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Bestens aufgestellt mit dem Innovationsquartier sieht Daniel Domscheit-Berg den Raum Murnau. 

Digitalisierung als zentrales Thema

Murnauer Wirtschaftsforum: Geglückter Auftakt

Demographischer Wandel, Fachkräftebedarf, Digitalisierung – die Region steht vor großen Herausforderungen. Das „Wirtschaftsforum Murnau“ soll fortan mit zehn Veranstaltungen im Jahr als Plattform für nachhaltiges Netzwerken dienen, um Murnau und die Region fit für die Zukunft zu machen.

Murnau – Das „Wirtschaftsforum Murnau“ ist an den Start gegangen. Rund 150 Unternehmer, Freiberufler oder Bildungsträger folgten der Einladung zum Netzwerken von Marktgemeinde mit Wirtschaftsförderung und dem Wirtschaftsförderverein Murnau. Der spannende Vortrag von Daniel Domscheit-Berg, Ex-Sprecher der Enthüllungsplattform WikiLeaks, lieferte für den Austausch über wirtschaftliche Belange Eindrücke über die digitalen und digital bedingten Herausforderungen, vor denen die heutige Gesellschaft steht.

Erster Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) begrüßte die Besucher der neuen Veranstaltungsreihe, die Rahmen und Struktur bieten soll, damit der Wirtschaftsstandort Murnau für die Zukunft gut aufgestellt ist. „Ich möchte, dass Murnau und die Region im Gleichgewicht bleiben“, erklärte der Rathauschef. Neben einer starken Wirtschaft brauche es hierfür nachhaltige Formen des Wohnungsbaus genauso wie adäquate Lösungen in Fragen der Mobilität. Im Rahmen eines flächendeckendes Breitbandausbaus sei auch eine eigene Telekommunikationslösung denkbar. Das Forum solle die Erfahrungen aus dem Innovationsquartier (IQ) auf den gesamten Wirtschaftsraum übertragen und lebe maßgeblich vom Input der Unternehmer und Teilnehmer, betonte zu dieser Thematik Jan-Ulrich Bittlinger: „Wir steuern es dann und schauen, wie ausgegebene Ziele realisiert werden können.“ Themen wie Blockchain, Kryptowährung, Künstliche Intelligenz und Social Media sollen je nach branchenspezifischen Erfordernissen und konkretem Bedarf Raum finden. Der Wirtschaftsförderer berichtete über Erfahrungen aus dem IQ und betonte, dass auch schon kleine Fortschritte eine Innovation sein könnten.

Gastredner Daniel Domscheit-Berg zeigte sich beeindruckt von den Möglichkeiten, die das IQ für Murnau biete: „Ich bin überzeugt, dass es den Ort und die Region nachhaltig verändert. Darum beneide ich Sie.“ In seinem Vortrag gab Domscheit-Berg ein digitales Update, bei dem man sich allerdings auch fragen konnte, welches Maß an Veränderung dem Menschen und unserer Region gut tut. Von praktischen App-Lösungen für die Verwaltung über unbemannte Taxidrohnen bis hin zu Häusern als 3D-Druck reichten die Beispiele, die durchaus schon in der Praxis Anwendung finden.

Dabei machte der Informatiker klar, dass wir erst am Anfang der „digitalen Revolution“ stünden und lebenslanges Lernen künftig extrem relevant und wichtig sei. Man müsse sich fragen: „Wohin wollen wir gemeinsam und mit dieser Region?“ Der Raum zum Netzwerken wurde jedenfalls gerne genutzt. Manche kamen mit ganz konkreten Anliegen: „Ich bin dringend auf der Suche nach Mitarbeitern“, erklärte beispielsweise Achim Holzmann, der mit seinem Partner vor zwei Wochen die Silver7 GmbH in Murnau gegründet hat, um Unternehmen in die digitale Zukunft „agil zu transformieren“.

Birgit Schwarzenberger

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