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Klassisch abgesoffen: das Fundament für den Mobilfunkmasten, der künftig unter anderem den Eschenloher Norden versorgen soll, hier mit Bürgermeister Anton Kölbl. In absehbarer Zeit soll erneut gebaut werden.

Bau-Projekt geht im ersten Versuch gründlich schief 

Schlag ins Wasser: Fundament für Mobilfunk-Mast versinkt

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Die miserable Mobilfunkversorgung im Eschenloher Norden könnte längst Geschichte sein. Eine Posse kam vor Jahren dazwischen: Fundamente für Mast und Technik einer neuen Antennenanlage soffen ab. Nun, im zweiten Versuch, soll alles besser laufen.

Eschenlohe– Diese technische Aufrüstung entwickelte sich zum Schlag ins Wasser: Aus einem zugewachsenen kleinen Tümpel auf Höhe des Seilbahnmuseums des ehemaligen Hartsteinwerks Werdenfels bei Eschenlohe, etwa 200 Meter westlich der Autobahn, ragen Metallteile in die Luft; zwei Betonfundamente liegen am Grund des Mini-Weihers.

Hier, am Rande des Naturschutzgebiets Murnauer Moos, sollte seit über zwei Jahren ein Mobilfunkmast samt nötiger Technik stehen, der das Funkloch zwischen den Bergen am Autobahnende und den miserablen Empfang im Eschenloher Norden beseitigt. „Die Gewerbegebiete sind abgeschnitten, ich bekomme immer wieder Klagen von Unternehmern“, sagt Bürgermeister Anton Kölbl (CSU). Der Kalvarienberg schirmt den nördlichen Ortsteil von der Mobilfunkanlage ab, die sich am Autobahnende zwischen Loisach und Bahnlinie befindet und die diverse Anbieter nutzen. Dabei ist speziell der Eschenloher Norden gespickt mit öffentlichen Einrichtungen – vom Rat- übers Feuerwehrgerätehaus bis zum Pfarrheim – und Betrieben. So kommt es öfter vor, dass Firmenchefs, die auf dem Handy angerufen werden, zum Telefonieren vor der Tür stehen.

Dieser Zustand sollte längst Geschichte sein – doch Pleiten, Pech und Pannen kamen dazwischen. Als die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) – sie errichtet, betreibt und vermarktet Masten – Fundamente für die benötigte zweite Mobilfunkanlage bauen ließ, ging man im ersten Anlauf klassisch baden. Die Konstruktion sei einst auf einem kleinen Hügel gestanden und habe rund einen Meter aus dem Boden geragt, sagt Kölbl. „Dann ist sie innerhalb von ein paar Wochen versunken – man konnte richtig zuschauen.“ Von der DFMG heißt es, das Fundament des Antennenträgers sei wegen fehlerhafter Bodenproben falsch berechnet worden. Mit im Boot saß offenbar eine externe Firma. „Es gab Rechtsstreitigkeiten“, sagt Thomas Bauer, Informationsmanager Funk und Umwelt der DFMG. Nach dem Mast-Gau ging es darum, die Schuldfrage zu klären. Das zog sich. Eschenlohe harrte als außenstehende Partei der Dinge.

Nun geht’s zurück bis auf Los: Die Telekom-Tochter wartet aktuell auf die Baugenehmigung für Versuch Nummer zwei. Trifft diese rechtzeitig ein und läuft alles nach Plan, könnten die Arbeiten, je nach Witterung, eventuell heuer beginnen, sagt Bauer. „Mal schauen, was in den Auflagen steht.“ Der Gemeinderat Eschenlohe segnete einen Tekturantrag der DFMG bereits mehrheitlich ab, jetzt fehlt noch das Okay aus dem Landratsamt. Geplant ist ein 36 Meter hoher Stahlrohrgittermast mit Technikcontainer, der nach Angaben Kölbls unter anderem eine rund 20 Meter tiefe Pfahlgründung aufweist. Bauer lässt keinen Zweifel daran, dass die DFMG großes Interesse an dem Projekt hat: Ein durchgehendes Netz sowie die Autobahn-Versorgung seien stets wichtig – speziell auch mit Blick aufs autonome Fahren.

Die Anlage hätte bereits zum G7-Gipfel 2015 funktionieren sollen – ein Funkloch am Ende der A95 war bei diesem Mega-Ereignis undenkbar. Als im Vorfeld die Anfrage der Telekom-Tochter eintraf, sah Kölbl die Gelegenheit, dass die Antenne, die sein Ort braucht, möglichst weit weg von den Wohnhäusern entsteht. Die Gemeinde schlug die Stelle auf eigenem Grund am Rande des Mooses vor, an einer früheren Autobahn-Baustraße. Zuvor hatten diverse andere mögliche Standorte immer wieder Betroffene mobilisiert, die eine Antenne in ihrer Nähe verhindern wollten. „Egal wo – es gab jedes Mal Widerstände“, sagt Kölbl. Auch die Gemeinde habe sich jahrelang gegen Varianten in Wohnhaus-Nähe oder an sensiblen Stellen gewehrt. Die Lösung kam wie gerufen. An der Autobahn-Anschlussstelle Eschenlohe entstand die nötige Technik, eine rund 1,5 Kilometer lange Leitung wurde gelegt, man betonierte Fundamente – und dann nahm die Moor-Posse ihren Lauf. Beim G7-Gipfel schloss ein mobiles Provisorium die Empfangs-Lücke.

Nun sieht Kölbl, der die Aufregung um neue Mobilfunkmasten in anderen Orten aufmerksam verfolgt, sein Dorf aus der Gefahrenzone. Die Gemeinde wachte mit Argusaugen darüber, dass sie andere Anbieter auf den geplanten Antennenträger verweisen kann. Das soll verhindern, dass Anlagen wie Pilze aus dem Boden schießen. Man könne davon ausgehen, meint Kölbl, „dass wir nach derzeitigem rechtlichen und technischen Stand nicht befürchten müssen, dass ein weiterer Mobilfunkmast kommt“.

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