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In Murnau wird die Einführung einer Sicherheitswacht (hier ein Bild aus München) diskutiert.

Geeignete Bürger sollen in Uniform auf Streife gehen

Murnauer Polizei-Chef plädiert für Sicherheitswacht

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Polizei-Chef Joachim Loy positioniert sich klar für die Einrichtung einer Sicherheitswacht in Murnau. Er hält den ehrenamtlichen Dienst für eine sinnvolle Ergänzung der Polizeiarbeit. Die Entscheidung fällt die Politik.

MurnauNimmt man die Kriminalitätsstatistik, präsentiert sich Murnau als Insel der Seligen. Doch Zahlen, Daten und Fakten sind nur eine Seite, das subjektive Empfinden der Menschen ist die andere: „Wir merken schon, dass das Sicherheitsgefühl bei der Bevölkerung nachgelassen hat – ich denke auch durch die Terror-Anschläge“, sagt Joachim Loy, Leiter der Polizeiinspektion Murnau. Hier will er gegensteuern. „Wir werden alles tun – aber wir können nicht überall sein.“

Hier kommen Sicherheitswachten ins Spiel. Sie sind landespolitisch gewünscht: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) machte deutlich, dass er ein Verfechter der Bürger auf Streife ist. Er will, dass ihre Zahl deutlich steigt. Garmisch-Partenkirchen diskutiert längst über die Installierung einer Sicherheitswacht, in Murnau lief der politische Diskurs erst an. Loy sowie Herbert Kieweg, Chef der Polizei in Schongau, wo die Sicherheitswacht seit Jahren Erfolgsgeschichte schreibt, stellten das Projekt im Hauptverwaltungsausschuss vor. Dieser wird sich in der kommenden Woche erneut damit befassen. Eine Entscheidung pro oder contra werde der Gemeinderat „frühestens im November“ fällen, sagt Anita Barry, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus. Loy hofft, dass das Gremium zustimmt.

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) bezieht schon jetzt Position: „Ich sehe die Sicherheitswacht positiv.“ Diese sei „ein möglicher Lösungsansatz, durch den die Regeln im öffentlichen Raum eingehalten werden können. Vorausgesetzt, es ist gut gemacht“. Dabei habe die Polizei sein volles Vertrauen, „auch bei der Auswahl geeigneter Personen. Denn diese sollten über eine entsprechende soziale Kompetenz verfügen – insbesondere, wenn es um Jugendliche geht.“

Diese können ein Anlass sein, Sicherheitswacht-Mitglieder zu einem bestimmten Ort zu schicken. Erlhaus, Fußgängerzone, Kulturpark oder Bucht wären mögliche Einsatzorte. Es kann darum gehen, auf dem Weihnachtsmarkt Taschendiebe abzuschrecken oder an anderer Stelle Vandalismus und Missstände zu verhindern. Loy will weder Wichtigtuer noch Möchtegern-Sheriffs – und schon gar keine Bürgerwehr. Vielmehr sieht er in den Ehrenamtlichen, die eine Aufwandsentschädigung erhalten, eine Ergänzung zu den rund 30 Beamten seiner Inspektion. „Uns entbindet das nicht.“ Loy zufolge geht es nicht darum, Lücken im Personal mit Freiwilligen zu stopfen: „Wir sind genug Leute. Der Bürger kann sich darauf verlassen, dass die Polizei immer da ist und alle Probleme lösen kann.“ Trotzdem wäre er froh über eine Wacht auf Tour – „zusätzlich zu uns, nicht anstelle von uns. Ich habe dann eine Doppelstreife mehr“.

Die Polizei wählt, bildet und stattet die staatlich finanzierten Ehrenamtlichen aus, die in blauer Uniform, mit Pfefferspray und Funkgerät je nach Bedarf und Anweisung tagsüber oder nachts unterwegs sind. Sie beginnen und beenden ihren Dienst in der Inspektion. Wachtmitglieder sollen Ansprechpartner für Bürger und Urlauber sein, die Auskunft brauchen, aber auch vermitteln sowie Hilfe und Prävention leisten: die Augen offen halten nach Dingen, die aus dem Ruder laufen. Können sie die Situation nicht selbst klären, funken sie die Inspektion an. Und, was Loy wichtig ist: Wacht-Mitarbeiter sorgen in seinen Augen für ein stärkeres Sicherheitsempfinden, das er als sehr hohes Gut einstuft. „Die Bürger sollen sich wohl und sicher fühlen.“

Nicht jeder kommt für den Dienst in Frage, stellt Kieweg klar: Der Bewerber, der zwischen 18 und 60 Jahre alt sein muss, brauche Stabilität und Ruhe auch in Konfliktsituationen, eine gewisse Ausgeglichenheit und Kontaktfreude. In Schongau komme die Sicherheitswacht, die aktuell sechs Mitglieder sowie drei in Ausbildung hat und für die Polizei eine Art Partner darstellt, „sehr gut an“, sagt Kieweg. Sie helfe bei Banalitäten, leiste aber auch öfter Erste Hilfe oder melde Straftaten. „Die Leute sind froh, dass sie Ansprechpartner haben“ – oder jemanden, der sie nachts sicher heim begleitet.

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