Platz für Feuerwehr und BRK: das alte Volksfestgelände an der Kellerstraße.
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Platz für Feuerwehr und BRK: das alte Volksfestgelände an der Kellerstraße.

Zwei getrennte Gebäude auf dem selben Areal

Murnauer Rettungszentrum: Doch gemeinsame Lösung von Feuerwehr und BRK möglich

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    VonSilke Reinbold-Jandretzki
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In Murnau könnte es nach der Empfehlung eines Arbeitskreises doch ein gemeinsames Rettungszentrum von Feuerwehr und BRK geben.

Murnau – Zwei Murnauer Blaulicht-Organisationen, ein Problem: Freiwillige Feuerwehr und BRK sind an ihren Standorten längst an Grenzen gestoßen. Beiden fehlt es an Platz, und ihre Domizile sind nicht mehr zeitgemäß. Der Gemeinderat stellte für die Feuerwehr bereits die Weichen: Das Gremium entschied sich für den alten Volksfestplatz am Rewe-Markt als künftigen Standort des Gerätehauses und folgte damit der Empfehlung eines Arbeitskreises, der aus Vertretern von Feuerwehr, Verwaltung und Gemeinderat besteht.

Dieser Kreis hat mittlerweile das nächste Zeichen bei diesem Großprojekt gesetzt: Nach Tagblatt-Recherchen kam er einstimmig zu dem Schluss, dass Wehr und BRK das Areal gemeinsam nutzen können – eine Empfehlung an den Gemeinderat, der diesen Weg erst noch beschließen muss. 

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In der Vergangenheit hatte Feuerwehr-Kommandant Florian Krammer große Bedenken an dieser gemeinsamen Lösung angemeldet, weil er befürchtete, dass seine Organisation damit wichtige Erweiterungsoptionen verlieren könnte. Nun setzte offenbar ein Umdenken ein. Man war immer davon ausgegangen, dass das gesamte BRK mit allen seinen Institutionen – dazu zählen etwa Berg- und Wasserwacht – auf das neue Gelände ziehen möchte. Doch es geht nur um die hauptamtliche Wache, die den Rettungsdienst stemmt. 1000 Quadratmeter meldete der zuständige BRK-Kreisverband nach Angaben von Pressesprecher Jörg Jovy als maximalen Bedarf an; 8000 Quadratmeter bietet das Gelände insgesamt, also inklusive Böschungen und ähnlichem, das sich nicht direkt verwenden lässt. 1000 Quadratmeter fürs BRK? „Das geht, dagegen haben wir nichts“, sagt Krammer. Angedacht ist, dass für Rotes Kreuz und Wehr getrennte Gebäude errichtet werden.

Beim BRK hatte die Gemeinde nach Angaben Jovys den Flächenbedarf „noch einmal angefragt, wir waren verwundert“. Schließlich erhielt man Bescheid, dass beide Organisationen auf dem alten Volksfestplatz möglich wären. Falls alles klappt, bestätigt Jovy, würde das BRK nur mit der Rettungswache von der Seidlstraße aufs Gemeinschafts-Areal ziehen. „Diese hat für uns Priorität.“ Im zweiten Schritt will sich das BRK des Clostermannhauses annehmen, das es weiter nutzen will, das aber saniert werden muss.

Neuer Standort: Feuerwehr und BRK wünschen sich eine rasche Umsetzung

Rotes Kreuz und Wehr eint ein Wunsch: der nach einer raschen Umsetzung des Millionen-Vorhabens. „Wir müssen weiterkommen“, unterstreicht Krammer, der allerdings einräumt: „Das ist kein einfaches Projekt.“ Das fängt schon beim Untergrund an, in dem viele Tonnen Unrat schlummern. Das Material muss abgetragen werden. Und Jovy sagt, er freue sich über die Lösung, „aber es muss jetzt weitergehen. Die zeitliche Komponente spielt eine bedeutende Rolle“. Das BRK baue gerne, am liebsten mit der Feuerwehr in einem eigenen Gebäude in einem Rettungszentrum. Doch man scheut eine unendliche Geschichte: „Wenn wir Alternativen finden“, sagt Jovy, „werden wir diese prüfen.“

Feuerwehr-Referent Michael Hosp (CSU) hatte jüngst in der Sitzung des Gemeinderats bereits angemahnt, das Projekt dürfe nicht verzögert werden. Er hätte sich für diesen Tag unbedingt eine Abstimmung gewünscht. Die Empfehlung des Arbeitskreises, nichtöffentlich getroffen, liegt seit Wochen vor. „Ich war etwas irritiert, dass ein so wichtiges Thema nicht im Gemeinderat auf die Tagesordnung kommt“, sagt er auf Tagblatt-Anfrage. „Das wäre sehr wichtig gewesen, damit jeder weiß, wo er steht.“

Im Murnauer Rathaus weist man den Vorwurf zurück, nicht das gebotene Tempo an den Tag zu legen. „Das Vorhaben Feuerwehrhaus wird in der Gemeindeverwaltung mit Dringlichkeit bearbeitet“, erklärt Annika Röttinger. Derzeit liefen „Abstimmungen für die Planung und Umsetzung“ der Sanierung. Die Frage, wann die Altlasten beseitigt werden sollen, lässt sie offen – ebenso wie die nach der Empfehlung des Arbeitskreises. Grund: Zu vorberatenen Inhalten erteile man erst Auskunft, wenn die Gemeinderäte informiert seien. Dies soll „in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen“ erfolgen.

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