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Bekommt heftige Kritik: Murnaus Musikschulleiter Thomas Köthe.

Jetzt drohen Konsequenzen

Murnaus Musikschulleiter unter Beschuss: Er soll Mandatsträger im Internet „verleumdet“ haben

Thomas Köthe, Leiter der Camerloher Musikschule und Zweiter Vorsitzender des Kulturvereins, bläst der Wind ins Gesicht. Im Murnauer Hauptausschuss wurden ihm „anonyme Anfeindungen“ gegen den Gemeinderat und die Verwaltung vorgeworfen.

Murnau– Als Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) im Murnauer Hauptverwaltungsausschuss den Tagesordnungspunkt 10 aufruft, ist das Thema Vereinszuschüsse an der Reihe. Doch es geht dann nicht nur darum, welche Organisation wie viel Geld im Jahr 2019 bekommt, sondern um Personalien. Genauer: um Thomas Köthe, Leiter der Camerloher Musikschule und Zweiter Vorsitzender des Kulturvereins. Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) wirft ihm vor, auf Merkur.de, dem Online-Portal des Münchner Merkur, „anonyme Anfeindungen“ gegen den Gemeinderat, die Verwaltung und Kulturreferentin Dr. Elisabeth Tworek (SPD) „losgelassen“ zu haben. „Das ist unmöglich, das geht einfach nicht.“

Nach Manliks Angaben gibt es einen 22:1-Beschluss des Kommunalparlaments, wonach sich Köthe beim Gemeinderat entschuldigen soll. Der entsprechende Brief ging an den Kulturverein. „Auf diese Entschuldigung warte ich“, sagte der langjährige Gemeinderat. „Wenn sie nicht erfolgt, werde ich dem Zuschuss an den Kulturverein nicht zustimmen.“ Manlik sprach Köthe zudem die Vorbildfunktion ab. „Woanders wäre ein Rücktritt erforderlich, wir verlangen nur eine Entschuldigung.“

„Das ist kein Kavaliersdelikt.“

Köthe hatte vergangenen Sommer bereits Ärger gehabt. Er hatte in einem Kommentar auf Merkur.de Jan-Ulrich Bittlinger, der als Wirtschaftsförderer des Marktes Murnau tätig ist, andeutungsweise eine Insolvenz untergejubelt – was nicht stimmt. Das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen verurteilte Köthe daraufhin wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro, die jedoch als „Verwarnung“ für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt wurde. 

Im Hauptausschuss übte nicht nur Manlik, sondern auch Grünen-Einzelkämpferin Veronika Jones scharfe Kritik an Köthe. „Er hat uns als Mandatsträger ständig beleidigt und verleumdet.“ Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen. „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.“ Gegen „Hetze und Mobbing“ müsse man entschieden vorgehen. „Das ist kein Kavaliersdelikt.“ Weder Manlik noch Jones konnten auf Tagblatt-Nachfrage Beweise für ihre Vorwürfe vorlegen. Die entsprechenden Einträge sind inzwischen gelöscht.

Zuschussantrag wurde verschoben

SPD-Vertreterin Tworek betonte, dass Kultur mit dem Umgangston beginne. Auch sie kritisierte die anonymen Kommentare: Feigheit sei keine Art der Auseinandersetzung in der Demokratie. Manlik beklagte darüber hinaus, dass der Kulturverein Tworek nach wie vor nicht als Mitglied aufgenommen habe. „Das widerspricht den Zuschuss-Richtlinien.“ Somit könne man dem Verein keine Finanzspritze geben. Gemäß den Förderstatuten der Marktgemeinde muss ein Verein für die Allgemeinheit uneingeschränkt offen sein, wenn er Geld erhalten will. Tworeks Aufnahme in den Kulturverein war bereits in der Vergangenheit Thema. Damals sorgten die Aussichten, keine Förderung zu bekommen, im Kulturverein zu einem Umdenken. In einer außerordentlichen Sitzung wurde die Regelung, keine Politiker aufzunehmen, gekippt. Doch Tworek ist bis heute noch kein Mitglied.

Regina Samm (CSU) wandte sich dagegen, Zuschüsse an den Kulturverein an eine Entschuldigung Köthes zu koppeln. „Ich bin gegen Erpressungsversuche.“ Man könne „nicht Dinge miteinander vermischen“. Josef Bierling (CSU) legte seinen Ausschusskollegen nahe, sich „an die eigene Nase“ zu fassen, was Äußerungen im Internet anbelangt. Manliks Antrag, den Beschluss über den Zuschussantrag des Kulturvereins zu verschieben, ging mit 6:4- Stimmen durch. Das Thema wird in der Sitzung des Marktgemeinderats am Donnerstag, 25. Oktober, noch einmal auf den Tisch kommen.

Köthe will zu den Vorwürfen keine Stellungnahme abgeben. Er bittet um Verständnis. Die vom Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt gestellten Fragen beträfen „zum Teil laufende Verfahren“. Die ihn „persönlich betreffenden Bereiche habe ich meinem Anwalt übergeben“, sagt der Musikschulleiter. Der Kulturverein habe sich schon gegenüber Bürgermeister Beuting schriftlich geäußert.

Roland Lory

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