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Verbindet die Fußgängerzone mit der Bahnhofstraße: die Postgasse.

Spannende Entscheidung im Murnauer Gemeinderat

Postgasse: Zwei Varianten stehen zur Auswahl

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Nach dem KTM-Vorplatz soll nun auch die Murnauer Postgasse attraktiver werden. Mit dem Thema beschäftigt sich der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung. Zur Wahl stehen zwei Sanierungsvarianten. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

Murnau – Die Murnauer Postgasse mag zwar etwas unscheinbar wirken, aber sie hat als Verbindung zwischen der Fußgängerzone und der Bahnhofstraße eine wichtige Funktion. Und sie bietet noch dazu einige Geschäfte, Lokale und Dienstleister. Der für den Verkehr freigegebene Abschnitt bis zur Engel-Apotheke soll ein neues Gesicht erhalten. Es ist im Prinzip die Fortsetzung der bereits abgeschlossenen Neugestaltung des weiträumigen Areals vor dem Kultur- und Tagungszentrum (KTM) – ein Großprojekt, das nicht bei allen gut ankommt. Kritiker sprechen von einer unschönen „Steinwüste“.

Für die Postgasse stellte heuer im März ein von der Marktgemeinde beauftragter Stadtplaner im Bauausschuss ein erstes Konzept vor. Auch die Anlieger waren miteingebunden. Allerdings konnte sich damals das Gremium zu keiner Entscheidung durchringen. Jetzt kommt das Thema am Donnerstag, 17. Mai, in den Gemeinderat.

Die Diskussion dürfte spannend werden. Denn laut Jan-Ulrich Bittlinger, Pressesprecher und Wirtschaftsförderer des Marktes, stehen zwei Varianten zur Wahl. Zum einen wird ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich vorgeschlagen, vergleichbar mit dem Untermarkt. Das heißt: Tempo 20 und eine sichtbare Unterscheidung zwischen Gehweg und Straße.

Variante zwei geht noch einen Schritt weiter: Dabei handelt es sich um einen erheblich verkehrsberuhigten Bereich, umgangssprachlich häufig Spielstraße genannt. Das Besondere daran: Alle Verkehrsteilnehmer, also Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger, sind auf einer Ebene gleichberechtigt – und es gilt Schrittgeschwindigkeit.

Im Zuge einer Umfrage unter den Anliegern sei einhellig Wunsch nach einer höheren Aufenthaltsqualität geäußert worden, berichtet Bittlinger. Aus Sicht der Wirtschaftsförderung sei der Favorit klar: die besagte Spielstraße. Denn von dieser könne der Einzelhandel profitieren. „Mir geht es darum, eine optische Verbindung der Fußgängerzone zur Bahnhofstraße zu bekommen“, erklärt Bittlinger. Er verweist darauf, dass in den nächsten Jahren auch die Bahnhofstraße als Einkaufsmeile aufgewertet werden soll.

Doch nicht alle brechen beim Vorhaben Postgasse in Jubelstürme aus. Für Wolfgang Köglmayr – dem ehemaligen CSU-Gemeinderat gehören dort mehrere Immobilien – geht das alles zu schnell. Bereits die KTM-Vorplatz-Sanierung sei eine Belastung gewesen, erklärt er – und jetzt würden auch noch Fernwärme-Leitungen verlegt. Die Einschränkungen führten in den Geschäften zu Umsatzeinbußen, sagt der Unternehmer. Seine Forderung: „Man muss jetzt erstmal wieder Ruhe einkehren lassen.“ Die Postgasse sei vor zehn Jahren neu geteert worden, es bestehe also kein Grund zur Eile. Köglmayr plädiert dafür, ein bis zwei Jahre zu warten – und den Dialog mit den Betroffenen zu intensivieren. Einen politischen Seitenhieb kann er sich nicht verkneifen: „Wir leben im Zeitalter des Aktionismus.“

Auch Phillip Zoepf, Sprecher der Fraktion „Mehr bewegen“, will nichts überstürzen: „Wir dürfen die Gewerbetreibenden nicht im Übermaß belasten“, erklärt der Volksvertreter, der sich für die gemäßigte Variante ausspricht. „Wir sollten uns Gedanken machen, das Ganze zeitlich zu entzerren.“ Auch warnt er davor, im Verbund mit dem KTM-Platz einen „riesigen gelben Klecks“ zu produzieren. Sinnvoll wäre es, erstmal ein 3D-Modell zu sehen.

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