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Drei auf einen Streich: Murnaus junge Störche warten im Horst auf der Emanuel-von-Seidl-Grundschule auf die Rückkehr der Eltern.

Murnauer Störche überstehen kritische Entwicklungsphase

Alle drei Jungen gut entwickelt

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In Murnau bahnt sich ein gutes Storchenjahr an: Die drei Jungen, die vor über vier Wochen im Horst auf dem Kamin der Emanuel-von-Seidl-Grundschule geschlüpft sind, haben sich „gut entwickelt“.

Murnau - Das bestätigt Michael Schödl, Geschäftsführer der hiesigen Regionalgruppe des Landesbunds für Vogelschutz (LBV). Keiner der kleinen Weißstörche wirkt schwächer oder schlechter ernährt als seine Geschwister.

Damit besteht die Möglichkeit, dass in Murnau erstmals drei geschlüpfte Junge überleben werden – zumal der Nachwuchs die wirklich kritische Phase, in der anhaltende Kälte und Dauerregen ein großes Risiko bergen würden, bereits hinter sich gebracht hat. „Die Zeit, in der die Störche gewärmt und geschützt werden müssen, ist eigentlich vorbei“, betont Schödl. „Sie haben gute Chancen, durchzukommen.“ Schon jetzt überdeckt das Jugendgefieder die Daunen, auch der schwarze Streifen im Federkleid entwickelt sich bereits. Allerdings birgt die Gewittersaison, die heftig ausfallen kann, noch Unwägbarkeiten.

Aktuell sind die jungen Murnauer Störche etwa halb so groß wie ihre Eltern. Schödl schätzt, dass sie sich noch drei bis vier Wochen im Horst aufhalten werden, bevor sie erste Flugversuche unternehmen. Anfang Juli, glaubt er, wird sich das Trio dann mehr und mehr von seinem Nest verabschieden, also flügge werden.

Bis dahin können Interessierte das Geschehen im Horst durch ein Spektiv beobachten. Monika Klas bietet für den LBV noch drei Storchenführungen an: am Freitag, 2., 9. und 16. Juni. Treffpunkt ist jeweils um 16 Uhr am Rathaus am Obermarkt.

Diese Info-Touren hatten sich schon in der Vergangenheit bewährt. Die Küken von einst hatten mitunter wesentlich schlechtere Bedingungen, nicht alle Jungtiere überlebten die damals anhaltenden Niederschläge bei niedrigen Temperaturen. Diesmal zeigt sich die Witterung storchenfreundlicher.

Der Vogel ist generell im Kommen. Die Population befinde sich „im Aufwind“, sagt Schödl. In der weiteren Region besetzen die Störche immer wieder neue Horste, und der LBV-Experte geht davon aus, dass diese Entwicklung anhalten wird: „Es wird jedes Jahr wieder in irgendeinem Dorf einen neuen Storch geben“, prophezeit der Ohlstädter. „Wir müssen hier gar nicht viel zutun“ – es gelte lediglich zu überprüfen, ob der Standort jeweils geeignet sei. Noch haben die Störche freie Auswahl. Irgendwann aber wird eine Kapazitätsgrenze erreicht sein.

Die Ausbreitung wird sich allerdings nicht südlich von Murnau abspielen – zu unwirtlich gestalten sich die Bedingungen. Doch selbst dafür würde Schödl auf lange Sicht seine Hand nicht ins Feuer legen: „Man soll nie nie sagen.“

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