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Bitte recht freundlich: (v. l.) Dominik Junold von Credo-Vision, Alpenhof-Chef Christian Bär sowie Jakob Stalinski an der Rezeption des Hotels wissen die neuen, transparenten Masken zu schätzen.  

Neues Projekt aus Murnau

Auf das Lächeln kommt es an: Alpenhof-Chef setzt auf durchsichtige Kunststoffmasken

Ein freundliches Lächeln ist im Hotelgewerbe und in der Gastronomie das A und O. Nur verschwindet es in Corona-Zeiten hinter der vorgeschriebenen Atemschutzmaske. Murnaus Alpenhof-Chef Christian Bär treibt daher ein Projekt voran, das auf durchsichtige Kunststoff-Bedeckungen setzt.

Murnau – Ein freundliches Gesicht an der Hotelrezeption, ein nettes Lächeln der Bedienung im Café. Auf all das mussten die Gäste in den vergangenen Wochen verzichten, zumal seit den gesetzlich verordneten Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie alle mimischen Regungen hinter Masken verschwanden. Doch nun wollen der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Christian Bär, und Dominik Junold, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Credo Vision, mit einer Neuentwicklung Abhilfe schaffen.

„Eine Gastronomie ohne Lächeln funktioniert nicht“, da ist sich Bär, seines Zeichens Hotel-Manager des Murnauer Alpenhofs, nach über 30 Jahren Berufserfahrung sicher. „Auch der Einzelhandel kann ohne Lächeln nicht verkaufen und kommunizieren.“ Seine Prognose: „An heißen Sommertagen wird so mancher seine Stoffmaske herunterreißen, weil er es darunter nicht mehr aushält – und dann wird es gefährlich.“

Der in der Marktgemeinde lebende Ingenieur Ekkehard Gorski (71), der auf eine Karriere bei einem großen europäischen Flugzeugbauer und einer namhaften deutschen Automarke zurückblicken kann, wollte sich nicht mit der Situation abfinden und hat in seiner Versuchswerkstatt eine nur zehn Gramm schwere Mund-Nase-Bedeckung aus einem transparenten PET-Material entwickelt, das durch eine Atemstromlenkung Aerosole hinunter in Richtung des eigenen Körpers führt. „Herr Gorski wandte sich an mich, ob ich ihm beim Vertrieb helfen könnte“, berichtet Bär, der sogleich begeistert von der Idee war. „Brillengläser beschlagen nicht mehr, man bekommt wieder gut Luft, und die Maske ist wieder verwendbar und einfach zu reinigen“, findet er. Das Wichtigste: „Der Ausdruck menschlicher Mimik und auch das Lächeln werden wieder sichtbar. Einfach ideal für die Gastronomie.“

Vertrieben wird das neue Produkt unter dem Motto „Ein Lächeln für Murnau“ im Zehnerpack für 95 Euro von der Firma Smile by Ego sowie an der Rezeption des Alpenhofs. Einzelne Exemplare sind dort für zehn Euro pro Stück zu erstehen. Bisher wurden 4000 Stück hergestellt – und davon 2000 verkauft. 10 000 sind insgesamt geplant und sollen in alle Welt verschickt werden.

Vor einer Woche war Bär bei Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU), um ihr das Projekt vorzustellen und eine offizielle Legitimation der Masken für andere Branchen wie etwa für den Einzelhandel zu erhalten. „Noch haben wir keine Nachricht, aber wir hoffen auf grünes Licht“, sagt der Hotelier, der Teilhaber an Junolds Unternehmensberatung ist. „Es geht uns dabei nicht darum, Profit zu machen, sondern um die Menschlichkeit, die Kommunikation und die Sicherheit, im Geschäftsleben und privat viel angenehmer zu atmen.

„Weil die Masken aus PET-Kunststoff bestehen, unterstützen wir das Murnauer Projekt ‚Ashantree’, das Bürgermeister Rolf Beuting eingeleitet hat, und wollen mit einem großen Teil des Gewinns in Ghana 1000 Bäume pflanzen“, sagt Junold, der schon seit neun Jahren im Alpenhof tätig ist, zuletzt sechs Jahre als stellvertretender Direktor. „Durch die Wiederverwendbarkeit der Masken soll die Umweltbelastung im Vergleich zu Einwegmasken spürbar reduziert werden.“ Er hofft, dass durch die Verwendung des neuen Mund- und Nasenschutzes bald wieder kulturelle Veranstaltungen stattfinden können: „Und die Sportstadien müssten nicht mehr leer bleiben.“

Inzwischen sind nahezu alle Mitarbeiter des Alpenhofs damit ausgestattet. So lobt etwa Jakob Stalinski, der an der Rezeption seinen Dienst verrichtet, deren Tragekomfort. „Und man sieht jetzt unseren Gesichtsausdruck, was bei unseren Gästen sehr gut ankommt.“ Außerdem sei sie leicht zu putzen: „Wir nehmen dafür unsere Desinfektionstücher.“

Heino Herpen

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