Messer-Mann ersticht Frau mitten auf der Straße - Täter auf der Flucht

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Wird in Chile Leiter einer Berufsschule: der Murnauer Pädagoge Thomas Mittelstraß. Er sagt: „Ich bin einfach vom Auslandsschul-Virus infiziert.“ 

Realschullehrer wird Leiter einer Berufsschule

Das große Abenteuer: Von Murnau nach Santiago de Chile

Der Murnauer Realschullehrer Thomas Mittelstraß  wagt ein großes Abenteuer: Er wandert mit seiner Familie für mindestens drei Jahre nach Südamerika aus.

Murnau – Es ist zweifelsohne ein großes Abenteuer, auf dass sich Thomas Mittelstraß mit seiner Frau und den drei Kindern einlässt: Bereits Mitte Juli steigen sie zusammen in den Flieger nach Santiago de Chile – ohne Rückflugticket im Gepäck. Denn der Lehrer an der Murnauer Realschule wird in der Hauptstadt von Chile Leiter einer berufsbildenden Schule. Sein Vertrag läuft zunächst über drei Jahre – kann aber einmal um die gleiche Zeitspanne verlängert werden.

Den Traum, Schulleiter zu werden, hat der Familienvater schon länger. „Eine Leitungsfunktion im Ausland ist natürlich eine ganz besondere Herausforderung“, sagt Mittelstraß. Als das Jobangebot an ihn herangetragen wurde, hat er erstmal ein halbes Jahr mit seiner Familie das Für und Wider abgewogen – ehe er zusagte. Seine älteste Tochter ist zwölf und spricht bereits hervorragend Spanisch. Sie kam nämlich mit ihren Eltern und dem neunjährigen Bruder erst vor drei Jahren zurück nach Deutschland. Davor hatte die Familie fünf Jahre lang in Argentinien gelebt. Der kleinste Sohn (heute fünf) kam dort zur Welt.

„Argentinien hat uns als Familie zusammengeschweißt und wachsen lassen“, sagt der Pädagoge. Deshalb machen sie sich frohen Mutes auf zu ihrem „letzten, großen, gemeinsamen Abenteuer“.

Komplett auszuwandern, das kommt für die in Weilheim lebende fünfköpfige Familie nicht in Frage. „Ich könnte mir höchstens vorstellen, später mal zwei Standbeine in zwei verschiedenen Welten zu haben“, sagt Mittelstraß. Was ist es nun aber, das ihn so an Lateinamerika reizt, dass er hier für mindestens drei Jahre alle Zelte abbricht? „In Chile spielt Zeit keine so große Rolle wie in Deutschland. Auch ist der Leistungsdruck an Schulen geringer. Die Schule, an der ich die Berufsschule leiten werde, besuchen insgesamt an die 1000 Schüler.“ Mittelstraß wird dort an die 80 Jugendliche und acht Kollegen leiten. Da gibt es keine hierarchischen Strukturen – stattdessen ist Teamwork angesagt. „Die duale Ausbildung ist in Chile noch nicht so bekannt. Deshalb werde ich auch die Werbetrommel rühren, Kontakte mit der Botschaft und dem Bildungsministerium haben“, sagt Mittelstraß. Außerdem reizt den Klassenleiter einer Abschlussklasse auch die einzigartige Natur Chiles: Dort gibt es vom Vulkan bis zum Gletscher, vom Strand bis zur Wüste einfach alles.

Chile ist rund 4000 Kilometer lang, aber nur ganz schmal. Die Familie wird genau in der Landesmitte wohnen: 45 Autominuten vom nächsten Skigebiet und eineinhalb Autostunden vom Pazifik entfernt. Am 1. August ist der erste Arbeitstag des Realschullehrers, der noch nicht weiß, wo er mit seiner Familie wohnen wird. Deshalb fliegt er in den Osterferien schon einmal nach Südamerika und sieht sich ein paar Objekte an. Doch diese Unklarheit stresst den Pädagogen nicht wirklich: „Ich weiß, dass in Chile einer für den anderen einsteht. Sollten wir bei unserer Ankunft noch keine Bleibe haben, gewährt uns mit Sicherheit ein Kollege Unterschlupf.“ Der letzte Arbeitstag von Thomas Mittelstraß an der hiesigen Realschule ist der 9. Juli – ein paar Restwochen an Elternzeit machen es möglich. Traurig sind darüber vor allem seine Schüler, die zu diesem Zeitpunkt ihr Abschlusszeugnis noch nicht in den Händen halten und ihren Abschlussball ohne ihren Klassenleiter feiern müssen. Aber dieser verspricht: „Wir werden uns gleich, wenn alle Prüfungen vorbei sind, treffen und Abschied feiern.“

Michaela Feldmann

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