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Soziale Einrichtung: Am Seidlpark betreibt der Deutsche Orden die Suchthilfeeinrichtung Ludwigsbad. 

Deutscher Orden plant Erweiterung

Ludwigsbad: Mehr Platz für Suchttherapie

Die therapeutische Einrichtung zur Behandlung alkoholkranker Menschen im Ludwigsbad soll erweitert werden. Mit einem entsprechenden Antrag und der für die Realisierung notwendigen Bebauungsplan-Änderung hatte sich nun der Murnauer Bauausschuss zu befassen.

Murnau – Bereits jetzt betreibt der Deutsche Orden im Murnauer Ludwigsbad eine soziotherapeutische Einrichtung für 67 chronisch suchtkranke Menschen in stationärer Behandlung. Zusätzlich gibt es acht Appartements für ambulant betreute suchtkranke Menschen. Außerdem hat der Orden in Mittenwald ein Heim für Alkoholkranke. Dieses werde in Kürze geschlossen, wie jetzt Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) in der Sitzung des Bauausschusses erläuterte. Ein Umbau oder Neubau im Mittenwalder Raum sei nicht beabsichtigt. Stattdessen wolle der Orden am Murnauer Ludwigsbad einen Neubau errichten.

Geplant sind in einem dreigeschossigen, nahezu quadratischen Bau 48 stationäre Plätze sowie 8 Appartements für die ambulante Betreuung, außerdem Gemeinschafts-, Personal- sowie Verwaltungsräume. Das Gebäude mit einem begrünten Flachdach soll auf dem derzeitigen Parkplatz nördlich des Bestandsgebäudes entstehen.

Laut Marktbaumeister Klaus Tworek wird das „durchaus ein mächtiger Baukörper“, der sich aber dank der ihn umgebenden hohen Bäume sehr gut in die Umgebung einfügen werde. Wie Tworek erläuterte, ist das Gebiet derzeit als „Sondergebiet Kur“ festgesetzt. Das bedeutet: Es sind nur Gebäude zulässig, die mit dem Betrieb einer Kur- und Reha-Einrichtung zusammenhängen. Den derzeitigen Betrieb der Suchtklinik ermöglichte eine Nutzungsänderung. Der geplante Erweiterungsbau macht es nun jedoch erforderlich, den bestehenden Bebauungsplan zu ändern und der geänderten Nutzung anzupassen.

Die Räte sperrten sich auch nicht dagegen. Ernst Ochs (SPD) wies aber darauf hin, dass es sich bei dem Areal wegen seiner Nähe zu Molo- und Seidlpark um ein sensibles Gebiet handle. In dem Bebauungsplan solle deshalb die Art der Nutzung eindeutig geregelt werden, damit eine spätere anderweitige Verwendung, etwa für Wohnungen, ausgeschlossen werden könne. Holger Poczka (ÖDP/Bürgerforum) äußerte Zweifel daran. Der Orden habe bereits mehrere seiner Standorte aufgegeben. „Die Immobilien sind dann schwer vermiet- und vermittelbar.“ Ihr Zustand sei oft schlecht, eine Umwandlung in Wohnungen dann nur schwer zu verhindern. Einstimmig sprachen sich die Ortspolitiker für die besagte Änderung des Bebauungsplans aus. Über die mögliche Errichtung einer Tiefgarage soll mit Vertretern des Ordens noch gesprochen werden.

Franziska Seliger

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