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Aufgrund der maroden Bausubstanz dauern die Arbeiten am Molohaus länger als geplant: Rechts ist der Neubau zu sehen, links der Altbau.

Geplantes Schullandheim für behinderte Kinder

Molohaus: Umbau zieht sich in die Länge

Der Umbau des alten Murnauer Molohauses zu einem Schullandheim für behinderte Kinder erweist sich als schwierig. Der Grund: die alte Bausubstanz. Die Eröffnung verzögert sich.

Murnau – Lange Zeit hatte die Zukunft des Moloparks mit dem dazugehörigen Landhaus die Murnauer Ortspolitik beschäftigt. Aus diversen Nutzungskonzepten wurde schließlich eines ausgewählt – die Blindeninstitutsstiftung München erhielt den Zuschlag für den Bau eines Schullandheims, das mehrfach behinderten Kindern und Jugendlichen eine Gelegenheit zum Naturerlebnis bieten soll. Wie berichtet, übernimmt die Murnauer Mäzenin Ilse Erl mit ihrer Stiftung die kompletten Kosten für Bau und Betrieb.

Im Sommer 2016 fiel der Startschuss für die Bauarbeiten. Ursprünglich sollte die Einrichtung im Herbst diesen Jahres fertiggestellt werden, jedoch kam es zu Verzögerungen. Das ist dem Altbau geschuldet. Laut den Vorgaben der Marktgemeinde sollte das Hauptgebäude aufgrund seiner literaturhistorischen Bedeutung weitgehend erhalten bleiben. Immerhin diente das Haus einst dem Schriftsteller Walter von Molo (1880 bis 1958) als Herberge.

Doch bei den Untersuchungen durch die Bauexperten – darunter das planende Murnauer Architekturbüro Kottermair Rebholz – stellte sich heraus, dass die Immobilie (Baujahr um 1910) weitaus maroder ist als gedacht. „Das alte Molohaus befindet sich in einem desaströsen Zustand. Daher ist die Sanierung wesentlich aufwändiger und auch teurer als geplant“, sagt die Architektin Onni Rebholz. Da Dach und Giebel nicht mehr tragfähig waren, musste ihr zufolge alles scheibchenweise abgetragen werden. Es blieben lediglich die Außenwände des Erdgeschosses stehen, da diese vom Statiker als stabil eingestuft wurden. „Diese Vorgehensweise hat sehr viel Zeit gekostet“, schildert Rebholz.

Wenn auch langsam, so geht es doch voran: über den Winter soll der Innenausbau gemacht werden, ein neuer Estrich wird verlegt und neue Fenster werden eingebaut. Laut Plan wird der Altbau nach der Fertigstellung genauso aussehen wie zuvor. Darin sollen im Parterre Aufenthaltsräume samt Küche untergebracht werden, oben Büros und eine Hausmeisterwohnung. Das Erdgeschoss des Neubaus ist für die schwerbehinderten Kinder reserviert. Die Pläne für das Obergeschoss sehen Räume für Betreuer vor, und es soll ein separates Zimmer für Familien mit behinderten Kindern geben. Ein Aufzug ist bereits im Neubau integriert. Von dort aus wird der ganze Komplex technisch betrieben. Für die Warmwasserversorgung soll eine thermische Solaranlage aufs Dach kommen. Außerdem wird im Neubau eine Gasheizung installiert. Eine besondere bauliche Herausforderung stellt etwa die Barrierefreiheit dar. Außerdem müssen strenge Vorschriften in Sachen Brandschutz eingehalten werden.

„Das ist mit zusätzlichen Kosten verbunden“, erklärt der Münchner Anwalt Dr. Wolf-Dieter von Gronau, der im Vorstand der Erl-Stiftung sitzt. Eine exakte Summe, wie viel das ambitionierte Projekt insgesamt verschlingen wird, nennt er nicht. Aber: „Wenn alles gut läuft, wird die Einrichtung im späten Frühjahr 2018 eingeweiht.“

Constanze Wilz

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