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Einsatz für andere: (v.l.) die Organisatoren Rainer Kraska, Nadja Braun und Einrichtungsleiterin Ursula Lampl mit den Helfern Malwina Pawlik-Rolnik, Christian Weinberger, Martina Mayer, Christa Dorski und Angelika Fiedler.

25 Ehrenamtliche sind bereits dabei

Bürger unterstützen Bürger: Nachbarschaftshilfe kommt an 

Es folgte eine „Riesenwelle der Hilfsbereitschaft“: So beschreibt Ursula Lampl, Leiterin des Murnauer Mehrgenerationenhauses, die Resonanz auf die Auftaktveranstaltung der Nachbarschaftshilfe im Juni. Damals war das Projekt in der örtlichen Fußgängerzone vorgestellt worden. Das Interesse der Bevölkerung war so groß, dass ein Pool mit insgesamt 25 ehrenamtlichen Helfern zusammenkam.

Murnau – Die Helfer unterstützen ihre Mitbürger unter anderem bei alltäglichen Aufgaben in Haus und Garten, tätigen Einkäufe oder leisten Besuchsdienste, indem sie vorlesen, zuhören und erzählen.

Letzteres macht Lampl zufolge einen Großteil der Anfragen aus. „Alleinstehende Senioren sind oft sehr einsam und wünschen sich jemanden zum Reden“, sagte sie im Rahmen des ersten Treffens der Nachbarschaftshilfe. Dazu kamen in den Räumlichkeiten der Einrichtung Helfer zusammen, um sich auszutauschen und sich Tipps von den Initiatoren geben zu lassen. Neben Lampl waren auch Rainer Kraska und Nadja Braun zugegen, die das Projekt maßgeblich mitgestalten.

„Nachdem wir die erste Phase der Organisation durchlaufen haben, ist es nun an der Zeit, verstärkt in die Öffentlichkeit zu treten“, sagte Kraska. Er appellierte an die Anwesenden, das Konzept der Nachbarschaftshilfe über Mundpropaganda zu verbreiten. Ihm zufolge ist das Mehrgenerationenhaus vielen Menschen aus der Region immer noch kein Begriff.

Dem konnte Lampl nur zustimmen. „In einigen Köpfen ist verankert, dass es sich hier um eine Wohngemeinschaft handelt. Dabei sind wir ein Ort der Begegnung“, betonte sie. An dieser Stelle bemängelte der Helfer Christian Weinberger aus Murnau die schlechte Vernetzung der Institutionen im Landkreis. „Ich wusste anfangs nichts über das Mehrgenerationenhaus und habe durch Zufall davon erfahren“, berichtete er. Daraufhin versprach das Team, zukünftig vermehrt mit staatlichen Einrichtungen sowie Vereinen und Organisationen aus der Umgebung zu kooperieren. „Rückmeldungen der Helfer sind extrem wichtig für uns“, meinte Lampl. Nur so könne man die Arbeit weiterentwickeln.

Weinberger, der seit Beginn für die Nachbarschaftshilfe tätig ist und neben Fahrdiensten auch Reparaturarbeiten anbietet, beklagte sich zudem über eine teils fehlende Wertschätzung: „Ich fahre mit meinem Auto mehrere Kilometer, besorge extra im Baumarkt fehlendes Material – und das wird als selbstverständlich hingenommen“, monierte er. Ihm zufolge denken manche fälschlicherweise, dass die Nachbarschaftshilfe von der Caritas subventioniert werde und sehen darum das Engagement des einzelnen Helfers nicht.

Lampl bat die Teilnehmer, zukünftig im Erstgespräch mit dem Hilfesuchenden auf eventuell anfallende Fahrt- oder Materialkosten hinzuweisen. Für die Zukunft wünscht sie sich eines: „Ich hoffe, dass wir weiteren Zuwachs bekommen. Denn der Bedarf ist groß.“

Weitere Informationen zu diesem Projekt gibt es im Internet unter der Adresse www.mgh-murnau.de oder per Telefon unter der Nummer 0 88 41/26 20.

Constanze Wilz

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