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Dauerthema: die Zukunft des Untermarkts.

Heikles Thema mit vielen Sichtweisen

Murnauer Untermarkt: Gemeinderat beschließt künftige Verkehrsregelung

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Es bleibt vorerst alles beim Alten: Nach der Rathaus-Baustelle soll der Murnauer Untermarkt wieder in beiden Richtungen mit maximal Tempo 20 befahrbar sein. Dies beschloss der Gemeinderat nach einer hitzigen und kontroversen Debatte.

Murnau – Murnaus Gemeinderat zeigte sich in letzter Zeit ziemlich entscheidungsfreudig: So sprachen sich die Ortspolitiker beispielsweise gegen einen Hallenbad-Bau und eine Sicherheitswacht aus. Doch in Sachen Untermarkt kommt das Gremium nicht so recht vom Fleck. Seit Jahren wird diskutiert, was aus dem verkehrstechnisch sensiblen Abschnitt südlich der Fußgängerzone werden soll. Die Meinungen gehen bekanntlich weit auseinander. Die einen wünschen sich weniger oder gar keinen Autoverkehr, um die Aufenthalts- und Lebensqualität zu erhöhen. Und die anderen wollen den Untermarkt als wichtige Zufahrt ins Zentrum erhalten.

Vergangene Woche beschäftigte sich das Kommunalparlament erneut mit dem heiklen Thema. Konkret ging es um einen Antrag einer Initiative, den 45 Einzelhändler aus dem Ober- und Untermarkt unterzeichnet hatten. Die Gruppe um den Geschäftsmann Alexander Laskowski-Köninger drängt auf die Umwandlung des Untermarkts in einen stark verkehrsberuhigten Bereich und favorisiert einen so genannten „Shared Space“. Darunter versteht man eine Zone, in der nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf und in der Fußgänger, Fahrräder und Kraftfahrzeuge gleichberechtigt sind – eine Lösung, die auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gefällt. Nach Ansicht der Händler wären aber auch eine erweiterte Fußgängerzone oder eine Einbahnstraße denkbar. Entscheidend sei, dass man noch heuer gleich nach dem Abschluss der Rathaus-Sanierung damit startet.

Doch diesem Anliegen kamen die Gemeinderäte nicht nach. Sie beschlossen, dass nach dem Ende der Bauarbeiten der Untermarkt erstmal wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt wird. Das heißt: in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich, der mit maximal Tempo 20 in beiden Richtungen befahrbar ist. Derzeit ist aufgrund der einseitig gesperrten Schlossbergstraße der Durchgangsverkehr nur in Richtung Norden möglich. Die Entscheidung muss nicht von Dauer sein. Denn Ende des Jahres soll ein in Auftrag gegebenes Mobilitätskonzept für den gesamten Markt vorgelegt werden. Darin werden alle Verkehrsströme untersucht und Empfehlungen ausgesprochen. Gut möglich, dass sich dann für den Untermarkt neue Perspektiven ergeben.

Laskowski-Köninger ist dennoch enttäuscht: „Das ist total schwach“, sagt er auf Nachfrage. Man hätte einen „Shared Space“ doch zumindest im Zuge einer Testphase einführen können. Es gehe darum, den Untermarkt als Einkaufsmeile attraktiver zu machen und zu beleben.

Die Debatte im Gemeinderat machte deutlich, wie unterschiedlich die Sichtweisen sind. Mehrere Redner betonten, dass der Untermarkt eine wichtige Zubringer-Funktion erfülle, und warnten davor, die Erreichbarkeit der Ortsmitte aufs Spiel zu setzen. „Der Einzelhandel stirbt sonst ab“, meinte Welf Probst (Freie Wähler). Murnau sei ein Mittelzentrum, betonte Josef Bierling (CSU). Dieses müsse man gut anfahren könne.

Es kam schließlich der Vorschlag auf, radikalen Einschnitten wie dem „Shared Space“ eine Absage zu erteilen. Doch diese Vorgehensweise hielten andere Räte für übereilt; zur (Kampf-)Abstimmung kam es nicht. Tenor: Erst sollten die Ergebnisse des besagten Verkehrsgutachtens abgewartet werden. Man brauche eine Vision, wie der örtliche Verkehr in der Zukunft aussehen soll, erklärte Holger Poczka (ÖDP/Bürgerforum). Dabei müssten unter anderem die Rolle des öffentlichen Nahverkehrs und neue Formen der Mobilität, etwa das autonome Fahren, berücksichtigt werden.

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