Ist in die Jahre gekommen: Die Kindertagesstätte St. Nikolaus am Längenfeldweg.
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Ist in die Jahre gekommen: Die Kindertagesstätte St. Nikolaus am Längenfeldweg.

Architekten sollen sich Gedanken machen

Kinderhaus in Murnau: Nächster Schritt ist getan

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Beim geplanten Kita-Neubau am Murnauer Längenfeldweg tut sich etwas. Architekten sollen sich Gedanken machen, wie das Gebäude aussehen könnte. Das Kinderhaus wird Krippe, Kita und Hort unter einem Dach vereinen.

  • Der Neubau eines Kinderhauses am Längenfeldweg in Murnau rückt etwas näher.
  • Im nächsten Schritt sollen sich Architekturbüros Gedanken machen.
  • Die Immobilie soll Kita, Krippe und Hort unter einem Dach zusammenfassen.

Murnau – Der Startschuss der Murnauer Kindertagesstätte St. Nikolaus fiel 1990, dem Jahr der Wiedervereinigung. Damals öffnete die Einrichtung am Längenfeldweg. Nach drei Jahren startete man mit integrativen Plätzen, machte das Haus also auch für Kinder mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen zugänglich. 2002 wurde die Einrichtung erweitert. Träger und Eigentümer ist die katholische Kirchenstiftung St. Nikolaus. Doch mittlerweile ist das Gebäude nicht mehr auf dem aktuellen Stand, hat Schwachpunkte. Das Marktbauamt prüfte und stellte dabei fest, dass eine Sanierung und Erweiterung nur unwesentlich günstiger wäre als ein Neubau.

Ein Millionenprojekt

Der Gemeinderat befasst sich schon seit Jahren mit der Thematik. Eins liegt auf der Hand: Der Neubau wird kräftig ins Geld gehen. Rund 7,5 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Damit ist das Projekt neben dem anvisierten Feuerwehrhaus (8 Millionen Euro) derzeit das finanziell größte Vorhaben.

Planer sind gefragt

Die Volksvertreter haben jetzt den nächsten Schritt getan. Sie beschlossen, die Kita als Kinderhaus mit vier Integrationsgruppen, Krippe (eine Gruppe) und Hort (drei Gruppen zu errichten. Die verschiedenen Nutzungen sind also unter einem Dach vereint. Die Kommune startet ein so genanntes VgV-Verfahren. Hinter der Abkürzung verbirgt sich die Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge. Dies bedeutet: Es gibt ein öffentliches Bewerbungsverfahren, an dem sich jeder Planer beteiligen kann. Lorenz Brey (CSU) wollte wissen, ob die Marktgemeinde auf Architekten zugehen kann, „die uns gefallen“. Marktbaumeister Klaus Tworek bejahte dies. „Wir wollen heimische Architekten berücksichtigen.“ Wobei er deutlich machte, dass das Ganze „ein großer Konkurrenzbetrieb“ sei. Es gebe eine ganze Menge Büros, „die sich auf Kindergärten spezialisieren“.

Brey: Kirche einbinden

Brey machte sich darüber hinaus dafür stark, die katholische Kirche als Träger in dem Prozess einzubeziehen. „Das wäre für mich eine echte Zusammenarbeit.“ Die Ratskollegen stimmten zu, die Beteiligung der Kirche wurde in den Beschluss aufgenommen. „Das freut uns sehr“, sagte Ronald Kühn, der bei der katholischen Kirchenstiftung St. Nikolaus für die Kita zuständig ist, dem Tagblatt. Zudem zeigt er sich angetan, dass bei dem Großprojekt etwas vorwärtsgeht. Der Kirchenstiftung sei Inklusion wichtig, also die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung. Aktuell besuchen 69 Zwergerl die Kita, hinzu kommen bis zu 25 Hortkinder.

Fördergelder winken

„Das Projekt ist reif zur Umsetzung“, betonte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Allerdings sei es „etwas nervenaufreibend“ gewesen, mit der Regierung von Oberbayern die Fördersituation zu klären. Ein Bescheid liegt bis heute nicht vor. Dabei hatte der Markt Murnau den Zuschuss bereits im Juli 2019 beantragt.

Umfangreiche Bedarfsanalyse

Zuvor hatte Michael Ledig, Trägervertreter für das Bienenhaus, die Ergebnisse einer umfangreichen Bedarfsanalyse in Sachen Kinderbetreuung bis 2025 vorgestellt.

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