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Bald geht’s los: Michael Hejda (l.) und Daniel Dekinger freuen sich schon auf die Fahrt ins Abenteuer. 

Ungewöhnliche Reise für den guten Zweck

„Bayerische Buam“ brechen zum Abenteuer ihres Lebens auf

Wochenlang mit einem alten Karren durch Russland, die Ukraine bis nach Tadschikistan fahren? Was sich für die einen wie Horror anhört, ist für Michael Hejda und Daniel Dekinger Abenteuer pur. Am 3. September starten sie ihre Reise gen Zentralasien. Und die ist für einen guten Zweck.

Murnau– Einmal ein Abenteuer wagen. Das ist der Traum von vielen Menschen. Die Spezln Michael Hejda (27) aus Murnau und Daniel Dekinger (23) aus Seehausen machen ihn zur Wirklichkeit. Gemeinsam begeben sie sich auf eine wahrlich ungewöhnliche Reise – und zwar nach Tadschikistan. Ein Binnenstaat in Zentralasien, rund 7500 Kilometer entfernt. Dafür steigen sie nicht in den Flieger, sondern in einen alten Subaru. 17 Jahre hat der schon auf den Buckel und rund 89.000 Kilometer. Ein Risiko? Vielleicht. Aber eben auch ein Abenteuer. Und eine Sache für den guten Zweck.

Die beiden nehmen nämlich an der „Tajik Rallye“ teil. Gegen circa 30 andere Teams treten sie dabei an. Hejda und Decker starten als „Bayerische Buam“ – klar, als was sonst? Am 3. September beginnt die Tour gen Zentralasien. „Es geht aber nicht darum, wer am schnellsten am Ziel ist“, sagt Hejda. „Sondern einfach um die Sache.“ Mit der Aktion wollen sie Spenden sammeln für die Caritas, die humanitäre Projekte wie den Bau von erdbebensicheren öffentlichen Einrichtungen in Tadschikistan unterstützt. Und für die Hänsel-und-Gretel-Stiftung, die sich für Kinderschutzprojekte engagiert. 750 Euro zahlt jedes Team, um an der Rallye teilzunehmen. Die Gelder fließen an die sozialen Einrichtungen. Hejda, der Chemikant bei Roche ist, und Dekinger, der bei Kern Microtechnik in Murnau arbeitet, haben schon im Vorfeld Gelder gesammelt. Gesponsert werden die beiden von heimischen Firmen. Zudem versteigern sie ihr Auto am Zielort – ebenfalls für den guten Zweck, versteht sich. Es war Hejdas Idee, bei der Rallye mitzumachen. Ein Arbeitskollege von ihm war schon mal mit dabei. „Ich will das jetzt auch probieren“, sagt er. Sein Freund Daniel war sofort bereit mitzumachen. Beide finden es gut, etwas Wohltätiges zu tun. Außerdem reizt sie der Spaß an der Sache. Und natürlich das Abenteuer. Zum Beispiel in Länder zu fahren, in die man sonst vermutlich nicht reisen würde. Die „Bayerischen Buam“ werden durch Moldawien, Russland, die Ukraine, Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan fahren. Nicht also gerade Staaten, in die man als typischer deutscher Tourist reisen würde. Schon gar nicht mit einer so alten Kiste.

Die haben die beiden Freunde vor ihrer Reise noch einmal ordentlich aufpoliert. Gekauft haben sie den Subaru von einem Händler in Nürnberg – für 850 Euro. Einige Teile mussten erneuert werden. Die Reparaturen finanzierten der Murnauer und der Seehauser aus eigener Tasche. Eine Auswahl an Ersatzteilen nehmen sie auf den Weg mit – falls es unterwegs keine Autowerkstatt gibt. Um die 2000 Euro gaben sie bereits aus. Und es wird noch einiges an Kosten dazukommen. Zölle, Sprit und Visa-Gebühren werden ebenfalls noch so manchen Euro verschlingen. „Billig ist das Ganze nicht“, sagt Dekinger. Darum wäre es auch gut, wenn noch mehr Spenden bei ihnen eingingen.

Die Aufregung vor der baldigen Abfahrt hält sich bislang in Grenzen. „Ich freu mich einfach drauf“, sagt Hejda. Beide bereiten sich seit Wochen auf ihren außergewöhnlichen Trip vor. Sie schätzen, dass sie etwa vier Wochen brauchen werden. „Ich versuche, ein paar Brocken Russisch zu lernen“, sagt Dekinger. Außerdem informieren sich die jungen Männer vorab über die Länder, die sie bereisen. Zum Beispiel über die politische Lage. Lange ist es nicht mehr hin: Dann begeben sich die Freunde auf das Abenteuer ihres Lebens.

Weitere Informationen

zu der Reise gibt es auf der Facebook-Seite facebook.com/bayri schebuam und auf derHomepage http://bayrische-buam.de.tl. Wer etwas für die Aktion spenden möchte kann dies tun:
IBAN DE03 7035 1030 0032 3828 63.

Magdalena Kratzer

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