ganz anders.

Murnau – Schach umgekehrt spielen. Diese Idee kam Gábor Krebsz aus Murnau vor 16 Jahren das erste Mal. Seitdem ging sie ihm nicht mehr aus dem Kopf: Der gebürtige Ungar aus Zebegény an der Donau, der seit sechs Jahren in der Marktgemeinde lebt, hat seinen Einfall nach dieser langen Zeit endlich in die Tat umgesetzt und das Brettspiel „Spyporter“ entwickelt. Vom Prinzip her ist es ähnlich wie Schach. Auch hier gibt es 32 Figuren und 64 Felder in Form von kleinen Quadraten. Und dennoch funktioniert „Spyporter“ nach eigenen Regeln. Umgekehrt eben. Die Spielsteine sehen beispielsweise anders aus. Bei Krebsz Version sind sie schlicht – ähnlich wie bei „Mensch ärgere Dich nicht“ – und erscheinen nicht als imposante Dame, als Springer oder als Bauer. Letzterer darf sich beim Schach ja ausschließlich geradeaus nach vorne bewegen. Auch das ist bei Krebsz Version anders. Die Richtung auf dem Brett geben nicht die Figuren an, sondern kleine Pfeile, die auf den blauen, weißen und schwarzen Feldern zu sehen sind. Und es gibt noch eine Besonderheit: Auf zwei Quadraten ist der Buchstabe „S“ abgebildet. Er steht für „Spyporter“ - dem Namensgeber für das Spiel. „Kommt man auf diese Felder, darf man in jede Richtung weiterziehen“, sagt Krebsz. Zwei Joker quasi.

Die Idee kam schon vor 16 Jahren

Die ersten Prototypen hat der gelernte Elektromechaniker in Ungarn fertiggestellt. Gleich nachdem ihm seine Idee gekommen war. Die Entwürfe verschwanden dann für lange Zeit in der Schublade. „Erst als er von einem Mann gelesen hat, der etwas ähnliches entwickeln wollte, hat er das Spiel so schnell wie möglich patentieren lassen“, erzählt Tochter Barbara Bokos. Das war im April vergangenen Jahres. Danach wollte es der 48-Jährige, der in Murnau als Hausmeister arbeitet, genauer wissen. 500 Exemplare hat er von „Spyporter“ produzieren lassen. Damit zog er auf die internationale Spielemesse in Essen. „Dort kam die Idee gut an“, sagt Krebsz. Eine beträchtliche Anzahl konnten sie noch vor Ort verkaufen. Jetzt sucht er eine Firma, die seine Innovation auf dem Markt vertreibt. Einige Unternehmen haben bereits Interesse angekündigt. „Wir sind in Verhandlungen“, sagt Tochter Barbara Bokos. Die Anfragen nimmt sie entgegen. Sie unterstützt ihren Vater als Marketing-Expertin.

Leicht zu lernen, gut für die Logik

Als solche muss sie sich mit dem Spiel natürlich gut auskennen. Das fällt ihr nicht schwer. Bei zahlreichen Testphasen hat sie es immer wieder ausprobiert. „Ich kann bezeugen, dass es sowohl für Kinder als auch für Erwachsene perfekt geeignet ist“, sagt Bokos, die mittlerweile selbst Mutter einer Tochter ist. „Es ist recht einfach zu lernen und schult die Logik.“

Die 22-Jährige engagiert sich für ihren Vater mit voller Überzeugung und hilft ihm dann und wann auch dabei, bei der Sache zu bleiben. „Papa hat immer Ideen“, sagt sie. „Sie sprudeln nur so aus ihm heraus.“ In der Heimat organisiert er etwa seit einigen Jahren das kleinste Musikfestival Ungarns. Selbst spielt er Saxofon. Am liebsten Jazz. Mit seinen Einfällen könnte er sich manchmal überschlagen, sagt die Tochter und muss schmunzeln. „Ich sage immer zu ihm, erst das Spiel, dann die anderen Projekte‘.“

„Spyporter 2“ ist bereits in Arbeit

Das hat sich Krebsz zu Herzen genommen. Gerade tüftelt er an „Spyporter 2“. Wird seine einjährige Enkelin Natalie darin Profi? „Auf jeden Fall“, sagt die Mama und lacht. „Sobald sie sechs ist, fangen wir an zu üben.“

Weitere Informationen

gibt’s im Internet unter www.spy porter.com/spystartseite.html.

Magdalena Kratzer

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