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In der Fahrrad-Manufaktur: Peter Hopf (r.) von der Firma Velo Welt mit Staatssekretär Björn Böhning (M.) und Bürgermeister Rolf Beuting. 

Staatssekretär Björn Böhning (SPD) zu Gast in Murnau

Das IQ als Blaupause

Erstmals hat ein hochrangiger Vertreter der Bundesregierung das Murnauer Innovationsquartier besucht. Björn Böhning (SPD), Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, zeigte sich beeindruckt von dem „tollen Ansatz“.

Murnau – „Vom Krankenhaus zum Leuchtturmprojekt“ – so steht es am Dienstagnachmittag auf einem Bildschirm im Murnauer Innovationsquartier (IQ). An Superlativen wird also nicht gespart. Die Bilanz seit Mai 2017 kann sich aber tatsächlich sehen lassen: Neun Firmengründungen, zwölf versicherungspflichtige Jobs, Ansiedlung von vier Einzelhandel-Startups, 35 Praktikumsplätze, um die wesentlichen Punkte zu nennen. Nach Angaben von Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger, der das IQ federführend leitet, wurden zudem drei Firmen nach Murnau zurückgeholt. „Ganz wichtig ist auch die Kooperation mit Schulen.“

Doch aus Bittlingers Sicht gibt es ein Problem: MakerLabs, so wie es im IQ eines gibt, „werden von der Politik nicht als Innovationsschub wahrgenommen“. Das Thema werde „sträflich vernachlässigt“. Der Wirtschaftsförderer plädierte beim Besuch von Björn Böhning (SPD), Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dafür, mit Fördermitteln „viel gezielter“ lokal zu agieren. Die Kommune hat dem SPD-Politiker auch gleich eine Sammlung mit Vorschlägen mitgegeben, auf welche Weise der Bund Projekte wie in Murnau stärker unterstützen könnte. „Wie wir gehört haben, braucht die Große Koalition noch ein paar gute Ideen“, scherzte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Doch es ist dem Rathauschef ernst. Böhnings Hilfe sei „ganz dringend“ nötig, „vor allem bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt“. Beuting ist klar, dass das Thema nicht unproblematisch ist. „Es sind nicht nur Fachkräfte dabei“ – aber doch „viele, die wir gut gebrauchen können“.

Mit dem IQ hat Murnau nach Beutings Worten ein Stück weit eine Antwort auf die Probleme des ländlichen Raums gefunden. Er und auch Bittlinger sehen das Kreativzentrum gar als „Blaupause“ für andere Orte.

Staatssekretär Böhning zeigte sich beeindruckt. Das Murnauer MakerLab sei ein „toller Ansatz“. Man müsse schauen, dass die ländlichen Regionen nicht abgehängt werden. Böhning will nach eigener Aussage mit den Murnauer Verantwortlichen weiter im Dialog bleiben.

Zuvor weilte er in Miesbach. Von dort reiste er mit SPD-Landtagskandidatin Verena Schmidt-Völlmecke an. In Miesbach soll in nächster Zeit nach Murnauer Vorbild ein Art MakerLab entstehen. Bittlinger hatte Böhning heuer bereits in Berlin auf der re:publica getroffen. Die Veranstaltung ist die nach eigenen Angaben größte Konferenz der digitalen Gesellschaft in Europa. Dort treffen sich Netz-Aktivisten, Blogger, Künstler, Geschäftsleute und Unternehmensvertreter.

Roland Lory

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