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Wertvoll: die Flächen am alten Murnauer Gemeinde-Krankenhaus.  

Streit um Bebauung geht in nächste Runde

CSU-Fraktionschefin Samm: James-Loeb-Areal als „Notgroschen“

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Das geplante Wohnbau-Projekt auf dem Murnauer James-Loeb-Areal bekommt nach den Anlieger-Protesten jetzt auch politischen Gegenwind: CSU-Fraktionschefin Regina Samm spricht sich gegen das bislang favorisierte Genossenschaftsmodell aus – und würde den Grund in Bestlage lieber als „Notgroschen“ ruhen lassen.

Murnau – Die Marktgemeinde Murnau braucht dringend bezahlbaren Wohnraum – darüber herrscht in der Ortspolitik Einigkeit. Doch wie und wo dieser entstehen soll, dazu gehen die Meinungen auseinander. Eine handfeste Kontroverse bahnt sich bei einem Vorhaben an, das bereits seit Längerem verfolgt wird: Es geht um den geplanten Mietwohnungsbau auf dem James-Loeb-Gelände am alten Gemeinde-Krankenhaus. Derzeit wird der Bebauungsplan erstellt. Eigentlich war sich der Gemeinderat darüber einig, dass auf der Fläche, die der Kommune gehört, genossenschaftlicher Wohnbau ermöglicht werden soll – wahrscheinlich in Form eines Erbpachtmodells.

Doch nun kündigt sich aus den Reihen der CSU Widerstand an. Sie sei grundsätzlich nicht gegen solch ein Genossenschaftsprojekt, betont die Fraktionschefin Regina Samm. Nur sei der besagte Standort dafür völlig ungeeignet. Denn: „Das rechnet sich nicht.“ Nach Ansicht der Kommunalpolitikerin ist der Wert des „Sahnegrundstücks“ – der Quadratmeterpreis dürfte ihrer Einschätzung nach bei mindestens 1000 Euro liegen – viel zu hoch, um darauf die gewünschten niedrigen Mieten zu erzielen. Dazu müsste man, argumentiert Samm, entweder sehr massiv und in die Höhe bauen oder den Grund unter Wert zur Verfügung stellen – beides Optionen, die für die Hotelbetreiberin nicht in Frage kommen. „Da stelle ich mich dagegen“, sagt sie. Diese Ansicht vertrete die Mehrheit ihrer Fraktion.

Die CSU-Funktionärin betrachtet das Areal an dem einstigen Klinikgebäude, in dem mittlerweile das Innovationsquartier beheimatet ist, vielmehr als eine eiserne Reserve, die in schlechten Zeiten verkauft werden kann, um frisches Geld in die Gemeindekasse zu spülen. In diese Richtung habe auch Altbürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU) während seiner Amtszeit gedacht.

Eine Bebauung – Samm spricht in einer Stellungnahme von „Parzellen mit Einfamilienhäusern“ – wäre ihrer Meinung nach nur dann in Ordnung, wenn sie sich in die nähere Umgebung einfügt und die Besonderheiten der Natur berücksichtigt. Und weiter: „Der dann gute Erlös aus einer Veräußerung könnte sicherlich dazu beitragen, wirklich bezahlbaren Wohnraum, eventuell Sozialwohnungen/Einheimischenmodell, zu schaffen.“

Dass generell in Murnau Handlungsbedarf besteht, dies sieht auch Samm so: „Natürlich brauchen wir Wohnraum, den sich unsere Bürger leisten können, die hier geboren wurden oder zu uns gekommen sind, weil sie hier arbeiten. Wir brauchen aber keinen hausgemachten zusätzlichen Zuzug von außen, für den wir dann auch wieder die Infrastruktur schaffen müssen.“

Die geplante Wohnbebauung auf dem James-Loeb-Areal schlägt seit einiger Zeit hohe Wellen. Denn die Größenordnung – der erste Entwurf eines Bebauungsplans sieht dreigeschossige Gebäude mit einer zulässigen Wandhöhe von 8,75 Metern vor – stößt unter Anliegern auf Kritik. Eine Gruppe um den Architekten Helmut Nau befürchtet eine Verschandelung des Ortsbilds und fordert eine abgespeckte Version. Dafür wurden bereits Unterschriften gesammelt.

Mit dem brisanten Thema beschäftigt sich der Hauptausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 17. Oktober (Beginn: 19 Uhr im Rathaus) – und zwar in Form von zwei Anträgen, die dann auch noch im Gemeinderat behandelt werden. Zum einen hat die CSU eine Reihe an Fragen vor allem hinsichtlich der Kalkulation für eine Erbbaupacht eingereicht. Und zum zweiten schlägt das ÖDP/Bürgerforum vor, einen Kriterienkatalog für die Genossenschaft aufzustellen, die den Zuschlag erhalten soll.

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