Marktgemeinderat Murnau 

Murnauer Schwimmbad-Debatte: Manlik gibt Rapp contra

Der Bedarf für ein Schulschwimmbad in Murnau ist vorhanden. Da sind sich die Marktgemeinderäte einig. Ob so ein Projekt auch finanziert werden kann, ist bis dato unklar. Die Debatte im Kreisausschuss hatte jetzt ein Nachspiel in der letzten Ratssitzung des Jahres.

Murnau – Es ist zu erwarten gewesen. Nachdem Anfang Dezember die Debatte um den Bau eines Schwimmbads in Murnau wieder aufflammte, kam das umstrittene Thema auch am Donnerstagabend in der Weihnachtssitzung des Marktgemeinderats aufs Tapet. Nahezu jeder Fraktionssprecher ging in seiner Haushaltsrede darauf ein. Dabei kritisierte Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) den Vizelandrat und Murnauer Altbürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU) scharf. Mit Verweis auf eine Redewendung in einem Tagblatt-Bericht, wonach Rapp im Kreisausschuss gegen Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) „mit dem politischen Florett“ focht, betonte Manlik: Altbürgermeister Rapp „hat nicht das Florett in der Hand, sondern einen Dolch, der in den Rücken gestoßen wird“, und zwar in den von Manliks Parteifreund Beuting. Zudem schimpfte der ÖDP/Bürgerforum-Sprecher, dass Kritik am Amtsnachfolger „schlechter Stil“ sei.

Während Manlik Beuting in Schutz nahm, kamen von Seiten der CSU Vorwürfe an die Adresse des Rathauschefs. Sprecherin Regina Samm monierte, dass das Landratsamt im August ein Schreiben „mit klaren Aussagen“ an die Kommune sandte. „Leider haben wir das im Gemeinderat nicht erfahren.“ Diesen Vorwurf hatte jüngst auch Welf Probst, Sprecher der Freien Wähler, dem Murnauer Bürgermeister gemacht.

Beuting machte deutlich, dass seiner Meinung nach ein Projekt in dieser Größenordnung durchfinanziert sein müsse. „Sonst wird das ein Stück weit unseriös.“ Manlik betonte, dass in Bezug auf eine etwaige Beteiligung des Landkreises die Kreis-Gremien maßgeblich seien und nicht das Landratsamt.

Kann sich die Kommune ein Schwimmbad dauerhaft leisten? Phillip Zoepf, Sprecher von Mehr Bewegen, hat Zweifel. „Wir sind für ein Schwimmbad, aber nicht zu jedem Preis. Nach aktuellem Wissensstand ist dieser Preis zu hoch.“ Ernst Ochs (SPD) hält eine „sorgfältige Analyse“ für nötig. „Nicht alles, was wünschbar ist, ist auch machbar.“

Machbar hält der Marktgemeinderat einiges. Nachdem das Gremium den Haushaltsplan für 2018 bereits im November einstimmig abgesegnet hatte, stand nun noch der Satzungsbeschluss an. Alle Räte waren dafür. Das Zahlenwerk umfasst in den Einnahmen und Ausgaben insgesamt rund 40,4 Millionen Euro. Freien-Sprecher Probst mahnte, bei allem Elan die Schuldensituation nicht außer Acht zu lassen. 2004 sei die Gemeinde gezwungen gewesen, Grundstücke zu verkaufen. Das sollte sich aus seiner Sicht nicht wiederholen. Samm fand es angebracht, die „Ausgabenseite mehr im Blick“ zu behalten.

Eine zentrale Aufgabe ist und bleibt der Wohnungsbau. Es sind bereits einige Projekte in der Mache. Manlik geht aber der geplante genossenschaftliche Wohnungsbau am James-Loeb-Haus zu langsam. „Da müssen wir in die Pötte kommen.“ Auch die Kirche sei in die Pflicht zu nehmen und die Unfallklinik. Grünen-Einzelkämpferin Veronika Jones präsentierte sich als Anhängerin des Credos „Mit Sparen kann man nicht in die Zukunft investieren“. Insgesamt ist sie der Meinung, dass sich die Kommune nicht übernimmt. „Wir lösen einen Investitionsstau.“

Sepp Gramer (fraktionslos) tat es im Zusammenhang mit dem mangelnden Wohnraum für Flüchtlinge „in der Seele“ weh, dass das Seehaus in Seehausen leer steht. Die Immobilie der Sozialservice Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes war einmal als Unterkunft für Asylbewerber vorgesehen. Doch diese Pläne wurden aufgegeben.

Roland Lory

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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