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Die Polizei-Katze: Findus schiebt in Inspektion Murnau eine ruhige Kugel

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Von: Silke Reinbold-Jandretzki

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Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei-Katze: Findus ganz entspannt am Funkgerät.
Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei-Katze: Findus ganz entspannt am Funkgerät. © Polizei Murnau

Bayerns Polizei hat rund 400 Hunde im Dienst – eine Katze aber gibt es vermutlich nur in der Murnauer Inspektion. Sie hat bei den Beamten eine zweite Heimat gefunden. Während Hunde einer anderen Einheit, die im gleichen Gebäude sitzt, Rauschgift, Sprengstoff oder Vermisste erschnüffeln und Alpin-Einsätze absolvieren, schiebt Findus eine ruhige Kugel.

Murnau – Hektik kann er offenbar nicht leiden. Geht es allzu rund in der Polizeiinspektion Murnau, weil sich Einsätze häufen, sucht Findus sich gerne mal ein ruhiges Plätzchen, sieht sich nach einem passenden Büro um – die Türen stehen ihm schließlich offen. Und in der Regel findet sich auch noch ein freundlicher Mensch, der ihm die Kiste mit Handtüchern trägt, in die er sich zum Schlafen kuschelt. Findus hat seit etwa einem halben Jahr freie Kost und Logis bei Murnaus Polizei, Streicheleinheiten und Unterhaltung inklusive.

Findus in der Inspektion Murnau: „Viele Kollegen lieben die Katze“

Die Inspektion dürfte weit und breit die einzige Dienststelle mit Hauskatze sein – und die Beamten sind froh, sie zu haben: „Sie gehört irgendwie dazu“, sagt Polizeihauptkommissar Andreas Wipfelder. „Viele Kollegen lieben sie und haben immer Futter dabei.“ Katzen verströmen Ruhe, Gelassenheit. Der schwarz-weiße Findus ist deshalb höchst willkommen, wenn es für die Beamten im Dienst wieder einmal besonders dick kommt. Wipfelder spricht von einer „auflockernden Geschichte“, Inspektions-Chef Joachim Loy sieht in Findus auch eine Art Ruhepol: So mancher Gegenüber „fährt herunter“, wenn er das Tier erblicke. „Das ist eine gemütliche, so entspannte Schmusekatze“, schwärmt Loy. Sie strahlt Ruhe aus, die sich überträgt.

Ein Herz und eine Seele: Polizeihauptmeister Maximilian Kennerknecht und Findus.
Ein Herz und eine Seele: Polizeihauptmeister Maximilian Kennerknecht und Findus. © Polizei

Kommissar Zufall brachte Findus und die Polizei zusammen. Wipfelder, der Katzen „als Familienmitglieder“ kennt, ebnete ihm den Weg zur relaxten Laufbahn als Polizei-Katze außer Dienst. Mindestens ein Jahr dürfte es her sein, da erhielt Wipfelder die Nachricht, dass ein junges Tier nahe der Inspektion in einem Kastenwagen eingesperrt sei. Er sah die Katze in dem kritisch warmen Fahrzeug auf dem Armaturenbrett sitzen und ermittelte umgehend den Halter, der allerdings von nichts wusste. Das Tier war wohl unbemerkt ins Wageninnere geschlüpft. Es gehört offenbar Anwohnern der Barbarastraße, an der auch die Inspektion liegt, trieb sich aber dem Anschein nach viel im Freien herum. „Wenn ich draußen war, ist die Katze immer wieder rübergekommen“, sagt Wipfelder – und schließlich nutzte sie einmal die günstige Gelegenheit, ins Gebäude zu gelangen. Nun sitzt Findus regelmäßig vor einem Fenster, schaut durch die Scheibe in die Inspektion, die im Erdgeschoss liegt, und macht mächtig Alarm: Er „plärrt eine Runde“, um eingelassen zu werden, sagt Wipfelder. Der Polizeihauptkommissar geht davon aus, dass es sich bei dem gern gesehenen Dauer-Gast um einen Kater handelt, der irgendwann den Namen Findus erhielt.

Findus liegt auf Tastaturen und schnurrt am Funkgerät

Nun macht Kollege Katze es sich auf Polizei-Tastaturen gemütlich, von denen ihn die Beamten dann und wann schieben müssen, schnurrt am Funkgerät oder kämpft gegen eine Computer-Maus. Seine Nächte teilt Findus meist mit den Diensthabenden, auch tagsüber schaut er immer wieder vorbei bei den Freunden und Helfern von nebenan. Und wirkt sehr zufrieden, wenn er bei einem Menschen seines Vertrauens liegen kann. „Die Katze verbringt viel Zeit bei uns“, sagt Wipfelder. Er hat keine Zweifel: „Sie fühlt sich wohl.“ Findus gehört zu Murnaus Polizei – auch wenn er weder Drogen noch Sprengstoff erschnüffeln kann. Er hat andere Qualitäten.

Kollege Katze: Findus mit Polizeihauptkommissar Andreas Wipfelder (Bild links) Stuhl an Stuhl in der „Einsatzzentrale“ der Inspektion Murnau
Kollege Katze: Findus mit Polizeihauptkommissar Andreas Wipfelder Stuhl an Stuhl in der „Einsatzzentrale“ der Inspektion Murnau © Bartl

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