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Auf ins Abenteuer Forschungsreise: die Staffelsee-Gymnasiasten (v.l.) Sophia Matthaei, Luise Blümchen, Jonathan Süßenbach, Anna Voggeser und Veronika Reitmayer.

Fünf Achtklässler sind bei außergewöhnlichem Projekt dabei

Murnauer Staffelsee-Gymnasiasten gehen auf Forschungsreise

Unbekannte Länder entdecken, Daten sammeln und auswerten – auf Forschungsreise gehen: Was für viele Menschen noch immer ein Traum ist, wird für fünf Murnauer Staffelsee-Gymnasiasten Realität.

Murnau – Vielleicht ist die Romantik, die Forschungsreisen in früheren Zeiten umwehte, etwas verschwunden. Aber die Faszination und einen Hauch von Abenteuer gibt es noch immer. In dieses wollen sich fünf Schüler aus Murnau heuer stürzen: Veronika Reitmayer, Luise Blümchen, Anna Voggeser, Sophia Matthaei und Jonathan Süßenbach, die derzeit die achte Klasse am Staffelsee-Gymnasium besuchen. Sie haben sich beim Institut für Jugendmanagement für das Projekt Master MINT (steht für die Fachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) beworben. Die Stiftung mit Sitz in Heidelberg ermöglicht es motivierten Jugendlichen, einmal die praktische Seite der Wissenschaft zu erleben und in Regionen der Welt zu reisen, die vielleicht bei den Urlaubsangeboten nicht ganz vorne stehen. Gedacht sind diese Angebote als Ergänzung der normalen Schulausbildung; der Spaß wird unter den Jugendlichen aus ganz Deutschland sicher nicht zu kurz kommen.

Veronika Reitmayer, Luise Blümchen, Anna Voggeser, Sophia Matthaei und Jonathan Süßenbach hatten mit ihren Bewerbungen Erfolg und werden im Frühjahr zu verschiedenen Expeditionen aufbrechen. Für Sophia und Luise geht es für acht Tage nach Island. Dort werden sie Gletscher und Vulkane, aber auch die Vegetation, die Menschen und ihre Kultur kennenlernen und erforschen. Welche Aspekte genau für sie im Vordergrund stehen, werden sie in ihrer Gruppe selbst entscheiden. Anna, Veronika und Jonathan fahren für zwölf Tage mit dem Bus von Heidelberg aus Stück für Stück durch Deutschland und Skandinavien, bis an den nördlichsten Festlandspunkt Europas, das Nordkap. Auf dem Weg werden sie Nationalparks besuchen, unter anderem die Veränderung der Vegetation erleben und hautnah die Auswirkungen des Klimawandels erforschen können.

An Motivation fehlt es den Schülern nicht. Daher war es für sie auch nicht schwer, für ihre Bewerbung Empfehlungen von Schulleiter und Bürgermeister zu bekommen. Veronika war vor fünf Jahren schon einmal in den Sommerferien am Nordkap und hat dort das Polarlicht erlebt. Sie freut sich darauf, diese Region wiederzusehen, während Luisa neugierig darauf ist, etwas Neues kennenzulernen. Sophie interessiert sich für Vulkane und Gletscher, und Anna hofft darauf, Dinge zu erleben und Orte zu sehen, die bei einer normalen Urlaubsreise eher nicht auf dem Programm stehen. Jonathan engagiert sich bei Greenpeace und Fridays for future: „Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mir selbst ein Bild von den Folgen des Klimawandels zu machen“, sagt er.

Obwohl diese Reisen von der Stiftung organisiert und gefördert werden, sind sie für die Teilnehmer nicht kostenlos. Eine erhebliche Eigenbeteiligung wird erwartet, und außerdem müssen die Jugendlichen vor Ort Sponsoren für ihre Forschungsreisen finden. Das ist zwar nicht unbedingt das, was die fünf aus Murnau am liebsten tun, aber warum sollte es ihnen anders gehen als einst einmal zum Beispiel Alexander von Humboldt oder Charles Darwin, die zu ihrer Zeit auch um die Finanzierung ihrer verschiedenen Expeditionen kämpfen mussten?

Die Ergebnisse ihrer Reisen werden sie natürlich vorstellen, wenn sie wieder heimgekehrt sein werden. Unter anderem sind eine Ausstellung zum Projekt und ein Vortrag für die ganze Schule geplant.

Heribert Riesenhuber


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