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Ideale Bedingungen für Jungunternehmer: Thilo Feldmeier zeigt im Innovationsquartier Diana Brettner die Boxershorts, die seine Firma Beetfield herstellt. 

Wirtschaftsförderer stellt Zwischenbericht vor

Innovationsquartier: Volles Haus, sprudelnde Mieteinnahmen

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Neue Branchen, Jobs und Firmengründungen: Murnaus Innovationsquartier im alten Gemeinde-Krankenhaus entwickelt sich offenbar prächtig: Bereits wenige Monate nach dem Start ist es mit vielversprechenden Jungunternehmen nahezu voll belegt – und wirft ordentlich Mieteinnahmen ab.

Murnau – Mit dem Kreativzentrum, das als Dauereinrichtung in dem einstigen Murnauer Klinikgebäude gedacht ist, betrat die Marktgemeinde Neuland. Es sollen neben den etablierten Standbeinen Gesundheit und Tourismus neue Branchen angesiedelt und Arbeitsplätze geschaffen werden. Dafür nahm die Kommune viel Geld in die Hand. Knapp eine Million Euro wurde in die Sanierung des Gebäudes gesteckt – vor allem in den Brandschutz und die Internet-Infrastruktur. Heuer im Mai wurde die Eröffnung gefeiert.

Die Investition scheint sich auszuzahlen. Dies legt ein Zwischenbericht nahe, den Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger, der das Projekt federführend managt, in der Sitzung des Gemeinderats vorstellte. Demnach sind fast alle 60 Büros in dem Komplex vermietet. Und auch der so genannte Co-Working-Bereich – die zirka 32 Arbeitsplätze können tages-, wochen- oder monatsweise gebucht werden – ist zu 60 Prozent ausgelastet. „Es ist alles in Erfüllung gegangen, was wir uns mit diesem Konzept erhofft haben“, bilanziert Bittlinger im Tagblatt-Gespräch. Seinen Angaben zufolge haben über 50 Firmen, die vorwiegend aus der Region stammten, ein Zuhause gefunden, angefangen beim Goldschmied bis hin zum Software-Tüftler. Besonders der IT-Sektor sei stark vertreten. In dem Zentrum seien zwölf Unternehmen neu gegründet worden und zehn neue Arbeitsplätze entstanden. Und es würden weiterhin Fachleute gesucht, zum Beispiel zehn Programmierer.

Im Schnitt zahlen die Kreativen 5,70 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter (plus vier Euro Nebenkosten) – für Murnauer Verhältnisse ein attraktiver Preis. Im Ort ist daher immer wieder der Vorwurf zu hören, das Ganze verzerre den Wettbewerb. „Das sehe ich nicht so“, kontert Bittlinger. Es gehe um Wirtschaftsförderung, um eine Anschubhilfe für Startups und kleine Unternehmen.

Seiner Ansicht nach ist es nötig, dass der Markt Impulse setzt und Chancen bietet. Denn: „Wir können nicht zusehen, wie die jungen Leute abwandern.“ Und man erwarte auch von den Mietern ein Wachstum. „Das ist keine Kuschelveranstaltung.“ Nicht ohne Stolz verweist der 43-Jährige darauf, dass das Innovationsquartier über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt sei – und mittlerweile Vorbildcharakter habe.

Bittlinger rechnet nächstes Jahr mit rund 100 000 Euro Mieteinnahmen. In spätestens zehn Jahren, so seine Prognose, habe sich der Kapitaleinsatz gerechnet. Wenn die Verwaltung das sanierte Rathaus bezieht und der Nordtrakt im alten Gemeinde-Krankenhaus als zusätzliche Fläche frei wird, sollen weitere Mieteinkünfte hinzukommen.

In der Sitzung des Gemeinderats regte Stefan Lechner (ÖDP/Bürgerforum) an, für die besagten Räume im Nordflügel mehr zu verlangen, weil diese seiner Ansicht nach hochwertiger sind. Bittlinger plädiert jedoch dafür, die Höhe der Mieten weiterhin flexibel zu handhaben, um bei Bedarf mit niedrigen Tarifen Existenzgründungen anregen zu können.

Phillip Zoepf („Mehr bewegen“) erklärte, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden sei, Bittlinger sei vor allem mit dem Kreativzentrum beschäftigt – und habe kaum Zeit für die klassische Wirtschaftsförderung. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) verteidigte seinen Mitarbeiter. Die Entwicklung der Einrichtung sei ein „unglaublich zeitaufwändiger Prozess“ gewesen, sagte er. Bittlinger selbst verwies darauf, dass er auch andere Aufgaben wahrnehme. Nur müssten viele Beratungen vertraulich ablaufen. Dies sei beispielsweise der Fall, wenn es darum gehe, eine Insolvenz abzuwenden.

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