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Hauptattraktion auf der großen Kunstnacht-Freiluftbühne: die junge Band „D‘Hundskrippln“.

Tausende Besucher im Zentrum erwartet

Murnauer Kunstnacht: Das ist diesmal geboten

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Die Murnauer Kunstnacht stellt ein großes Gemeinschaftswerk dar. Etwa 300 Beteiligte füllen am Dienstag, 2. Oktober, ein buntes Programm mit Leben: mit Ausstellungen in Galerien, Geschäften und Einrichtungen sowie Live-Musik in Lokalen und im Freien. Eine Gewerbe-Vertreterin wünscht sich beim Einzelhandel mehr Geschlossenheit.

Murnau – Einfach hinwerfen, aufhören – dieser Punkt, sagt Rupert Reggel, „war schon öfter da“. Doch Reggel machte weiter, immer weiter. Am Dienstag, 2. Oktober, veranstaltet er mit seiner Agentur die 13. Auflage der Murnauer Kunstnacht, die alle Jahre wieder tausende Besucher ins Zentrum zieht. Er hält daran fest, weil er in ihr „unheimliches Potenziel“ sieht im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen in anderen Orten: „Daraus lässt sich eine ganze Menge entwickeln.“ Reggel betrachtet die Murnauer Nacht selbst als Prozess, als Kunstwerk, das sich ständig verändert.

Zum Positiven? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Seit Jahren sieht sich Reggel unter anderem dem Vorwurf ausgesetzt, sich mehr Party und Kommerz als Kunst zuzuwenden. Er verweist auf Zwänge: Ihm brachen unter anderem immer mehr Lokalitäten weg, über die er Einnahmen generierte. Reggel verlagerte einen Teil der Auftritte von Live-Bands auf eine Freiluftbühne.

Daran hält er fest. Vor dem Kultur- und Tagungszentrum tritt heuer als Hauptact die bayerische Band „D’Hundskrippln“ auf, die den Kult-Hit „Gloana Bauer“ vorlegte. Den Auftakt (Programm ab 17 Uhr) gestalten Streumix, zudem stehen Helga Brenninger und „Oansno“ an diesem Abend auf der großen Bühne. Daneben gibt es wie immer viele Nebenschauplätze im Zentrum, vor allem in Ober- und Untermarkt, Bahnhofstraße und Postgasse. Etwa 300 Menschen, schätzt Reggel, werden die diesjährige Kunstnacht tragen, vom Schaffenden bis zum Musiker. In Murnaus Herz werden wieder eine Illumination und Live-Musik für besondere Flanier-Atmosphäre sorgen, auch an der Bahnhofstraße soll es Beleuchtung geben. In mehreren Lokalen treten Bands auf. Geschäftstreibende, Gastronomen sowie Vertreter von Galerien und Institutionen wie Christuskirche (Bruno Kliegl spielt zwischen 19 und 21 Uhr immer zur halben und vollen Stunde beginnend auf einer Glasharmonika, Christian Jungwirth liest) und Schloßmuseum beteiligen sich mit Ausstellungen, Colart, Street Art, (Kunst-)Aktionen, Musik und vielem mehr. In verschiedenen Läden kann bis 22 Uhr gebummelt und eingekauft werden. Geschrumpft, räumt Reggel ein, sei die Schaufenster-Galerie: von ursprünglich einmal 50 bis 60 auf 13 bis 15 Angebote. „Aber wir haben mehr Eigeninitiativen von Geschäftsleuten als je zuvor.“

Bei Händlern im Zentrum kommt die Kunstnacht grundsätzlich an. „Ich denke, das ist eine sehr wichtige Veranstaltung, die wir nutzen müssen und in den vergangenen Jahren genutzt haben“, sagt Stefanie Fischer, Interims-Vorsitzende des Murnauer Vereins zur Wirtschaftsförderung (Seite 6, „Fischer Vorsitzende auf Zeit“,). „Wir haben damit eine Plattform und eine Möglichkeit, uns zu präsentieren.“ Allerdings deutet sie an, dass in ihren Augen Verbesserungsbedarf besteht. Die Kommunikation mit dem Veranstalter müsse funktionieren. Und: „Die Kunstnacht ist eine tolle Sache, aber sie macht für den Einzelhandel nur Sinn, wenn wir geschlossen auftreten – es muss eine gemeinschaftliche Aktion her“, fordert Fischer. Der Einzelhandel habe immer ein schönes Rahmenprogramm geschaffen – doch sie vermisst dabei ein klares Konzept. Bei einem Versuch 2017 sei es „relativ schwierig“ gewesen, alle an einen Tisch zu bekommen.

Murnauer Ladengeschäfte und andere Stellen verkaufen bereits im Vorfeld den Kunstnacht-Button zum Preis von sechs Euro. Reggel spricht von einem „kleinen Beitrag“, den freiwillig alle leisten können, die Murnaus Atmosphäre und das Außenprogramm am 2. Oktober genießen wollen. Bei Reggel trägt das Abzeichen einen Teil der Finanzierung. Während er anfangs mit dem Solidaritäts-Button kräftig auf die Nase gefallen war, wurden 2017 bereits rund 2000 Stück verkauft.

Nun setzt Reggel alles auf die Karte gutes Wetter. Dann, glaubt er, werde sich die Kunstnacht nach Jahren mit roten Zahlen heuer auch finanziell wieder tragen. Obwohl er schon öfter hinwerfen wollte: Reggel hofft, dass es die Veranstaltung auch in zehn Jahren noch geben wird. „Aber sie wird unter Umständen anders ausschauen.“

Der Prozess der Veränderung ist nicht abgeschlossen.

Folgende Live-Konzerte werden in Lokalen geboten:

Timerunner (Griesbräu, Beginn 21.30 Uhr), Roxxdoxx (Bachida, 21 Uhr), Zeitzeugen (Krönner, 20.30 Uhr), Bernd Rinser (Auszeit, 21 Uhr), Orchester Kurzweil (Da Noi, 21.30 Uhr), DJ Steff (Schlossvogel, 22 Uhr), Phönix Huber (Kuhaus, 22 Uhr). Wer diese Konzerte besuchen will, zahlt für den Eintritt in alle Lokale insgesamt zehn Euro.

Das komplette Programm ist im Internet nachzulesen unter www.holiday-event.de.

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