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Teures Pflaster: der Markt Murnau. 

Murnauer fordert Einheimischenmodell

Unterschriftenaktion für bezahlbaren Baugrund gestartet

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Baugrund ist in Murnau rar und teuer. Die Folge: Gerade die jungen Einheimischen, die hier gerne bleiben würden und von einem Eigenheim träumen, müssen mitunter notgedrungen wegziehen. Dies will Stefan Kurz nicht länger hinnehmen – und startete jetzt eine Unterschriftenaktion.

Murnau – Das Problem ist bekannt: Für junge Murnauer wird es immer schwieriger, sich in ihrem Heimatort ein eigenes Zuhause zu schaffen – selbst wenn sie ganz gut verdienen. Denn die Preise für Bauland steigen und steigen – und haben aufgrund des knappen Angebots schwindelerregende Höhen erreicht. 1000 Euro pro Quadratmeter sind mittlerweile keine Seltenheit.

„Die Lage verschlechtert sich immer weiter“, fasst der 28-jährige Stefan Kurz das Dilemma zusammen. Dem wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Uni Augsburg geht es wie vielen seiner Murnauer Altersgenossen. Er ist in der Staffelsee-Gemeinde aufgewachsen und sieht hier seine Zukunft. „Hier bin ich verwurzelt“, sagt der Betriebswirt. Doch die Chancen, eines Tages ein Häuschen zu besitzen, sind angesichts der angespannten Lage auf dem Immobilienmarkt nicht sehr hoch. „Selbst für die Mittelschicht ist es nicht möglich, Wohneigentum zu schaffen“, resümiert Kurz, der derzeit mit Freunden in einer WG lebt. Einfamilienhäuser werden seinen Angaben zufolge teilweise für über eine Million Euro gehandelt – Größenordnungen, bei denen die meisten passen müssen.

Aus diesem Grund wird der Murnauer jetzt aktiv – und versucht, politischen Druck aufzubauen. Diese Woche startete er eine Unterschriftensammlung. Die zentrale Forderung: Der Gemeinderat soll ein Einheimischenmodell, das in der Diskussion über bezahlbaren Wohnraum immer wieder im Gespräch ist, voranbringen. Für solch ein Projekt hat sich das Gremium – Anlass war ein Antrag der Mehr-Bewegen-Fraktion – heuer im April ausgesprochen (wir berichteten). Die Verwaltung wurde damit beauftragt, ein geeignetes Grundstück zu suchen sowie einen Kriterienkatalog zu erarbeiten.

Kurz, der betont, keine parteipolitischen Interessen zu verfolgen, will mit seiner Initiative erreichen, dass den Absichtserklärungen konkrete Taten folgen. „Es geht darum, langfristig eine Perspektive zu haben“, erklärt er. Der junge Mann ist überzeugt: Mit ein paar wenigen Parzellen ist es nicht getan. Es müssten schon in einem größeren Umfang Flächen entwickelt werden, um die Situation zu entschärfen. Realistisch wären seiner Ansicht nach kleine Baugrundstücke, etwa für Reihenhäuser.

Die Listen der Unterschriftenaktion liegen in der Lavazza-Bar im Untermarkt aus. Ende Oktober will sie Kurz auf der Bürgerversammlung an Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) übergeben. Mit dem Rathauschef hat sich der 28-Jährige bereits getroffen – und ihm eine umfangreiche „Anfrage zum Status quo des geplanten Einheimischenmodells in Murnau“ geschickt. Ziel sei es, ist in dem Schreiben, das auch dem Tagblatt vorliegt, zu lesen, „dem Thema Einheimischenmodell noch mehr politische Brisanz zu verleihen und darzulegen, dass die Schaffung von ,Wohnraum für Einheimische’ vielen jungen Menschen am Herzen liegt“.

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