+
Im Murnauer Innovationsquartier: Bürgermeister Rolf Beuting (l.) und Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger (r.) – auf diesem Archivbild mit Gemeinderat Phillip Zoepf („Mehr bewegen“), der zu den ersten Mietern im Coworking-Bereich des Hauses zählte. 

Nach Kritik aus den Reihen des Gemeinderats

Murnaus Bürgermeister verteidigt IQ-Konzept

  • schließen

In Murnaus Ortspolitik ist eine Diskussion über das Innovationsquartier entbrannt. Einige Volksvertreter wünschen sich mehr Kontrolle über bestimmte Abläufe. Bürgermeister Rolf Beuting verteidigt hingegen die bisherige Handhabung – und verweist auf die bereits erzielten Erfolge.

Murnau – Murnaus Rathaus-Chef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) ist mit der Entwicklung des im vergangenen Jahr eröffneten Innovationsquartiers (IQ) der Marktgemeinde hochzufrieden. Die Einrichtung im alten Gemeinde-Krankenhaus, die in erster Linie Jungunternehmern der Kreativbranche ein Zuhause bietet, entwickle sich „zunehmend zu einem Zentrum für Wirtschaft und Arbeit“, erklärt er auf Tagblatt-Nachfrage in einer Stellungnahme. Der Einsatz von Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger, der das Haus federführend managt, sei so erfolgreich, „dass nach nicht einmal einem halben Jahr zahlreiche neue Firmen gegründet und neue Arbeitsplätze in Murnau geschaffen wurden“. Es sei die richtige Entscheidung des Gemeinderats gewesen, so Beuting weiter, notwendige Regelungen festgelegt, aber keine zusätzlichen bürokratischen Strukturen geschaffen zu haben, die wie ein Bremsklotz wirken könnten.

Von der Forderung einiger Gemeinderäte nach einer besseren Kontrolle – im Gespräch ist beispielsweise die Schaffung eines Gremiums vergleichbar mit einem Aufsichts- oder Verwaltungsrat – hält der Rathaus-Chef offenbar nichts. Der Gemeinderat und seine Gremien seien bereits das Kontrollgremium, argumentiert er. Der Gemeinderat habe das IQ mit einem Konzept auf den Weg gebracht. Dazu zählten auch die Branchen, die angesiedelt werden sollen,Mietpreise und Nebenkosten, Kündigungsfristen und Regelungen zur Mietpreisreduzierung. Alle sechs Monate erfolge eine Berichterstattung im Gemeinderat; zuletzt sei dies Ende November 2017 der Fall gewesen. In dieser Sitzung habe Bittlinger eine Übersicht über alle Mieter und deren Mietzahlungen vorgelegt und detailliert erläutert, wer warum heuer zum 1. März eine Mieterhöhung erhalten sollte.

Manche Volksvertreter bemängeln, dass sie von bestimmten Vorgängen in dem Treffpunkt der Startup-Szene kaum etwas mitbekämen. Konkret geht es um die Auswahl der Firmen, Kündigungen und die Festlegung der teilweise vergünstigten Mietpreise. Auch wird kritisiert, dass Bittlinger vieles alleine entscheide. Auslöser der Debatte war die Beschwerde einer Mieterin, der gekündigt worden war und die Bittlingers Führungsstil als autoritär und intransparent bezeichnet.

„Der Gemeinderat hat die notwendigen Beschlüsse gefasst, nicht Herr Bittlinger“, kontert Beuting. Über den Abschluss von Mietverträgen und Kündigungen bis zu einer Wertgrenze von 30.000 Euro entscheide er als Bürgermeister. Dies betreffe auch die Reduzierung von Mietpreisen. Er, so Beuting, berate sich dabei mit seinen Mitarbeitern, „die wir ja eingestellt haben, weil sie in ihrem Fachgebiet Experten sind“. Und weiter: „Die endgültige Entscheidung treffe aber ich, da sie mir vom Gemeinderat und per Gesetz übertragen ist. Da ich sehr oft in den letzten Monaten bei den Netzwerkveranstaltungen im IQ war und viele Gespräche mit Mietern geführt habe, bin ich zudem in der Lage, mir unabhängig von Herrn Bittlinger ein Bild von den Ereignissen im Innovationsquartier zu machen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Abschied von der Legende der Vierschanzentournee: Hans Ostler stirbt mit 93 Jahren
Der nordische Skiwelt trauert um Hans Ostler. Der Ehrenpräsident der Vierschanzentournee und des SC Partenkirchen stirbt im Alter von 93 Jahren. Der Skisprungsport hat …
Abschied von der Legende der Vierschanzentournee: Hans Ostler stirbt mit 93 Jahren
Unfall bei Zugspitzbahn: Bergung wird vorbereitet - Unglück löst politischen Eklat aus
Fatales Ende einer Notfallübung: Bei der neuen Seilbahn an der Zugspitze ist ein Bergewagen in eine der beiden Gondeln gekracht und hat einen Totalschaden verursacht. …
Unfall bei Zugspitzbahn: Bergung wird vorbereitet - Unglück löst politischen Eklat aus
Zweitwohnungssteuer: Drei-Prozent-Sprung ist Gemeinderäten zu groß
Besitzer von Zweitwohnungen in Bad Kohlgrub müssen ab dem 1. Januar 2019 mehr für ihr Domizil zahlen. 
Zweitwohnungssteuer: Drei-Prozent-Sprung ist Gemeinderäten zu groß
Alarm im Isartal: Schuttkegel im Kaltwassergraben wächst und wächst
Der sogenannte Kaltwassergraben bereitet Wallgauern und Mittenwaldern gleichermaßen Sorge. Die einen fürchten um ihr Trinkwasser, die anderen um wertvolle Weideflächen. …
Alarm im Isartal: Schuttkegel im Kaltwassergraben wächst und wächst

Kommentare