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Blick in die Historie: In Murnau gab es schon mal einen Ortsbus. Er ging vor gut 25 Jahren im Juli 1993 in Betrieb. Zwei Linien starteten am Bahnhof. Damals gab es eine viermonatige Probephase.

Mobilität in Murnau 

Ortsbus: Jones attackiert Beuting

Das Thema Ortsbus sorgt in Murnau weiterhin für Debatten. Grünen-Rätin Veronika Jones wirft Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) vor, er habe in Eigenregie ein mit dem Gemeinderat unabgesprochenes Konzept anfertigen lassen und das Gremium vor vollendete Tatsachen gestellt.

Murnau – Bei den Murnauer Grünen wundert man sich. Und zwar darüber, was mit dem Antrag ihrer Gemeinderätin Veronika Jones zur Ortsbus-Thematik passiert ist. Diesen hatte sie bereits 2015 gestellt. Damals forderte sie die Einführung eines Ortsbusses, mit einer vernünftigen Taktung, der die Ortsteile miteinander verbindet und alltagstauglich ist. 2015 wurde laut einer Pressemitteilung des Grünen-Ortsverbands beschlossen, zunächst Angebote für Konzepte einzuholen. Den Grünen war nach eigener Aussage zwar seit längerem bekannt, dass intern und hinter verschlossenen Türen an einem Konzept für einen eigenen Ortsbus gearbeitet wurde. Die Art und Weise aber, wie das Konzept Ende November im Gemeinderat präsentiert wurde, „als Clou des Bürgermeisters“, irritiere doch sehr. „Ich frage mich schon, wozu ich überhaupt noch Anträge stelle“, wettert Jones. „Da wird meinem Antrag beschieden, man müsse erstmal über die Kosten sprechen und dann lässt der Bürgermeister in Eigenregie ein mit dem Gemeinderat unabgesprochenes Konzept anfertigen und stellt das Gremium vor vollendete Tatsachen.” Gute gemeinsame Politik für Murnau stelle sie sich anders vor. „Grundsätzlich ist die Einführung des Busses natürlich begrüßenswert”, stellt Hans Kohl, Sprecher des Ortsverbands fest. „Gut ist, dass unsere Forderung nach einer Abstimmung mit der Bahntaktung aufgenommen wurde.“ Nachbessern könne man allerdings, da es durchaus auch häufigere Ankünfte aus München gibt. „Insbesondere zu den Berufsverkehrszeiten am späten Nachmittag und Abend verkehren die Züge öfter als nur stündlich. Die geplante Route zeigt jedoch, dass noch nicht alle Ortsteile eingebunden sind, Hierzu muss unbedingt eine 2. Linie angeboten werden, ein Bus ohne Weindorf und Hechendorf anzufahren, macht keinen Sinn.”

Der Gemeinderat hatte sich grundsätzlich für die Einführung eines Ortsbusses ausgesprochen. Allerdings ist noch vieles ungeklärt – und die Skepsis groß. Dies ist nach Meinung der Grünen „angesichts der intransparenten Vorgehensweise“ und dem Vor-Vollendete-Tatsachen-Stellen nicht verwunderlich. „Wir fordern dringend zu klären, welche Fördermittel es konkret gibt.“ Das Gesamtkonzept könne nur dann funktionieren, wenn der Bus eine echte Alternative darstellt, mit der sich der Alltag bewältigen lässt. „Den Vorschlag eines längeren Probebetriebs von vier Jahren unterstützen wir dagegen ausdrücklich.“

Beuting zeigt sich wiederum „sehr verwundert über die Äußerungen von Frau Jones, da sie über den ganzen Prozess zum Thema ,Ortsbus‘ informiert und auch mit einbezogen war“. Sie sei zwar nicht Mitglied des Verkehrsausschusses, jedoch erhalte sie stets die Einladung mit den Tagesordnungspunkten. „Aufgrund der Einführung des Staffelseebusses durch den Landkreis wurden die Bemühungen der Marktgemeinde, ein gutes Angebot für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu schaffen, in den Jahren 2015/16/17 in dieses Projekt gesteckt“, legt der Bürgermeister dar. Da sich Ende 2017 jedoch herausstellte, dass der Staffelseebus vom Landkreis nicht fortgeführt werden wird, sei nun wieder das Konzept eines eigenen Ortsbusses in Angriff genommen. Das Umweltreferat begann laut Beuting, auf Grundlage des damals beschlossenen Jones-Antrags und da der ÖPNV auch Bestandteil des derzeit in der Umsetzung befindlichen Mobilitätsplans ist, mit den Planungen. „Bereits im Haushaltsplan 2018 wurden die Mittel für ein ÖPNV-Konzept eingestellt.“ Die Möglichkeiten einer Förderung durch Bund und Land werden nach Beutings Angaben von der Verwaltung stets geprüft.

Nun sei der Entwurf eines Konzepts im Verkehrsausschuss und im Marktgemeinderat als Diskussionsgrundlage vorgestellt worden. „Meiner Meinung nach ist es wichtig, für eine Diskussion eine fachliche Grundlage zu haben, um dann gemeinsam die beste Lösung entwickeln zu können.“ Nur so sei zielgerichtetes Handeln möglich. „Gerne hätte sich Frau Jones zusätzlich an mich wenden und sich bei der Verwaltung noch konkreter über die Abläufe informieren können, da sie ja nicht Mitglied des Ausschusses ist und bei einer, diese Thematik betreffenden, Gemeinderatssitzung, nicht anwesend war.“ Beuting denkt, so könne man Missverständnisse am besten aus dem Weg räumen. „Denn bei diesem Thema verfolgen wir ein gemeinsames Ziel. Einen Ortsbus für Murnau.“

Roland Lory

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