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Lockt jedes Jahr tausende Besucher an: Die Steubenparade in New York, die von Fahnenträgern mit deutschen und amerikanischen Flaggen eröffnet wird.

Murnauer Vereine bei Steubenparade

Das große USA-Abenteuer

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Der Countdown läuft: In nicht mehr ganz zwei Wochen brechen die Gebirgsschützenkompanie und das Jugend- und Blasorchester aus Murnau in die USA auf – mit 101 Mitgliedern. Höhepunkt ist die Teilnahme an der legendären Steubenparade in New York.

Murnau – Es ist schon ein Kraftakt, alleine oder als Familie in die USA zu reisen. Wenn sich zwei größere Vereine in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufmachen, dann sind die Vorbereitungen und Planungen eine logistische Meisterleistung. Es müssen unzählige Dinge erledigt werden, angefangen bei den Buchungen bis hin zu den Visa-Anträgen.

Georg Mair, Hauptmann der Murnauer Gebirgsschützenkompanie (GSK), kann davon ein Lied singen. „Da steckt viel Arbeit drin“, berichtet er. Aber jetzt sei alles unter Dach und Fach. Der 66-Jährige hat in den vergangenen Monaten die anstehende Gruppenreise der GSK und des Jugend- und Blasorchesters (JBO) in die Vereinigten Staaten federführend mitorganisiert – und dabei einige Hürden nehmen müssen. Denn um, wie geplant, bei der Steubenparade in New York standesgemäß dabei sein zu können, haben die beiden Vereine fast ihre komplette Ausstattung im Gepäck. Und das ist bei den Flügen eine kostspielige Angelegenheit. Beispielsweise geht der Instrumenten-Transport richtig ins Geld. Größere Trommeln werde man daher vor Ort ausleihen, kündigt Mair an. Die Gebirgsschützen – es gesellen sich auch einige Gäste aus umliegenden Kompanien dazu – müssen zudem einen Wermutstropfen schlucken: Ihre Gewehre, eigentlich fester Bestandteil bei öffentlichen Auftritten, bleiben aufgrund der strengen Einfuhrbeschränkungen zuhause. „Wir können damit leben“, sagt Mair.

Am Samstag, 9. September, frühmorgens um 4 Uhr geht’s am Murnauer Kemmelpark los. Dann bringen zwei Busse die 61 Gebirgsschützen und 40 JBO-Musiker nach Frankfurt. Dort startet der Lufthansa-Flieger nach Toronto. Es folgt in Reisebussen (und mit Reiseleitung) eine Tour entlang der Ostküste der USA. Zu sehen gibt es etliche Highlights, etwa die Niagarafälle, das Weiße Haus in Washington sowie Manhatten, das Herz New Yorks. Zusammengestellt wurde das Programm mithilfe von Reisebüros.

Der Anlass ist ideal: Die beiden befreundeten Vereine feiern heuer runde Geburtstage: das JBO 50-Jähriges, die GSK 30-Jähriges. Die neuntägige USA-Reise soll ein außergewöhnliches Gemeinschaftserlebnis werden. Die Vorfreude ist groß – vor allem auf die Teilnahme an der Steubenparade am 16. September. Dann befindet sich Manhatten fest in deutscher Hand. Die Murnauer Delegation ist schon fest angemeldet. „Es ist was Besonderes, wenn man durch die Hochhäuserschluchten marschiert“, sagt Mair.

Die „German-American Steuben Parade“, so der offizielle Name, ist eines der größten Ereignisse im deutschamerikanischen Kalender. Das Fest, das jedes Jahr mit seinen Umzugswagen, Trachten, Chören, Tanzformationen, Musikbands, Würdenträgern und Vereinen mehrere tausend Zuschauer anlockt, feiert heuer sein 60-jähriges Bestehen. Der Umzug wurde 1957 ins Leben gerufen und sollte anfangs der deutschstämmigen Einwanderer-Gemeinde ein Forum bieten, um ihre Kultur und Tradition zu pflegen und vorzustellen.

Übrigens: Das USA-Abenteuer von GSK und JBO ist eine Wiederauflage. Beide Murnauer Organisationen waren 1991 schon einmal gemeinsam in Amerika und machten bei dem farbenfrohen Spektakel in New York mit – ein „unvergessliches Erlebnis“, schwärmt Mair.

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