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Startklar: Die beiden Omobi-Geschäftsführer Robert Schotten (l.) und Clemens Deyerling mit den neuen Mercedes-Ortsbussen. 

Künftiger Ortsbus-Betreiber Omobi auf Wachstumskurs

Innovationsquartier  - ein Sprungbrett für Startups

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Murnaus Innovationsquartier gilt als Startup-Schmiede, die jungen Unternehmen hilft, auf die Füße zu kommen. Die Gemeinde will auf diese Weise neue Branchen anlocken und Arbeitsplätze schaffen. Ein aktuelles Beispiel für eine gelungene Ansiedlung ist der künftige Ortsbus-Betreiber Omobi, der sich auf Wachstumskurs befindet.

Murnau – Das 2017 ins Leben gerufene Murnauer Innovationsquartier (IQ), das sich im ehemaligen Gemeinde-Krankenhaus befindet und derzeit 65 Mieter (inklusive Coworking-Bereich) beheimatet, ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus als ein Leuchtturmprojekt der Wirtschaftsförderung bekannt. Der Markt will damit in erster Linie jungen Unternehmen der Kreativbranche eine Starthilfe bieten. Doch das Konzept mit vergleichsweise günstigen Mieten und Beratungen ist in der Ortspolitik nicht unumstritten – und ruft immer wieder Kritik hervor.

Dass die Förderung durchaus Sinn macht, zeigt das Beispiel Omobi – eine gerade erst eineinhalb Jahre alte Firma um die beiden Gründer und Geschäftsführer Clemens Deyerling und Robert Schotten, die dabei ist, eine beeindruckende Erfolgsstory zu schreiben. Denn Omobi mischt in der zukunftsträchtigen Mobilitätsbranche mit – und zog gleich einen dicken Fisch an Land. Ab dem 1. Juli managt der Verkehrsspezialist – die Abkürzung Omobi steht für Oberland Mobilität – im Auftrag der Kommune den neuen Murnauer Ortsbus.

Der Betrieb wächst: Mittlerweile arbeiten dort insgesamt sieben Personen, darunter auch eine Auszubildende, die Büromanagement lernt. Und das IQ funktionierte als Sprungbrett. Omobi hat jetzt ein neues Domizil – eine Halle mit Büros – im Gewerbegebiet in Neu-Egling bezogen. „Gerade in den Anfangszeiten waren die Räumlichkeiten im Innovationsquartier perfekt“, berichtet Deyerling. „Nun aber benötigen wir mehr Platz für unser Team und die Fahrzeuge.“ Damit sei Omobi ein „gelungenes Beispiel, wie auch in ländlichen Regionen mit gezielter Wirtschaftsförderung neue Firmen angesiedelt werden können“. Auch kaufmännisch scheint der eingeschlagene Weg richtig zu sein: „Wir werden Ende des Jahres schwarze Zahlen schreiben“, kündigt Deyerling an.

Im Rathaus ist man mit der Entwicklung zufrieden: „Die Firma Omobi ist ein gutes Beispiel, welchen Nutzen eine Einrichtung wie das IQ für die Entwicklung von Ideen und neuen Firmen hat. Ein aktiv gepflegtes Unternehmensnetzwerk bringt unseren Ort und den Wirtschaftsstandort weiter“, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit. Bislang hätten vier Firmen ihren Standort aus dem Kreativzentrum an der James-Loeb-Straße, das sich nicht nur als „Geburtshelfer“ verstehe, sondern auch Langzeitmieten ermögliche, innerhalb Murnaus verlegt.

Bei Omobi laufen indessen die Vorbereitungen für das Ortsbus-Projekt – dazu wurden zwei Mercedes-Kleinbusse geleast und Fahrer angestellt – auf Hochtouren. Murnau betritt damit Neuland: Der Bus fährt keinen starren Fahrplan mit vorgegebenen Haltestellen ab, sondern kann flexibel per App oder telefonisch bestellt werden. Etwa 200 digitale Haltestellen stehen zur Auswahl. Hat ein Kunde seine Fahrt geordert, berechnet ein intelligenter Algorithmus die optimale Route und bündelt die Anfragen weiterer Fahrgäste, um alle am schnellsten an ihre gewünschten Ziele zu bringen. Für Schotten liegen die Vorteile auf der Hand: „Die Fahrgäste müssen also nicht mehr weit laufen, nicht mehr lange warten und müssen keine Angst mehr haben, den Bus zu verpassen.“

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