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Mit Murnau eng verbunden: Schauspieler Wilhelm Manske, hier bei seinem Abschiedsauftritt in der Kneip’n. 

Schauspieler denkt über zwei Wohnsitze nach

Bleibt Manske nun doch in Murnau?

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Eigentlich wollte Schauspieler Wilhelm Manske sein geliebtes Murnau verlassen, um in Marburg beruflich durchzustarten. Doch möglicherweise bricht er hier nun doch nicht seine Zelte ab. Jedenfalls liebäugelt der 67-Jährige mit zwei Wohnsitzen.

Murnau – Für Murnaus Kulturszene war es ein herber Schlag, als heuer im Frühjahr der Schauspieler Wilhelm Manske, der in zahlreichen Fernsehserien mitwirkte, seinen Wegzug aus der Staffelsee-Gemeinde verkündete. Es folgte sogar eine kleine „Abschiedstournee“. Manske wollte fortan in Marburg leben und arbeiten. Dort betreiben Bekannte ein kleines Theater, das Kulturzentrum „Waggonhalle“, zu dem der Darsteller, der als Brunnerwirt in der erfolgreichen BR-Soap „Dahoam is Dahoam“ bekannt wurde, seit vielen Jahren einen engen Kontakt pflegt.

Doch nun könnte es ganz anders kommen. Denn Manske hat zwar mittlerweile wie geplant in der hessischen Universitätsstadt als Regisseur und Akteur einige Theaterprojekte am Laufen. Doch er findet nach eigenen Angaben keine Wohnung. „Das Angebot ist ganz schlecht“, berichtet er. Die Marburger Vermieter hätten sich auf die Bedürfnisse der Studenten eingestellt. Das heißt: kleine Apartments oder größere Flächen für Wohngemeinschaften. Er, so Manske weiter, bräuchte hingegen ein Domizil mit Terrasse oder Gartenanteil, damit seine Hundedame Goldie raus kann. Also behält der Mime vorerst seine Murnauer Bleibe und pendelt hin und her. In Marburg geht er ins Hotel oder kommt anderweitig unter.

Der Abschied von der Kommune am Staffelsee fällt dem prominenten Kulturschaffenden schwer: „Das tut mir im Herzen schon weh.“ Er hänge an der Region. „Es ist hier einfach wunderschön“, schwärmt Manske. Seit den 1970er Jahren (mit Unterbrechungen) lebt er inzwischen hier und mischt im Kulturbetrieb mit. So hob er das Freie Theater aus der Taufe und war Mitinitiator des Theaterfestivals. In Murnaus „guter Stube“ ist der TV-Darsteller häufig zu sehen. Das Café Krönner gilt als sein zweites Wohnzimmer. Vielleicht, verrät Manske, bleibt er dem Markt doch noch erhalten. Eventuell könne er in Marburg günstig eine Zweitwohnung nutzen, die das besagte Kulturzentrum anmietet. Aber das stelle sich erst noch heraus.

Wie dem auch sei: Künstlerisch ist Manske in beiden Orten aktiv – und sprüht vor Tatendrang. In Marburg ist er in dem Solostück „Das letzte Band“ von Samuel Beckett in der Hauptrolle zu sehen. Im Dezember liest er aus „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus. Und er treibt sein Herzensprojekt voran: Die Inszenierung des Sozialdramas „Bauern sterben“ von Franz Xaver Kroetz, in dem zwei Geschwister vom Lande in der Stadt scheitern. Manske, den der Stoff um das Thema Heimatverlust fasziniert, hat dazu seit Jahren ein fertiges Konzept im Kopf. Im Frühjahr soll Premiere sein.

In Murnau startete er Ende Oktober in der Kneip’n eine kleine, feine Lesereihe. Es stehen noch „Der Mechaniker“ von Christian Callo (27. November) und „Schräge Weihnachtsgeschichten“ (11. Dezember) an. Und Manske hat noch weitere Ideen. Zum Beispiel würde er gerne den Klassiker „Tod eines Handlungsreisenden“ von Arthur Miller – eine Fassung zeigt derzeit das Schauspiel Murnau – auf die Bühne bringen.

Der 67-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass er arbeiten muss – auch in anderen Branchen –, um seine Rente aufzubessern. Er jobbte schon als Helfer in einem Seniorenheim. Die Murnauer Theaterproduktionen erwiesen sich offenbar als nicht sonderlich rentabel. Seinen Ausstieg beim Quotenhit „Dahoam is Dahoam“ bereut er inzwischen.

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