Spektakuläre Wende! UEFA gibt nach: CL-Rückspiel des FC Bayern anders als geplant

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Freie Fahrt nur in Richtung Süden: die Einbahnregelung in der Murnauer Pfarrstraße. Der CSU-Fraktion ist diese ein Dorn im Auge.
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Freie Fahrt nur in Richtung Süden: die Einbahnregelung in der Murnauer Pfarrstraße. Der CSU-Fraktion ist diese ein Dorn im Auge.

Fraktion will sofortige beidseitige Öffnung

Murnauer Pfarrstraße: CSU entstaubt altes Streitthema

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
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Murnaus CSU holt ein streitbelastetes Thema aus der Schublade: die Einbahnregelung in der Pfarrstraße. Die Fraktion will eine sofortige beidseitige Öffnung.

Murnau – Was war damals nicht alles geboten: ein Machtkampf, eine Amtsposse, ein gefloppter Protest der Jungen Union, Befangenheits-Vorwürfe gegen den Bürgermeister, der verletzt reagierte; eine CSU, die sich für ihren Tiefschlag entschuldigte.

Selten wurde in Murnau über ein Thema derart ausdauernd gestritten und mit politisch so harten Bandagen gekämpft wie 2015 um die Pfarrstraße. Rathaus-Chef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hatte sich erfolgreich für eine Einbahnregelung in Richtung Süden stark gemacht, von der er sich eine Verkehrsentlastung fürs Zentrum erhoffte. Die Erzrivalen von der CSU sprachen sich erst dafür aus, dann schlugen sie sich mit Verweis auf die gestiegene Unfallgefahr vor dem Gemeindekindergarten auf die Seite besorgter Eltern. Übergeordnete Behörden stuften den Eingriff zunächst als rechtswidrig ein – und hatten dann plötzlich nichts mehr dagegen.

Großes Theater also. Dabei ging es faktisch nur um einige Meter Fahrbahn zwischen der Einmündung Utzschneiderstraße und dem Beginn des Parkbereichs unterm Schloss. Die aber entwickelten sich zum Austragungsort eines Kräftemessens politischer Gegner: Beuting auf der einen, die damals im Rathaus noch relativ frisch entmachtete CSU auf der andere Seite.

Einbahnregelung an der Murnauer Pfarrstraße hat sich nach Ansicht der CSU „nicht bewährt“

2016 war die Debatte kurz neu aufgeflammt, seitdem schien die Glut fast erloschen. Nun pusten die Christsozialen wieder auf den Brandherd von einst: Die Fraktion stellt den Antrag, die Pfarrstraße sofort beidseitig zu öffnen und die Einbahnregelung aufzuheben. Diese „hat sich in unseren Augen nicht bewährt“, sagt Fraktionssprecher Rudolf Utzschneider. Unter anderem kritisiert die CSU, der Zentrums-Verkehr habe sich in andere Straßen verlagert, speziell auch in den Bereich von Schulwegen und Gemeinde-Kindergarten (siehe Kasten). Trifft das zu? Die Rathaus-Verwaltung ließ diese Tagblatt-Frage am Montag und am Dienstag mit Verweis auf eine hohe Belastung durch Termine offen.

Utzschneider sagt, er sei „im Wahlkampf x-mal angesprochen worden“ auf die Pfarrstraße, „und der Grundtenor war: Die Leuten finden das nicht gut. Alles ist viel komplizierter geworden“. Er habe versichert, sich das Thema anzusehen und „auf die Agenda zu bringen“. Auch CSU-intern, in Fraktion und Partei, herrschte Utzschneider zufolge Einigkeit darüber, „dass wir die Sache noch mal anpacken“. Mit der Engstelle (im Bereich der Hausnummern 2 und 3) müsse man dann leben, „da müssen die Leute halt mitmachen“.

Utzschneider, als frisch gewählter Gemeinderat von Querelen der Vergangenheit unbeeinträchtigt, weiß natürlich, dass das Thema Pfarrstraße als Politikum vorbelastet ist: „Doch ich würde da immer trennen.“ Das Geschehene liegt in Utzschneiders Augen „lange genug“ zurück. „Da setzen wir auch nicht an. Uns geht es nur um die Sache, nicht um etwas Altes, in das wir reinstieren wollen.“

Murnauer Pfarrstraße: Mancher ging von einer Probezeit aus - doch diese wurde offenbar nicht beschlossen

Nicht alles ist offenbar restlos aufgearbeitet. Mancher (Gemeinderat) war beim Beschluss 2015 wohl von einem zeitlich begrenzten Verkehrsversuch ausgegangen. Die CSU-Fraktion spielt in ihrem Antrag auf „die für ein Jahr beschlossene und seit ca. fünf Jahren andauernde ,Testphase‘“ an. Doch eine Probezeit gab es offenbar nie: Der Beschlussvorschlag enthielt keinen Passus, der besagt, dass die Regelung erst mal ein Jahr laufen soll und man dann neu darüber abstimmen werde. „Dabei sagen Gemeinderäte fraktionsübergreifend, man habe über eine Testphase geredet“, erklärt Utzschneider. Beuting hatte im April 2016 in Richtung CSU erklärt, wenn diese eine neue Entscheidung haben wolle, müsse sie einen Antrag stellen. Nun hat die CSU geliefert. Es handle sich dabei „nicht um einen Schaufensterantrag“, sagt Utzschneider. „Ziel ist, das Thema anzugehen.“

Bürgermeister Beuting sieht indes keinerlei Grund, an der Pfarrstraßen-Situation etwas zu ändern – anders lässt sich seine Aussage nicht interpretieren, die das Tagblatt schriftlich aus dem Rathaus erhielt: „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass eine Einbahnstraßenregelung der Pfarrstraße zu deutlich weniger Verkehr im Ortskern führt und so insgesamt für mehr Sicherheit sorgt.“ Der Beschluss des Verkehrsausschusses vom 19. Mai 2015 sei auf Wunsch und Antrag von Bürgern erfolgt „und war meiner Meinung nach die richtige Entscheidung für diesen Abschnitt“, so Beuting. Er sieht durch die neue Regelung ein sicheres Miteinander von Fußgängern und Fahrzeugen an der Engstelle erreicht. „Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen können seither den schmalen Gehweg jederzeit gefahrlos nutzen, und Schulkinder zu Fuß und mit dem Rad sind in der Pfarrstraße deutlich weniger gefährdet als vorher.“ Zudem brauche es keine zusätzliche Absicherung mehr über einen Poller an der Ecke Grüngasse/Pfarrstraße.

Den negativen Grundtenor, den Utzschneider in Gesprächen ausgemacht hat, bestätigt Beuting nicht: Die Rückmeldung aus der Bevölkerung sei „bis heute überwiegend positiv“.

Der CSU-Antrag: Einbahnregelung bringt „nur Nachteile“

Die CSU-Fraktion beantragt, die Pfarrstraße sofort beidseitig zu öffnen. Die Einbahnregelung, in der die Gruppierung unterm Strich „nur Nachteile“ sieht, habe bis heute lediglich die Erkenntnis gebracht, dass sich „der Verkehr im Ortszentrum neue Wege gesucht“ habe und die durch den innerörtlichen Verkehr sowieso stark frequentierten Straßen noch mehr belaste, heißt es. Insbesondere betroffen seien Schloßbergstraße, Viehmarktplatz, Sollerstraße und Schwaigangerstraße. Die CSU verweist auf die vergangene Verkehrszählung an der Sollerstraße im Herbst 2019: Diese habe eine Mehrbelastung von 30 Prozent innerhalb von drei Jahren ergeben. „Ebenso betroffen sind hierbei die direkten fuß- und fahrradläufigen Schulwege“ sowie der Zugang zum Kindergarten „direkt an der nunmehr stark befahrenen Schloßbergstraße“. Durch die Einbahnregelung werden „auch Gewerbetreibende in der Pfarrstraße stark beeinträchtigt und verweisen hier schon länger auf ihre erheblichen Umsatzeinbußen“, erklärt die Fraktion weiter. Zudem verweist die CSU auf die „Anfahrbarkeit des Parkplatzes am Forsteranger“, die von Süden her nur noch erschwert möglich sei und vorbeiführe an Schulbus-Haltestellen an Viehmarktplatz und Sollerstraße. Im Bereich der östlichen Pfarrstraße sei díese nur über eine Spielstraße möglich. Auch ökologisch erachtet die CSU die Einbahnregelung nicht als sinnvoll angesichts „großer Umwege“, die nötig werden. Selbst Bewohner von Pfarrstraße und Grüngasse müssten von Süden kommend auf dem Heimweg einmal „um halb Murnau herumfahren“.

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