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Murnauer Spezialitäten: Alexandra Thoni mit der Geschenkkiste, die in der Tourist Information angeboten wird.

Tourist Information im Zentrum erfährt großen Zulauf

Murnau hat neuen Besucher-Magneten

Die neue Tourist Information im Herzen Murnaus erfährt immensen Zulauf. Die Besucherzahlen sind in der ersten Sommersaison deutlich höher als zuvor. Dafür gibt es gute Gründe.

Murnau – Es ist doch schon ein paar Jährchen her, seit Alexandra Thoni regelmäßig die Eishockey-Spiele der Straubing Tigers besucht hat. In ihrer Heimat half sie sogar, die Wohnungen der Importspieler einzurichten. Einen gewissen Geschmack darf man ihr daher zusprechen. In ihrem Meisterwerk aber wohnen keine Profisportler. Es beheimatet die Tourist Information des Marktes Murnau, geöffnet seit 1. Juni, also seit gut drei Monaten. Am liebsten würde Leiterin Thoni diesen Punkt verschweigen, doch die Räumlichkeiten in der ehemaligen Registratur des Murnauer Rathauses tragen „meine Handschrift“. Architekt und Schreiner lobt sie für ihre „Meisterleistung“, Marktbaumeister Klaus Tworek für seine Geduld. „Ich weiß nicht, wie oft der in die Tischkante gebissen hat ob unserer Ideen“, sagt Thoni.

Voriges Jahr, kurz vor Weihnachten, als die Gemeinde ihre neue TI-Leiterin der Öffentlichkeit präsentierte, stand sie auf einer Baustelle in einem leeren Raum zwischen Christbaum und Krippe. Trotzdem habe sie sich wohlgefühlt. „Vor meinem geistigen Auge ist alles gewachsen“, sagt die Tourismus-Chefin. Nach einem Vierteljahr haben alle Mitarbeiter das alte Heim im Kultur- und Tagungszentrum (KTM) vergessen. Vor kurzem spazierte Thoni am KTM vorbei und dachte sich: „Ich weiß schon gar nicht mehr, wie es da drin aussieht.“

Wie das so schnell passieren konnte? Das Tagblatt erklärt die wichtigsten Gründe:

Der Wohlfühl-Faktor: Ein Kopf im Guckloch, mehr war das nicht, was Urlauber im KTM von den Mitarbeitern sahen. Für jeden Prospekt liefen die Gäste zum Schalter. Manche fühlten sich wie in der Bank. Fehlte bloß noch das Panzerglas. Offen, hell, einladend kommen die neuen Räume daher. Die Scheiben am Empfang verschwanden. Prospektwände verteilen sich im Raum. Bänke laden zum Sitzen und Lesen ein. Über die riesengroßen, eisenbeschlagenen Holztüren zur Dekoration „kann ich mich jeden Tag freuen“, sagt Thoni. Selbst das Problem mit dem Schall hat man gelöst. Der Schreiner montierte Vorrichtungen im Gewölbe, die den Schall schlucken. Blumen liefern die vier Murnauer Gärtnereien im Wechsel. Jede schmückt für einen Monat den Raum. „Alles ist so, wie ich mir das vorgestellt habe.“

Die Besucherzahlen: Natürlich erhebt keiner Statistiken. Aber Gefühl und Erfahrung reichen in diesem Fall für eine erste Bilanz. Mindestens doppelt so viele Besucher zählt Thoni. „Bis zur dreifachen Frequenz“, schätzt sie. Gerade am Montag stürmen die Neuankömmlinge in den Untermarkt. Selbst am Wochenende arbeiten sie in der TI mittlerweile zu zweit. „Anders geht das nicht mehr.“

Die Digitalisierung: Zwei Bildschirme mit Bildern und Veranstaltungshinweisen im Empfangsbereich, ein Touch-Terminal nebenan – Technik erobert die TI. Demnächst soll der Computer mit sämtlichen Informationen vor das Gebäude umziehen. Wie etwa in Oberammergau. Allerdings funktioniert das WLAN noch nicht wie gewünscht. Spätestens im neuen Jahr dürfte alles klappen. Auf der Prioritätenliste ist zudem das Thema „Soziale Medien“ weit nach oben gerutscht. Die Internetseite murnau.de, Facebook und Instagram befüllen die Mitarbeiter nur sporadisch. „Da braucht es mehr“, sagt Thoni. Ihr Plan sieht ein eigenes Marketing-Konzept vor. Das kommt allerdings erst, wenn die Technik funktioniert. Derzeit stellt die TI auch ihre Gastgeber-Verwaltung um. Murnau wechselte als letzter Tourismus-Verbund den Anbieter, auf den der ganze Landkreis setzt. Thoni scherzt: „Die Kinderkrankheiten haben die anderen für uns durchgemacht.“

Das Murnauer Eckerl: Aus Murnau für Murnau und die Welt – nach diesem Motto vertreibt die TI Produkte aus dem Ort. Teilweise sogar exklusiv für den neuen Standort angefertigt. Das kleine Verkaufseck sei zwar „nicht unser vorrangiges Geschäft“, betont Thoni. Allerdings kommt das Platzerl gut an. Thonis Tipp: die Geschenkkiste mit Bier, Likör, Schneidebrett, Schokolade, Wurst und Kaffee, für die sogar die „richtigen Murnauer“ die TI aufsuchen. Nach ihren Vorstellungen soll der neue Standort zum „Treffpunkt für Einheimische und Gäste werden“. Den Urlaubern gefällt das Konzept. Selbst von langjährigen Besuchern, sagt Thoni, habe sie „sehr, sehr, sehr positive“ Rückmeldung bekommen.

Andreas Mayr

Lesen Sie auch: Murnauer Tourist-Information an neuem Standort: Bürgermeister erwartet positiven Effekt

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