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Künftig ein Blaulicht-Campus? Das Areal am alten Murnauer Volksfestplatz dient derzeit vielen als Parkmöglichkeit.

Murnauer Feuerwehr-Standort: Entscheidung steht an 

BRK setzt auf gemeinsamen Blaulicht-Campus

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Bei der Feuerwehr Murnau hat in der Frage des Gerätehaus-Standorts ein Umdenken stattgefunden. Die Führung zieht nun einen Neubau am alten Volksfestplatz dem am Viehmarktplatz vor. 

Murnau– Kein Zweifel: Murnau benötigt ein neues Feuerwehr-Gerätehaus. Die Situation in dem rund 40 Jahre alten Gebäude am Viehmarktplatz ist nicht mehr zeitgemäß, die Enge bereitet Probleme. Eine Lösung muss also her, und das so rasch wie möglich: „Wir sind ein bisschen unter Druck, in Zugzwang“, sagt der Erste Kommandant Florian Krammer. Nach vielen Diskussionen steht nun die Phase der Entscheidung an. Ende Juni wird ein Arbeitskreis Vor- und Nachteile noch einmal abwägen und eine Standort-Empfehlung aussprechen. Zwei Neubau-Varianten stehen zur Auswahl: auf dem bisherigen Areal am Viehmarktplatz oder am alten Volksfestplatz unweit des Rewe-Marktes.

Murnaus Feuerwehr hatte sich in der Vergangenheit klar für den gewohnten Standort positioniert. Doch es setzte ein Umdenkprozess ein. An alter Stelle sei „zu wenig Platz“, sagt Krammer heute. In seinen Augen macht es keinen Sinn, am Limit zu bauen: „Das Gebäude muss zukunftssicher sein.“ Deshalb spricht sich die Feuerwehr-Führung dafür aus, den potenziellen neuen Standort zu favorisieren – also jenen am alten Festplatz.

Die Entscheidung trifft am Ende der Gemeinderat. Die Basis bildet die Empfehlung des Arbeitskreises. Ihm gehören Erster Bürgermeister Rolf Beuting, Vertreter der Gemeinderats-Fraktionen und der Feuerwehr-Referent im Gremium, Michael Hosp, die Wehr-Kommandanten aus Murnau, Hechendorf und Weindorf sowie Kreisbrandrat Johann Eitzenberger an.

BRK-Kreisgeschäftsführer Klemens Reindl harrt gespannt der Antwort auf die Standort-Frage, er hätte sie gerne schon 2017 gekannt. Denn: Die Kräfte im Murnauer BRK-Haus an der Seidlstraße, in dem die Mitarbeiter der Rettungswache ebenso untergebracht sind wie Ehrenamtliche diverser Rotkreuz-Sparten, haben die identischen Probleme wie die Feuerwehr-Kollegen. Auch ihr Gebäude ist in die Jahre gekommen – und auch ihnen fehlt es an Platz. „Wir scharren mit den Füßen und hoffen, dass möglichst bald eine Entscheidung vorliegt“, sagt Reindl. Er macht kein Geheimnis daraus, dass ein Neubau auf dem alten Volksfestplatz für den Kreisverband „eine sehr interessante Option“ wäre – und die Variante, der das BRK den Vorzug geben würde. Die zweite Möglichkeit wäre, am alten Standort an der Seidlstraße zu investieren, der ein sehr beengtes Umfeld aufweist. „Wir würden nicht warten, wenn uns das lieber wäre“, sagt Reindl. Es spreche einiges für einen Blaulicht-Campus, findet er: ein Areal, auf dem sich sowohl BRK als auch Wehr ansiedeln und Synergieeffekte nutzen könnten. Kontakt zur Gemeinde gab es. „Wir sind sofort da, um die Gespräche weiterzuführen“, sagt Reindl, der „zügig zu einer Lösung kommen“ möchte.

Vorerst liegt der Ball im Feld des Arbeitskreises, der sich mit dem Feuerwehr-Standort befasst. Ein Architekt wird nach Angaben von Referent Hosp in der Sitzung Ende Juni Vor- und Nachteile der Varianten erläutern. Hosp hält beide für gut und geeignet, die zukunftweisende Option aber sei jene am alten Volksfestplatz. „Und die Feuerwehrführung muss für die nächsten 50 Jahre denken“, betont Hosp. Diese habe intern viel über die Standortfrage diskutiert.

Sie stellt Teil zwei des Feuerwehrbedarfsplans dar, den der Arbeitskreis und ein Fachbüro erarbeiteten. Zunächst war untersucht worden, welche technische und personelle Ausstattung die Wehr benötigt, um ihre vielen Aufgaben erfüllen zu können. Auf dieser Basis ließ sich die erforderliche Größe des Gerätehauses bestimmen.

Die Ergebnisse des Arbeitskreises, hieß es aus dem Rathaus, „werden dem Gemeinderat zeitnah in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt“. Das Gremium werde unabhängig davon, welchen Feuerwehr-Standort es präferiere, „die Verwaltung vermutlich mit ersten Planungen beauftragen“. Zweite Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler), die derzeit Beuting vertritt, spricht sich „für die Beibehaltung des alten Standorts“ aus, „wenn das irgendwie machbar ist. Auf dem alten Volksfestplatz sehe ich zu viele Unwägbarkeiten, gerade bei möglichen Altlasten“. Sollte nur dieser in Frage kommen, so Stewens, „muss auf jeden Fall eine Lösung für die wegfallenden Parkplätze gefunden werden“.

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