+
Wird es heuer sicher nicht geben: Bierzelt-Gaudi – hier eine Archivaufnahme – auf dem Murnauer Volksfest.

Hauptausschuss behandelt Festwirt-Antrag

Murnauer Volksfest: Biergarten statt Festzelt?

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
    schließen

Murnaus Volksfest ist eine Institution. Doch kann es heuer in Corona-Zeiten überhaupt stattfinden? Mit dieser schwierigen Frage beschäftigt sich der Hauptausschuss in seiner nächsten Sitzung. Festwirt Christian Fahrenschon wirbt für eine abgespeckte Version ohne Zelt.

Murnau – Viele Murnauer streichen sich jedes Jahr die zehn Tage im Juli ganz dick im Terminkalender an: Dann nämlich steigt am Kemmelpark die traditionelle Wiesn der Marktgemeinde – und lockt tausende Besucher an. Doch heuer ist alles anders – wegen Corona. Viele Kommunen haben bereits aus Gründen des Infektionsschutzes ähnliche Festivitäten abgesagt, auch das Münchner Oktoberfest fiel dem Streichkonzert zum Opfer.

Eigentlich sind bis Ende August Großveranstaltungen generell untersagt. Murnaus Festwirt, der Rosenheimer Gastronom Christian Fahrenschon, startet dennoch einen Rettungsversuch – mit einem Antrag, der auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag, 18. Juni (Beginn: 18 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum), steht. Von einem „temporären Freizeitpark mit Biergarten“ ist die Rede. Laut Auskunft der Verwaltung schlägt Fahrenschon für die Zeit vom 10. bis 19. Juli am gewohnten Standort ein kleineres Fest im Freien vor. „Der Festwirt hat hierbei einen Konzeptentwurf vorgelegt, wie er diese Veranstaltung mit den aktuellen Hygieneauflagen durchführen würde“, heißt es aus dem Rathaus. Eine Stellungnahme dazu war allerdings von der Gemeinde nicht zu bekommen. Ein Zelt, das vergangenes Jahr rund 2000 Besuchern einen Platz bot, würde es laut dem Vorschlag heuer nicht geben, dafür einen Biergarten mit verschiedenen Fahrgeschäften und Verkaufsständen. Fahrenschon war gestern nicht zu erreichen. Aber eine ähnliche Lightversion stellte er wohl kürzlich in Bad Aibling auf die Beine.

Ein Votum dürfte Murnaus Ortspolitikern nicht leicht fallen. Entsprechend ausgeprägt ist die Skepsis: „Es bleibt ein großes Fragezeichen darüber“, findet beispielsweise Mehr-Bewegen-Chef Phillip Zoepf. Natürlich wäre es schade, das Volksfest komplett ausfallen zu lassen. Aber es müsste abgeklärt werden, wie der Gesundheitsschutz garantiert werden soll. „Das wird eine extrem schwierige Entscheidungsfindung“, ist sich CSU-Sprecher Rudolf Utzschneider sicher. Seine Amtskollegin von den Grünen, Veronika Jones, könnte sich zwar vorstellen, das Fahrenschon-Anliegen zu unterstützen. Nur müsste man sich dann aus Gründen der Gleichbehandlung auch klar für andere Events wie das Murnow-Festival oder das Volksmusik-Open-Air „Aufgspuit“ aussprechen, findet die Gemeinderätin.

Die heimischen Wirtsleute bleiben indessen in der heiklen Causa diplomatisch. „Wir sind die Letzten, die sagen würden: Das geht nicht“, erklärt Michael Gilg, Griesbräu-Chef und Vorsitzender der Staffelsee-Wirte. Fahrenschon gehöre mit seinem Volksfest zu Murnau – auch wenn derzeit die Branche die Corona-Krise besonders hart zu spüren bekomme. Nur müsse gewährleistet sein, dass die Hygieneauflagen auch eingehalten werden und es keine Ausnahmeregelungen gibt. Kann das überhaupt in einem größeren Biergarten – angeblich schweben Fahrenschon um die 500 Sitzplätze vor – funktionieren? „Das ist machbar. Nur der Aufwand ist enorm“, kommentiert Gilg.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wie im Katastrophenfilm: Land unter in Riegsee
Das Unwetter, das sich am späten Donnerstagnachmittag über dem nördlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen entlud, hat besonders schlimm in der Gemeinde Riegsee gewütet. …
Wie im Katastrophenfilm: Land unter in Riegsee
CSU: Poller am Obermarkt sollen weg
Die CSU hat beantragt, die Poller am Obermarkt zu beseitigen. Die Verwaltung sagt, dass sich die Aufstellung der Pfosten bewährt habe.
CSU: Poller am Obermarkt sollen weg
Unwetter sorgt rund um Murnau für Verwüstung: Wasser bahnt sich Weg in Häuser - Bäume aus der Erde gerissen
Ein heftiges Gewitter hat in und um Murnau für überflutete Straßen gesorgt - doch das war noch nicht alles.  Mehrere Feuerwehren waren im Einsatz. 
Unwetter sorgt rund um Murnau für Verwüstung: Wasser bahnt sich Weg in Häuser - Bäume aus der Erde gerissen
Mann präpariert Auto mit „Greta Thunberg“-Zöpfen - und löst Großfahndung in zwei Ländern aus
Sein Humor kommt einen Bayer nun teuer zu stehen. Er hatte auf beiden Seiten der deutsch-österreichischen Grenze eine Großfahndung ausgelöst - mit einem üblen Scherz. 
Mann präpariert Auto mit „Greta Thunberg“-Zöpfen - und löst Großfahndung in zwei Ländern aus

Kommentare