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Teure Angelegenheit: der Bau und Unterhalt eines Hallenbads.

Förderverein drängt auf Entscheidung

Hallenbad-Streit: Ortspolitik unter Zugzwang

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Bekommt Murnau ein Hallenbad – oder nicht? Der Druck auf die Ortspolitik wächst, in dieser Frage endlich Farbe zu bekennen. Auch der Förderverein, der sich für den Bau einer solchen Sportstätte stark macht, fordert eine Grundsatzentscheidung.

Murnau – Es geht um Geld, richtig viel Geld: Ein Fachbüro schätzt die Baukosten für ein Murnauer Hallenbad, das vornehmlich für den Schulschwimmunterricht genutzt wird, auf rund sieben Millionen Euro. Zusammen mit einem möglichen Grundstückskauf und der Mehrwertsteuer würde sich die Summe auf zehn Millionen Euro erhöhen. Für den Gemeinderat scheint klar zu sein: Ohne Unterstützung des Landkreises wäre dieses Mammutprojekt nicht zu schultern. Schließlich sei dieser, so das Argument, für einen Großteil der Schüler (Staffelsee-Gymnasium und Realschule) zuständig.

Doch die Situation ist verfahren. Zur Erinnerung: Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) kassierte in einer Sitzung des Kreisausschusses mit seinem Antrag auf Landkreisgelder eine Abfuhr – und wurde von seinem Erzrivalen, Altbürgermeister und Vize-Landrat Dr. Michael Rapp (CSU), vorgeführt. Über eine Übernahme von Kosten, hieß es zur Begründung, könne man erst abstimmen, wenn die Marktgemeinde das Hallenbad-Vorhaben beschließt. An dieser Sichtweise hat sich nichts geändert: „Der Ball liegt in Murnau“, sagt eine Sprecherin der Kreisbehörde auf Nachfrage. Doch Beuting ist bekanntlich anderer Meinung – und besteht zuerst auf eine Zuschuss-Zusage.

In die Debatte klinkt sich jetzt auch der rund 50 Mitglieder starke Förderverein für ein Murnauer Hallenschwimmbad ein. „Wir würden uns wünschen, dass die Debatte wieder die sachliche Ebene erreicht“, sagt der Vorsitzende Stephan Schwertl, der sich in der Angelegenheit mit einem Leserbrief an die Redaktion gewandt hat. Seiner Ansicht nach werde das Thema „emotional hochgekocht“, erklärt er im Tagblatt-Gespräch. Schwertl sieht ebenfalls den Murnauer Gemeinderat am Zug. Das Gremium müsse Position beziehen – und sich für oder gegen die Einrichtung aussprechen. Denn: „Dort liegt die Verantwortung über die Zukunft hinsichtlich dieses Projekts.“ Zwar habe sich die Kreispolitik in der Finanzierungsfrage noch nicht festgelegt, räumt der Sportlehrer am Staffelsee-Gymnasium ein. Aber zumindest sei von der Kreisverwaltung das Signal nach Murnau gesendet worden, dass der Landkreis bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. In der Tat ist in einer Beschlussvorlage die Rede von einem Investitionskostenzuschuss in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro – und davon, Eintrittsgelder zu bezahlen. „Die rechtliche Seite ist geklärt. Wir sind absolut zufrieden“, resümiert Schwertl.

Für den Pädagogen wäre der Bau auf einem Gemeinde-Grundstück der Königsweg. Er kalkuliert mit der genannten Finanzspritze des Landkreises und weiteren Fördergeldern in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro. Dann müsste der Markt bei sieben Millionen Euro Baukosten „nur“ noch rund 2,9 Millionen Euro aufbringen. Schwertl: „Diese Summe sollte für Murnau machbar sein. Wichtig wäre es, nach Wegen zu suchen, die Betriebskosten zu senken.“ Möglicherweise, so der Lehrer weiter, finden sich auch Sponsoren. Seiner Meinung nach ist am Schulstandort Murnau ein Hallenbad unbedingt nötig. Derzeit finde kein Schwimmunterricht statt – obwohl dieser in den Lehrplänen stehe. In eine Anlage in der Umgebung auszuweichen, würde seiner Einschätzung nach aus logistischen Gründen nicht funktionieren.

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