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Kreativ: Murnaus Realschüler schufen zusammen mit Künstlern so genannte Menschenrechtsbänke, hier bei der Einweihung Mitte September.

Jugenddemo der Murnauer Realschule

Marsch für Menschenrechte

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Zu einer großen Jugenddemo kommt es am Freitag, 12. Oktober, im Murnauer Ortszentrum: Mehrere hundert Realschüler wollen auf die Straße gehen und gegen den Vandalismus an denen von ihnen kunstvoll gestalteten Menschenrechtsbänken protestieren.

Murnau – Die Enttäuschung sitzt offenbar tief bei Murnaus Realschülern. Sie hatten viel Herzblut in eine Aktion gesteckt, die erst vor vier Wochen im Rahmen der „Langen Nacht der Demokratie“ in der Marktgemeinde präsentiert wurde und über die Landkreisgrenzen hinaus Beachtung fand. Die Heranwachsenden hatten zusammen mit Kreativen aus der Regional – dazu zählten etwa der Schriftsteller Jörg Steinleitner und der Künstler Johannes Volkmann – einzelne Artikel der Menschenrechtskonvention in die Latten der Bänke gebrannt, die an der Mariensäule in der Fußgängerzone stehen. Das Ergebnis: so genannte Menschenrechtsbänke.

Doch die Freude über die Kunstwerke währte nur kurz: Denn Unbekannte besprühten und beschmierten am vergangenen Wochenende fünf der sieben Sitzgelegenheiten. Die Inschriften sind seitdem nur mehr schwer oder gar nicht zu lesen. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) vermutet, dass dahinter ein „politisch motivierter Vandalismus“ steckt. Bislang hat die Polizei noch keine Hinweise, die zur Aufklärung der Sachbeschädigung führen.

In der Realschule will man die Sache nicht einfach abhaken und zur Tagesordnung übergehen. „Wir lassen es uns nicht bieten, dass die Arbeit der Schüler vernichtet wird“, sagt Direktor Ralf Havelka. Aus diesem Grund unternehmen am Freitag, 12. Oktober, ab 11 Uhr die Schüler zusammen mit ihren Lehrern, den beteiligten Künstlern und Rathaus-Chef Beuting einen Menschenrechts-Marsch von ihrer Bildungseinrichtung zur Mariensäule. Dort lesen dann nach einer offiziellen Begrüßung die Jugendlichen um 11.45 Uhr alle 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor. Das Motto lautet: „Die Menschenrechte lassen sich nicht übersprühen.“ In einer Pressemitteilung, die der Riegseer Anwalt und Autor Steinleitner verschickt hat, heißt es, dass die Schüler damit „ein deutliches Zeichen zur Verteidigung der Menschenrechte“ setzten.

Den Realschülern steht es frei, ob sie mitmachen. Havelka geht aber davon, dass ein Großteil dabei sein wird – und rechnet mit 400 bis 500 Teilnehmern. Auch weitere Interessenten sind eingeladen, zu der Kundgebung zu kommen.

„Wir haben die Artikel der Menschenrechtserklärung ganz bewusst ins Holz gebrannt“, erklärt Volkmann. „Das kann man nicht so einfach übersprühen.“ Demnächst sollen die Bänke bearbeitet werden, um die Zitate wieder sichtbar zu machen. „Vielleicht wird man dann noch einzelne Spuren dieses idiotischen Vandalismus sehen“, sagt Steinleitner. Es ist ihm unbegreiflich, wie man gegen die Menschenrechte angehen kann, die schließlich jeden schützen, auch jenen, der die Bänke verschandelte. Steinleitner: „Aber ich finde, so ein Kunstwerk passt gut in eine Zeit, in der es immer mehr Leute gibt, die meinen, die Menschenrechte mit schamloser Wortwahl und noch schamloseren Handlungen in Frage stellen zu können.“ Dass solch ein Verhalten nicht toleriert wird, stellen Murnaus Realschüler unter Beweis.

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