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Siegfried Rauch bei der Murnauer Bergweihnacht 2017.

„So hätte es nicht enden brauchen“

Nach Siegfried Rauchs Unfalltod: So erinnern sich die Murnauer an den Schauspieler

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Die Trauer um Siegfried Rauch ist in Murnau groß: Der beliebte Schauspieler, der am Sonntagabend bei einem Treppensturz in Untersöchering tödlich verunglückte, hatte einen engen Bezug zum Markt.

Murnau/Untersöchering – Siegfried Rauch war ein Schauspieler, der bodenständig blieb – und trotz aller Erfolge keinerlei Starallüren zeigte. Freunde und Bekannte beschreiben den Darsteller, der als „Traumschiff“-Kapitän bekannt geworden war und in zahlreichen Filmen und Serien mitwirkte, als einen natürlichen und herzlichen Menschen. Er wohnte zusammen mit seiner Frau ganz in der Nähe – und zwar in einem alten Bauernhof in Untersöchering. 

In Murnau traf man den „Sigi“, wie ihn viele nannten, häufiger. Hierher kam der 85-Jährige, um etwa auf dem Wochenmarkt einzukaufen, im Café Krönner einen Espresso zu genießen oder Lesungen zu halten. Zuletzt war er Ende Dezember 2017 auf der Bühne des Kultur- und Tagungszentrums zu sehen: Rauch begeisterte rund 500 Besucher mit nachdenklichen und vergnüglichen Weihnachtsgeschichten. 

Im Feuerwehrhaus: Diese Treppe wurde Siegfried Rauch zum tödlichen Verhängnis

Die Nachricht von seinem Tod schockte viele Murnauer. Rauch war am Sonntagabend die Treppe im Feuerwehrhaus Untersöchering hinuntergestürzt. „Er starb noch an der Unfallstelle“, erklärte sein Management in einer Pressemitteilung. 

Eng befreundet mit ihm waren die Murnauer Peter Raba und Mona Haase-Raba. „Ich bin sehr betroffen und traurig“, sagt die Verlegerin Haase-Raba. Sie und ihr Mann waren regelmäßig bei den Rauchs zu Gast, zuletzt heuer im Februar. Zu den Festen habe auch immer Musik gehört, erinnert sich Haase-Raba. „Ebenso stimmungsvoll wie erheiternd war es, wenn Sigi selbst zur Gitarre griff und Songs von Frank Sinatra mit einer Stimme intonierte, die dem Weltstar zum Verwechseln ähnelte.“ Künstler Peter Raba wird nachdenklich: Rauch habe in seinen Rollen gleichnishaft vorgelebt, „wie wir denn zu leben hätten: authentisch, spontan, ehrlich, heiter bis besinnlich“. 

Hans Sigl: So trauert der „Bergdoktor“-Hauptdarsteller um Siegfried Rauch

Der Murnauer Schauspieler Wilhelm Manske, der in der BR-Serie „Dahoam is Dahoam“ zu sehen war, kannte ebenfalls Rauch. Die beiden trafen sich hin und wieder im Café Krönner, um über Gott und die Welt zu plaudern. „Er war ein großartiger Schauspieler. Man hat ihm die Rollen abgenommen“, urteilt Manske über seinen Kollegen. Rauch sei auf alle zugegangen, berichtet Kaffeehaus-Chefin Barbara Krönner. „Er war offen und nicht menschenscheu.“ Der Mime habe sich meist einen Platz im Straßencafé ausgesucht und sei dann mit den Leuten ins Gespräch gekommen. 

„So hätte es für den Rauch Sigi nicht enden brauchen“, findet Hans-Jürgen Steib. Auch das Urgestein des Original Murnauer Bauerntheaters kannte den Bühnenprofi. Dieser sei mit seiner markanten Ausstrahlung ein guter Charakterdarsteller gewesen. Es sei eine „komische Fügung“, ergänzt der Murnauer, dass er, Steib, und seine Mitstreiter erst am vergangenen Samstagabend beim Murnauer Politikerderblecken als Kapitäne auf der Griesbräu-Bühne standen. Und nun sei „ein anderer Kapitän von Bord gegangen“. Das stimme ihn traurig. 

Nach Rauchs Tod: Wie geht es beim „Bergdoktor“ ohne ihn weiter?

Rauch stand bis ins hohe Alter vor der Kamera. Neben seiner Paraderolle als „Traumschiff“-Kapitän Jakob Paulsen wirkte er unter anderem in beliebten Serien wie „Die glückliche Familie“ oder „Der Bergdoktor“ mit. Der schauspielerische Durchbruch gelang ihm Anfang der 1970er Jahre: Er spielte im Klassiker „Le Mans“ an der Seite seines guten Freundes Steve McQueen.

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