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Startklar für den Wahlkampf: Spitzenkandidat Rolf Beuting (M.) mit ÖDP-Pressesprecher Raphael Mankau (l.) und Helmut Lechner, dem Chef des Bürgerforums. 

Mögliche Allianz zur Kommunalwahl 2020

Bürgermeister Beuting wirbt bei den Grünen um Unterstützung

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Murnaus Bürgermeisterpartei, das ÖDP/Bürgerforum, hat erwartungsgemäß Rolf Beuting zum Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl 2020 gekürt – einstimmig und ohne größere Diskussion. Bemerkenswert: Der Rathauschef macht den Grünen eindeutige Avancen, ihn zu unterstützen. Diese wollen sich allerdings noch nicht festlegen.

Murnau – Der Wahlkampf 2014 lieferte eine Blaupause: Damals unterstützten die Grünen Rolf Beuting vom ÖDP/Bürgerforum bei seiner Kandidatur um das Spitzenamt im Rathaus – mit Erfolg. Der ehemalige Wirtschaftsförderer der Stadt Penzberg eroberte bekanntlich die CSU-Hochburg Murnau. Die grüne Schützenhilfe hätte Beuting offenbar auch gerne wieder zur Kommunalwahl 2020, wenn er sich um eine zweite Amtszeit bewirbt.

Dass er wieder antritt, ist nun offiziell. Einstimmig wurde er am Montag im Rahmen der Aufstellungsversammlung seiner Gruppierung von den rund 20 anwesenden Mitgliedern und Anhängern nominiert. Beuting ist damit der erste in der Marktgemeinde, der im Kampf ums Rathaus seinen Hut in den Ring wirft.

Es gebe noch keine Gespräche mit den Grünen über eine Wiederauflage des besagten Bündnisses, erklärte er auf der Veranstaltung im Kultur- und Tagungszentrum. Aber: „Wir sollten uns diese Option offenhalten.“ Schließlich sei der Beistand beim vergangenen Mal „vorteilhaft“ gewesen. Die Versammelten folgten der Empfehlung des ÖDP-Kreischefs und sprachen sich einhellig dafür aus, dass den Grünen die Möglichkeit eingeräumt wird, Beutings erneute Kandidatur mitzutragen – wenn sie dies wünschen. Man kann diesen Beschluss als Einladung zur Kooperation verstehen.

Grünen-Sprecherin Veronika Jones will sich aber in dieser Frage noch nicht festlegen. „Wir sind noch in der Findungsphase, ob wir selbst einen Bürgermeister-Kandidaten aufstellen“, erklärt sie. Natürlich gebe es mit dem ÖDP/Bürgerforum eine große Schnittmenge.

In seiner etwa halbstündigen „Bewerbungsrede“ skizzierte Beuting an dem Abend die Konturen seiner Wahlkampfstrategie, hob das bereits Geleistete hervor, angefangen bei den gestarteten Wohnbau-Projekten bis hin zum Innovationsquartier im alten Gemeinde-Krankenhaus, und nannte die Schwerpunkte, die seiner Ansicht nach in der kommenden Legislaturperiode anstehen. In den Mittelpunkt rückte er dabei die Themen Wohnen, Klimaschutz und Digitalisierung. Beispielsweise müssen laut dem 52-Jährigen weiterhin große Anstrengungen unternommen werden, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Denn: „Die Not ist groß.“ Mit Blick auf den Klimaschutz warb er dafür, Murnau zu einer radfahrer-, fußgänger- und ÖPNV-freundlichen Gemeinde zu machen. Und auf dem Gebiet der Wirtschaft sieht er in der Digitalbranche erhebliches Zukunftspotential. „Murnau ist mehr als Gesundheit und Tourismus“, betonte Beuting.

Der Rathauschef versteht sein ÖDP/Bürgerforum im Gemeinderat – derzeit nach der CSU die zweitstärkste Fraktion – als „sachliche Kraft“, die sich „am konsequentesten“ dem Gemeinwohl verschrieben habe. Die Erfolgsbilanz könne sich sehen lassen: „Die Gemeinde steht besser da als vor sechs Jahren.“ Beuting gab sich bei dem Termin staatsmännisch und feuerte nur sehr dosiert Spitzen an die Adresse seiner politischen Gegner ab. So monierte er unter anderem, ohne konkrete Namen zu nennen, den „Dagegen-Kurs“ und den „Populismus“, die mitunter im Gemeinderat herrschten.

Im Anschluss an den öffentlichen Teil beriet das ÖDP/Bürgerforum hinter verschlossenen Türen über die Strategie für die kommenden Monate und über Organisatorisches. Die Aufstellungsversammlung für die Gemeinderatskandidaten ist für Dezember geplant.

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