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Sozialreferent Felix Burger: Vorhaben am James-Loeb-Haus „langsam mal wieder priorisieren“

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Von: Roland Lory

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Es geht voran: 42 Wohnungen in sechs einzelnen Häusern errichtet die Wohnbau Weilheim GmbH südlich der Kaserne. Zwei Häuser konnten Mieter bereits 2020 beziehen. Rechts oben verläuft die Weilheimer Straße. 
Es geht voran: 42 Wohnungen in sechs einzelnen Häusern errichtet die Wohnbau Weilheim GmbH südlich der Kaserne. Zwei Häuser konnten Mieter bereits 2020 beziehen. Rechts oben verläuft die Weilheimer Straße.  © Bartl

Manches ist im Bau, manches in der Planung, doch es gibt auch Wohnbauprojekte, die ruhen. Das am Murnauer James-Loeb-Haus zum Beispiel. Wohnungsreferent Felix Burger (SPD) findet, dass man das Vorhaben „langsam mal wieder priorisieren“ sollte.

Murnau – Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) sprach von einer „der aufwändigsten Entscheidungen, die wir in den letzten Jahren hatten“. 2017 war das, als der Marktgemeinderat den Weg für eine Doppellösung frei machte: Forschungszentrum im Kemmelpark und Wohnungsbau am James-Loeb-Areal. Von beidem ist bis heute nichts zu sehen.

Dabei ist es nicht so, dass in Murnau in puncto Wohnungsbau nichts passiert wäre. Das kommunale Projekt am Längenfeldweg ist abgeschlossen. Der Komplex umfasst 29 Wohnungen in einer Größe zwischen 48 und 90 Quadratmeter. 7,2 Millionen Euro flossen in das Vorhaben, wobei es Fördergelder gab und der Markt Murnau von einem zinsgünstigen Darlehen profitierte.

Großprojekt im Murnauer Norden

Weiterer Wohnraum entsteht derzeit an der Adalbert-Stifter-, der Lindenthal- und der Eichendorffstraße. Dort tritt allerdings nicht die Marktgemeinde Murnau als Bauherr auf, sondern die Wohnbau Weilheim GmbH. Der Markt Murnau ist Gesellschafter.

Es geht um 42 Wohnungen in sechs einzelnen Häusern, von denen bereits zwei 2020 bezogen werden konnten. Weitere Wohnungen werden Ende Dezember übergeben, bei anderen ist der 1. März 2022 als Einzugstermin geplant. Zudem sind auf der Südseite der Anlage sieben Reihenhäuser anvisiert. „Im Mai soll es losgehen“, sagt Alex Schafferhans, stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Mieterservice. Die Fertigstellung ist für 2023 vorgesehen. Die Reihenhäuser sind frei finanziert, wohingegen die 42 Wohnungen vom bayerischen Staat gefördert werden. Die Gesamtkosten des Projekts beziffert die Wohnbau Weilheim auf rund 15 Millionen Euro, wobei der Freistaat Bayern knappe 6,3 Millionen Euro geförderte Darlehen gewährt hat sowie einen Zuschuss von etwa 890 000 Euro. Die Wohnbau Weilheim tritt als Vermieter auf, die Gemeinde schlägt ihr für die Wohnungen Mieter vor, die die GmbH dann auswählt.

Bei dem Projekt am James-Loeb-Haus herrscht hingegen Stillstand. Vor einiger Zeit diskutierte man im Gemeinderat die eingegangenen Anregungen und Einwände. „Angesichts vorliegender ablehnender Stellungnahmen wurde kein Beschluss gefasst“, sagt Rathaussprecherin Annika Röttinger. „Seither ruht das Verfahren.“

Anwohner machten 2019 mobil gegen die geplante Wohnbebauung. Ihnen war die Dimension zu wuchtig. In kurzer Zeit wurden über 300 Unterschriften gesammelt. Der Initiator dachte laut über ein Bürgerbegehren nach.

Felix Burger ist Wohnungsreferent.
Felix Burger ist Wohnungsreferent. © Mayr

Wohnungs- und Sozialreferent Felix Burger (SPD) findet es „natürlich bedauerlich, dass da nichts vorangeht“. Doch mit Projekten wie Kita-Neubau, Feuerwehrhaus und weiteren Vorhaben, die anstehen, seien „die Verwaltung und das Bauamt am Limit“. Burger ist allerdings schon der Ansicht, dass man das Thema Bauen am James-Loeb-Haus „langsam mal wieder priorisieren“ sollte. Man sei relativ weit gewesen. Burger spricht sich für drei Geschosse aus. „Sonst kann man keinen bezahlbaren Wohnraum schaffen.“

Rathauschef Beuting sagt: „Meiner Meinung nach sollten wir das Grundstück für den genossenschaftlichen Wohnungsbau zur Verfügung stellen. Das ist in meinen Augen der richtige Weg für Murnau, denn Wohnraum, vor allem bezahlbarer, ist ein zentrales Thema in unserem Ort.“

Das Vorhaben am Bahnhofplatz 3 geht derweil seinen Weg. Ein kommunales Wohnbauprojekt soll dort entstehen. Im Haushaltsentwurf für 2022 ist es mit Gesamtkosten von 2,5 Millionen Euro vermerkt. „In Abstimmung mit Fördergebern läuft derzeit das vergleichende Plangutachten als Auswahlverfahren für den Planungsauftrag“, sagt Röttinger. Die Realisierung soll gemäß Haushaltsentwurf 2022/2024 erfolgen.

Platz für junge Familien in Hechendorf

Und dann gibt es da noch ein Vorhaben in Hechendorf, das allerdings noch in den Kinderschuhen zu stecken scheint. Nördlich der Straße Aufeld hat der Markt Murnau von privat rund 12 400 Quadratmeter erworben. Man beschloss im September 2020, einen Bebauungsplan aufzustellen. Das Ziel: „bezahlbaren Wohnraum für junge Familien im Sinne einer Art Einheimischenmodell“ schaffen. Die Fläche kann indes womöglich nicht komplett bebaut werden. Denn circa 5400 Quadratmeter sind als Biotop kartiert, hieß es voriges Jahr. Zum aktuellen Stand sagt Röttinger: „Derzeit läuft die Vorbereitung des Verfahrens, insbesondere werden derzeit Fragen zu dem in das Planungsgebiet einzubeziehenden Geltungsbereich sowie zum Umgang mit der kartierten Biotopfläche geklärt.“

Dem Landratsamt liegt nichts Konkretes vor. Zu den Biotopen kann die Kreisbehörde derzeit keine genaueren Angaben machen. „Im Bereich Hechendorf Aufeld gibt es einige kleinere als Biotope geschützte Wiesenflächen“, erklärt Sprecher Stephan Scharf. „Näheres müsste während der Vegetationsperiode untersucht werden.“ Burger hofft, dass das Areal „zu großen Teilen genutzt werden kann“.

Insgesamt gibt sich der Sozialreferent realistisch: „Es geht voran, aber für Murnau wird es nie genug Wohnraum geben. Das generelle Problem werden wir nicht lösen können.“

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