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Plattform im Internet: Die Seite www.gemeinsam-im-oberland.de soll zu einer Anlaufstelle für Unternehmen, Helfer und Hilfesuchende werden.

Initiative aus Murnau

Homepage mit allen Corona-Infos: Zusammenhalten in der Krise

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Die Corona-Krise schweißt die Menschen zusammen: In Murnau entsteht derzeit eine Homepage, die die vielen Hilfsleistungen im gesamten Oberland und Service-Themen bündeln soll. Einzelhändler und Gastronomen versuchen indessen, sich mit Bestell- und Lieferangeboten über Wasser zu halten.

Murnau – Die Corona-Pandemie stellt Gesellschaft und Wirtschaft auf eine harte Belastungsprobe – auch in Murnau. Doch die Ausnahmesituation bringt auch viel Kreativität, Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt hervor. Bestes Beispiel: In der Staffelsee-Gemeinde wird derzeit unter Hochdruck eine Homepage aufgebaut, die einen Überblick über Hilfen sowie Informationen zur aktuellen Krise liefern soll – und das in den drei Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Bad Tölz Wolfratshausen.

Auf der Internetseite, die erst seit Kurzem unter der Adresse www.gemeinsam-im-oberland.de zu erreichen ist, stehen bislang noch relativ wenig Einträge. Das soll sich aber in den kommenden Tagen ändern. Entstehen soll ein großer Corona-Datenpool. Die Idee dazu hatte Grünen-Ortspolitikerin Veronika Jones, die das Projekt zusammen mit Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger und Achim Holzmann, einem Unternehmer aus dem Innovationsquartier, zum Laufen brachte. „Das kann man auch nach Corona weiterverwenden“, findet Jones. Es mache Sinn, die vielen Informationen zentral zusammenzutragen und allen zur Verfügung zu stellen. Das Ganze ist natürlich kostenlos.

Die Palette der geplanten Tipps und Hinweise fängt bei Liefer- und Bestellofferten von heimischen Gaststätten und Geschäften an und hört bei den Angeboten von Freiwilligen auf, die anderen helfen möchten. Das kann beispielsweise das Erledigen von Einkäufen sein.

Die Unternehmer der Region bräuchten Perspektiven, betont Bittlinger, der die Homepage-Aktion als eine Privatinitiative bezeichnet. Das Ziel: „Es geht darum, den Wirtschaftskreislauf in Bewegung zu halten.“

Wie berichtet, drohen viele Einzelhändler und Gastronomen in Zeiten des Shutdowns in die Existenzkrise zu schlittern. Bund, Freistaat und die Marktgemeinde Murnau haben zwar dicke Hilfspakete aufgelegt, um eine Pleite- und Entlassungswelle abzuwenden. Doch die Unsicherheit, wie es weitergehen soll, bleibt. Viele Geschäfte sind vorübergehend geschlossen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. „Es ist schon hart“, fasst Guntram Gattner, Buchhändler und Vorsitzender des Wirtschaftsfördervereins, die Lage zusammen. Viele hätten die Hoffnung, dass sie nach den Osterferien ihre Läden aufsperren können und dann wieder ein öffentliches Leben stattfindet. Das Dilemma etlicher Mittelständler: Sie müssen massive Umsatzeinbrüche verkraften, aber dennoch die laufenden Fixkosten stemmen.

Die Not macht erfinderisch: So manch ein Geschäftsmann versucht, mit einem Bestell- und Lieferservice wenigstens ein paar Euro zu verdienen. Auch Gattner. Kunden können bei ihm Bücher online oder telefonisch ordern. „Das wird rege in Anspruch genommen“, sagt der Ex-Gemeinderat. Aber die Einbußen könnten damit nur zu einem Bruchteil ausgeglichen werden. „Das ist bei Weitem nicht das, was wir bräuchten.“

Ähnliches berichtet Marco Pollini, der im Herzen des Marktes das italienische Lokal Da Noi betreibt. Neben einem Lieferdienst hat er vor seinem Restaurant eine Art Drive-In eingerichtet. Dort kann man unkompliziert die bestellten Gerichte abholen – kontaktfrei. „Wir haben Gott sei Dank liebe Stammgäste“, sagt der Wirt. Nur zum normalen Betrieb sei das kein Vergleich. Er habe schon Beschäftigte in Kurzarbeit schicken müssen. Und was sagt er zur Situation in Italien, das von der Pandemie besonders hart getroffen ist? Pollini: „Das ist eine Katastrophe.“

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