Spektakuläre Wende! UEFA gibt nach: CL-Rückspiel des FC Bayern anders als geplant

Spektakuläre Wende! UEFA gibt nach: CL-Rückspiel des FC Bayern anders als geplant
+
Mittlerweile Geschichte: der Staffelsee-Bus. Die Gemeinde Murnau plant nun die Einführung eines Ortsbusses.

Firma stellt flexibles Konzept mit App-Steuerung vor

Murnauer Ortsbus neu gedacht

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
    schließen

Die Marktgemeinde Murnau möchte beim Thema öffentlicher Personennahverkehr neue Wege gehen: Geplant ist die Einführung eines Ortsbusses, der nicht mehr zu bestimmten Zeiten wenige Haltestellen ansteuert, sondern flexibel per App oder Telefon angefordert werden kann.

Murnau – Der Wunsch nach einem Ortsbus besteht in Murnau bereits seit einiger Zeit. Doch das Ende 2018 vorgestellte Konzept mit einer konventionellen Linie durchs Zentrum stieß im Gemeinderat auf viel Skepsis. Dafür kann ein weitaus flexibleres System, das jetzt in der Sitzung des Gremiums vorgestellt wurde, umso mehr überzeugen. Der entscheidende Vorteil: Der Ortsbus fährt nicht mehr eine festgelegte Tour nach einem starren Fahrplan ab, sondern wird nur bei Bedarf bestellt – mithilfe einer App auf dem Smartphone oder per Telefon. Das Ganze funktioniert, vereinfacht gesagt, ähnlich wie ein Sammeltaxi. Allerdings kommt eine ausgeklügelte Software zum Einsatz, die das Transportmittel intelligent steuert.

Ein Algorithmus erkennt, wo man sich befindet, und berechnet beispielweise bei jeder Buchung, welche Route die beste ist und wie Fahrten zusammengelegt werden können. Einsteigen kann man dann an bestimmten Abholpunkten – in Murnau könnten es einige hundert sein. Bezahlt wird beim Fahrer in bar oder elektronisch. Der öffentliche Personennahverkehr werde neu gedacht, erklärte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Leerfahrten gehörten dann der Vergangenheit an.

Zu Gast im Kommunalparlament waren mit Clemens Deyerling und Robert Schotten zwei Experten, die den Volksvertretern genau erklärten, wie der „bedarfsorientierte, digitale Nahverkehr“ funktioniert. Die beiden Betriebswirte sind mit ihrer neu gegründeten Firma Omobi im Murnauer Innovationsquartier zuhause und wollen im lukrativen und boomenden Geschäft mit modernen Mobilitätslösungen mitmischen. Den besagten Ortsbus würden sie der Marktgemeinde im Rahmen einer zweijährigen Vertragslaufzeit als Komplettpaket anbieten.

„Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass dies angenommen wird“, sagt Deyerling auf Tagblatt-Nachfrage. Starten könnte man mit einem Kleinbus. Aber: „Das ist erweiterbar.“ Der große Vorteil gegenüber herkömmlichen Linien ist seinen Angaben zufolge der Einsatz einer Software, die den Betrieb effizienter und damit umweltfreundlicher gestaltet. Ihre Firma würde eine bereits bestehende Plattform verwenden und daraus eine Murnauer Variante konzipieren. Ganz neu ist die Bus-Revolution übrigens nicht, ein ähnliches Angebot gibt es zum Beispiel bereits in Duisburg.

Die Gemeinderäte waren angetan: „Das ist genau das, was wir brauchen“, meinte etwa Phillip Zoepf (Mehr Bewegen). Und Ernst Ochs (SPD) sagte: „Das ist einen Versuch wert.“ Ein konkreter Auftrag an Omobi wurde zwar noch nicht vergeben. Das Gremium beschloss aber einstimmig, das Projekt zu planen und auszuschreiben. Außerdem soll eine Kostenkalkulation erstellt und den Ortspolitikern vorgelegt werden. Der Markt wird sich wohl bei dem ambitionierten Vorhaben trotz hoher staatlicher Zuschüsse, die erwartet werden, auf ein Defizitgeschäft einstellen müssen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Erst die Passion, jetzt das Heimatsound: Festival wird verschoben
Der Sommer in Oberammergau wird heuer kulturell ruhig. Keine Passion, kein Theater - und auch kein Heimatsound-Festival. Die Veranstaltung ist für dieses Jahr abgesagt …
Erst die Passion, jetzt das Heimatsound: Festival wird verschoben
Kurioser Anruf: Mann will mit Taxi von Bergstation geholt werden - Fahrer verhindert Schlimmes
Ethem Genc war baff, als der Taxifahrer mitten in der Nacht einen Burschen an einem denkbar ungünstigen Ort abholen soll: der Alpspitz-Bergstation. Genc rettet ihm …
Kurioser Anruf: Mann will mit Taxi von Bergstation geholt werden - Fahrer verhindert Schlimmes
Frontal in den Gegenverkehr: Beteiligte in Klinik eingeliefert
Am Mittwochnachmittag gegen 17.15 Uhr ist es auf der Staatsstraße 2038 zu einem Frontalunfall gekommen.
Frontal in den Gegenverkehr: Beteiligte in Klinik eingeliefert
Mega-Bauwerk auf der Zielgeraden
Das Projekt Seehauser Bahnunterführung befindet sich auf der Zielgeraden. Ende September soll der Bau fertig sein.
Mega-Bauwerk auf der Zielgeraden

Kommentare